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Skispringen: Nächste Blamage für Geiger

Nächste Blamage für Geiger

Beim „Super Team“ in Zakopane läuft es für das deutsche Duo sehr mittelmäßig. Pius Paschke und Karl Geiger schaffen es nur mit Mühe ins Finale. In diesem gibt es zumindest einen Hoffnungsschimmer
Bei Karl Geiger geht derzeit wenig
Bei Karl Geiger geht derzeit wenig
© IMAGO/SID/Kai Taller
Beim „Super Team“ in Zakopane läuft es für das deutsche Duo sehr mittelmäßig. Pius Paschke und Karl Geiger schaffen es nur mit Mühe ins Finale. In diesem gibt es zumindest einen Hoffnungsschimmer

Ohne ihre Topathleten Felix Hoffmann und Philipp Raimund sind die deutschen Skispringer beim Weltcup im polnischen Zakopane weit hinterhergeflogen. Im olympischen „Super-Team“-Wettbewerb kamen Karl Geiger und Pius Paschke vier Tage nach dem Ende der für sie unbefriedigenden Vierschanzentournee nicht über Platz sechs hinaus - schlechter als Platz vier war ein DSV-Duo zuvor nie in dieser Disziplin.

Der frühere Skiflug-Weltmeister Geiger (120,5+123,0+130,0) und der sechsmalige Weltcup-Sieger Paschke (127,5+122,0+128,5) sprangen von Beginn an hinterher und schafften es nur mit Mühe in den dritten Durchgang der besten acht Teams. Dort ging es mit mehr Anlauf immerhin noch zwei Plätze nach vorne.

Horngacher sieht Lichtblick: „Letzter Sprung von Geiger gibt Hoffnung“

Bundestrainer Stefan Horngacher sah im dritten Sprung von Geiger auf 130 Meter einen Lichtblick. „Der letzte Sprung von Geiger gibt Hoffnung. Der war gut, nach langer Zeit“, erklärte er im Interview mit der ARD. Tatsächlich war in seiner Gruppe im finalen Sprung nur Jan Hörl besser.

Ansonsten konnte Horngacher mit der durchwachsenen Performance seiner Adler nicht wirklich zufrieden sein. „Es ist nicht so gelungen, wie wir uns das vorgestellt haben. Das werden wir jetzt noch analysieren“, kündigte er an. Immerhin sei aber „die große Anspannung der Vierschanzentournee weg“, was die Arbeit erleichtere.

ARD-Experte Sven Hannawald äußerte derweil Zweifel am Fortschritt im deutschen Lager. „Man hat die Hoffnung, dass sie was finden, aber die Chance, dass sie was finden, keine Ahnung. Ich werde mal schauen, ob ich im Schnee was finde, aber es ist wirklich eine schwierige Zeit“, führte er vor dem Final-Durchgang aus, der dann tatsächlich etwas besser lief.

Österreich distanziert die Konkurrenz

Ganz vorn setzten sich die Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher mit 805,9 Punkten vor Slowenien (758,3) durch, das den frischgebackenen Vierschanzentournee-Sieger Domen Prevc schonte und stattdessen Anze Lanisek sowie nach abgelaufener Sperre den bei der Tournee zweimal wegen irregulärer Anzüge disqualifizierten Timi Zajc aufbot. Platz drei ging an die Polen Kacper Tomasiak und Dawid Kubacki (741,8).

Geiger/Paschke (688,7) lagen umgerechnet 65 Meter hinter Österreich zurück, sortierten sich deutlich hinter der Schweiz (729,5) und knapp vor der Ukraine (686,1) ein.

Deutschland nur zu dritt in Zakopane: Wellinger im Einzel-Wettbewerb dabei

Bundestrainer Stefan Horngacher hatte nur ein Mini-Team mit nach Zakopane genommen, wo am Sonntag (16.00 Uhr/ARD und Eurosport) noch ein Einzelspringen ansteht. Dort wird auch Andreas Wellinger zum Einsatz kommen, der nach soliden Trainingssprüngen in der Qualifikation hinter Paschke und Geiger platziert war und folgerichtig beim Super Team die Zuschauer-Rolle inne hatte.

Hoffmann (Knie) und Raimund (Erkältung) hatten gesundheitlich angeschlagen auf einen Start verzichtet. „Das Knie von Felix Hoffmann muss behandelt werden, er ist in Reha, dem Philipp Raimund geht es besser, aber er muss sich schonen“, gab Horngacher ein kurzes Update. Ob beide am kommenden Wochenende in Sapporo an den Start gehen können, bleibt ungewiss.