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Er machte Österreich zur Skisprung-Nation Nummer eins

Ein Revolutionär seiner Sportart

Baldur Preiml gilt als Wegbereiter des Aufstiegs Österreichs zur Skisprung-Nation Nummer eins. Vor genau einem Jahr ist er gestorben.
Beim Skispringen leben die Athleten den Traum vom Fliegen - insbesondere auf den ganz großen Schanzen. Inzwischen sind Sprünge auf weit über 200 Meter möglich. SPORT1 zeigt die Entwicklung des Weltrekords.
Baldur Preiml gilt als Wegbereiter des Aufstiegs Österreichs zur Skisprung-Nation Nummer eins. Vor genau einem Jahr ist er gestorben.

In dieser Saison führt Domen Prevc den Skisprung-Weltcup unangefochten an – und dennoch mischen die Österreicher vorne kräftig mit. Jan Hörl liegt als Vierter der Gesamtwertung gut im Rennen, Daniel Tschofenig folgt als Sechster, Stephan Embacher auf Rang acht, Stefan Kraft und Manuel Fettner nur knapp dahinter.

Kaum vorstellbar, dass es einmal eine Zeit gab, in der vor allem Norweger und Deutsche die Siege unter sich ausmachten und Österreich noch keine Skisprung-Nation war – genauer gesagt, die Epoche vor der aktiven Karriere von Baldur Preiml. Heute vor einem Jahr ist der österreichische Skisprung-Revolutionär verstorben.

Als Aktiver gehörte der Kärntner in den sechziger Jahren zur Weltspitze, holte 1968 bei Olympia Bronze auf der Normalschanze hinter dem Tschechoslowaken Jiri Raska und Landsmann Reinhold Bachler.

Prägenden Einfluss übte Preiml nach seinem Rücktritt als Trainer aus: Wegen seiner innovativen Ideen und großer Akribie gilt Preiml als der Vater des österreichischen Aufstiegs zur Skisprung-Nation Nummer 1.

Unter Preiml ging es mit Österreich bergauf

Preiml tüftelte intensiv an Material (Skier, luftundurchlässige Sprunganzüge, Ausrüstung) und Trainingsmethodik inklusive Ernährung und Mentalcoaching – er studierte dabei auch genau die bis dahin in der Sportart dominierende DDR.

Der vielseitig interessierte Preiml legte bei seinen Schützlingen auch Wert auf Bildung: Auf seinem Skigymnasium in Stams, wo er zeitweise parallel zu seiner Bundestrainer-Tätigkeit lehrte, unterrichtete er sie auch in Geschichte.

Die revolutionären Ansätze Preiml verhalfen einer ganzen Generation österreichischer Springer zum Durchbruch in die Weltspitze, allen voran Toni Innauer, dem Olympiasieger von Lake Placid 1980.

Preiml führte 1975 auch Willi Pürstl zum ersten österreichischen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee seit 22 Jahren – Edi Federer und Karl Schnabl vollendeten den Dreifach-Triumph.

„Er hat die Sportart revolutioniert“

Nach seiner Zeit als Trainer blieb Preiml als Redner und Aktivist für Bewegung und Ernährung gefragt, zwischen 1987 und 1991 leitete er auch die Sportabteilung im österreichischen Bildungsministerium. 1996 erhielt er das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich, die höchste Ehrung im Lande.

„Mit Baldur Preiml verliert der Österreichische Skiverband nicht nur einen herausragenden Trainer seiner Zeit, sondern die gesamte Skisprung-Familie einen jahrzehntelangen Freund, der diese Sportart revolutioniert hat“, schrieb der ÖSV in einem Nachruf auf Preiml.

Am Montag, dem 27. Januar 2025, verstarb Baldur Preiml in Spittal an der Drau im Alter von 85 Jahren.