Beim Para Weltcup der Skilangläufer in Finsterau werden erstmals seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine wohl wieder in großer Zahl russische und belarussische Sportler auf deutschem Boden antreten.
Zahlreiche Russen erstmals wieder in Deutschland!
Russische Athleten zurück in Deutschland
Demnach haben 18 russische Athletinnen und Athleten sowie neun belarussische Sportlerinnen und Sportler für die Wettkämpfe vom 14. bis 18. Januar gemeldet. Gemäß der Richtlinien des Internationalen Skiverbandes FIS werden diese als individuelle neutrale Athleten in Bayern antreten.
Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hatte Anfang Dezember Klagen aus Russland und Belarus gegen die FIS teilweise stattgegeben. Demnach dürfen russische und belarussische Athleten unter neutralem Status (AIN) wieder an FIS-Wettkämpfen teilnehmen, sofern sie die Kriterien erfüllen. In der Folge waren auch im olympischen Sport in einigen Disziplinen bereits vereinzelt Russen und Belarussen mit neutralem Status wieder in Wettbewerben dabei.
In Finsterau kehren nun in großer Zahl die Para Skilangläufer ins Weltcup-Geschehen zurück. „Als Organisationskomitee respektieren wir diese Entscheidung, dass auch diese Menschen mit Handicap, die ja nichts für den Überfall auf die Ukraine können, ihrer Leidenschaft für den Langlauf nachgehen können“, sagte OK-Chef Olaf Heinrich, zugleich Bezirkstagspräsident von Niederbayern, in einem Beitrag auf der Homepage des Gastgebers.
Die Vergabe der Quotenplätze für die Paralympics in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6. bis 15. März) ist zwar eigentlich abgeschlossen, doch die Russen und Belarussen hoffen noch auf eine Teilnahme durch die Hintertür. Für den Fall der Fälle sollen bei den Januar-Weltcups in Finsterau und eine Woche später im polnischen Szklarska Poreba-Jakuszyce entsprechend Ranglistenpunkte gesammelt werden.
Man habe „die Chance, durch bilaterale Einladungen und bei Verfügbarkeit freier Quoten an den Spielen teilzunehmen, wenn eines der nationalen Paralympischen Komitees darauf verzichtet“, sagte Pawel Roschkow als Präsident des Russischen Paralympischen Komitees kürzlich der Nachrichtenagentur TASS: „Derzeit rechnen wir damit, an den Disziplinen Skilanglauf, Ski alpin und Snowboard teilzunehmen.“ Es sei aber noch „zu früh, um konkret zu sagen, wie viele es sein werden und wer teilnehmen kann“.
Sollten sich tatsächlich noch Quotenplätze für Russen und Belarussen ergeben, könnten diese anders als im Weltcup bei den Winterspielen selbst sogar unter eigener Flagge starten. Die Generalversammlung des IPC hatte Ende September völlig unerwartet die Suspendierungen trotz des fortlaufenden Angriffskrieges beider Länder gegen die Ukraine aufgehoben.