Der Slowene Domen Prevc ist neuer Weltmeister im Skifliegen. Der 26-Jährige feierte in Oberstdorf nur 18 Tage nach seinem Triumph bei der Vierschanzentournee vor Marius Lindvik aus Norwegen und dem Japaner Ren Nikaido den nächsten großen Sieg.
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Prevc ließ sich die am Freitag eroberte Führung nicht mehr nehmen, am Samstag flog er auf 232,0 und 222,5 m und distanzierte die Konkurrenz klar. Prevc ist der erste Flug-Weltmeister aus Slowenien seit seinem Bruder Peter im Jahr 2016. Auch dieser hatte damals nach der Tournee bei der Flug-WM triumphiert und den Gesamtweltcup gewonnen - diesen führt Domen mit großen Vorsprung an.
Deutsches Team deutlich geschlagen
Das DSV-Team erlebte vor 18.000 Fans die schlechteste WM seit 16 Jahren, damals war Michael Uhrmann als bester Deutscher nur auf Rang 19 gelandet. Am besten schlug sich noch Philipp Raimund, der auf Platz 13 landete - und damit den Umständen entsprechend zufrieden war.
„Beide Sprünge heute waren auf einem sehr hohen Level heute. Das war gut, ein Schritt nach vorne. Beim zweiten hat es mich ein bisschen verdreht, das macht schnell mal zehn Meter aus“, erklärte er auf SPORT1-Nachfrage.
Raimund, der im Vorjahr aufgrund einer Höhenangst beim Skifliegen zu kämpfen hatte, feierte einen für sich persönlich guten Schritt.
„Ich bin nicht grad der Mensch mit den besten Flugqualitäten, das weiß ich. Ich habe es geschafft, mit jedem Sprung vorwärts zu kommen und ein Fluggefühl aufzubauen. Es hat mich einfach persönlich einen großen Schritt weiter gebracht“, zog er ein positives Fazit.
Geiger auf Platz 17 - Hoffmann mit Schritt nach vorne
Hinter Raimund war Ex-Weltmeister Karl Geiger, nach dem ersten Tag noch Elfter, als 17. zweitbester Deutscher. Der Tournee-Sechste Felix Hoffmann folgte auf dem 22. Platz, Routinier Pius Paschke belegte Position 25.
„Irgendwas geht ihnen nicht auf. Irgendwie genießen sie nicht das Momentum, wo sich einfach mal was ergibt“, analysierte Experte Sven Hannawald in der ARD: „Es ist bitter, wenn man sieht: Sie kämpfen und machen. Einem Karl Geiger steht die Arbeit ins Gesicht geschrieben. Und das tut mir dann leid, weil ich sehe: Sie tun und tun und tun - und hängen ja nicht rum.“
Deutschland hofft auf Team-Medaille
„Es ist ein Stück besser geworden. Der Schritt war der richtige. Im dritten Sprung habe ich es noch nicht ganz hinbekommen, jetzt im vierten Sprung hat es aber doch besser funktioniert. Es war ein entspannteres Fliegen. Das war der erste richtige Skiflug der Tage“, zeigte sich Hoffmann auf SPORT1-Nachfrage immerhin mit seiner Verbesserung an Tag zwei zufrieden.
Paschke hingegen war nach einem nicht ganz geglückten letzten Sprung sauer. „Der letzte Flug hat mich echt geärgert, weil der davor deutlich besser war. Ich bin am hadern mit mir“, erklärte er in der ARD.
Paschke darf am Sonntag gemeinsam mit Geiger, Raimund und Hoffmann dennoch im Team ran. Andreas Wellinger schaffte es erneut nicht.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)