Die russischen Para Sportler haben sich bei ihrer Wettkampfrückkehr unter eigener Flagge konkurrenzfähig gezeigt, die befürchtete Dominanz blieb aber aus.
Deutsche Podestplätze in Finsterau - Russen gleich vorne dabei
Deutsche Podestplätze in Finsterau
Beim Skilanglauf-Weltcup in Finsterau gab es in den sechs Rennen am Mittwoch mit Rang zwei bei den sitzenden Männern lediglich einen Podestplatz, die russische Hymne musste entsprechend noch nicht gespielt werden. In einigen Startklassen traten auch Ukrainer gegen die Sportler der beiden kriegstreibenden Nationen an.
Generell sammelten die meisten der 17 startenden Russinnen und Russen und auch einige der acht Belarussinnen und Belarussen ordentlich Ranglistenpunkte für mögliche Quotenplätze für die Paralympics über bilaterale Einladungen. Das deutsche Team ließ sich von der Aufregung um die Rückkehr der kriegstreibenden Nationen nur wenig beeinflussen.
Anja Wicker („Es ging super gut“) kam in der sitzenden Klasse über zehn Kilometer auf Rang zwei, Leonie Walter wurde bei den Sehbehinderten Dritte. Kathrin Marchand verpasste als Vierte in der stehenden Klasse knapp das Treppchen.
Klagen von Russland und Belarus vor CAS erfolgreich
Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hatte Anfang Dezember Klagen aus Russland und Belarus gegen den Internationalen Ski- und Snowboardverband FIS teilweise stattgegeben. Demnach dürfen russische und belarussische Athleten gemäß der Regeln des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) wieder starten. Da die Generalversammlung des IPC Ende September völlig unerwartet die Suspendierungen beider Länder aufgehoben hatte, kehren diese offiziell in die Sportgemeinschaft zurück.
Entsprechend sind beim Weltcup in Finsterau sowie parallel bei den Alpinen in Saalbach erstmals wieder Russen und Belarussen unter eigener Flagge dabei. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte diesbezüglich deutliche Kritik geäußert. Man habe das „zu akzeptieren“, sagte DBS-Vorstand Idriss Gonschinska, „es widerspricht jedoch unserer moralisch-ethischen Grundhaltung, unseren sportlichen Wertvorstellungen – und ist aus unserer Sicht insbesondere für die Teilnehmenden aus der Ukraine unzumutbar“.
Die Vergabe der Quotenplätze für die Paralympics in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6. bis 15. März) ist zwar eigentlich abgeschlossen, doch die Russen und Belarussen hoffen noch auf eine Teilnahme durch die Hintertür. Über das Sammeln von Ranglistenpunkten können sie sich für bilaterale Einladungen empfehlen.