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Vierschanzentournee: Von Bambi zu Mr. Schanzenrekord - er lässt aufhorchen

Ein neuer Skisprung-Star

Stephan Embacher sorgt bei der Vierschanzentournee für Aufsehen. Mit einem historischen Schanzenrekord in Garmisch-Partenkirchen rückt der junge Österreicher noch mehr in den Fokus – unterstützt wird er auf seinem Weg von einem großen Namen.
Stephan Embacher sorgt bei der Vierschanzentournee für Furore
Stephan Embacher sorgt bei der Vierschanzentournee für Furore
© IMAGO/Beautiful Sports International
Stephan Embacher sorgt bei der Vierschanzentournee für Aufsehen. Mit einem historischen Schanzenrekord in Garmisch-Partenkirchen rückt der junge Österreicher noch mehr in den Fokus – unterstützt wird er auf seinem Weg von einem großen Namen.

Mitten in der Hochphase der Vierschanzentournee schiebt sich ein Name in den Vordergrund, den viele außerhalb Österreichs noch kaum auf dem Zettel hatten. Stephan Embacher springt nicht nur konstant, sondern teilweise auch schon weiter als alle anderen.

So setzte der Österreicher beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen ein Ausrufezeichen. In der Qualifikation segelte Embacher mit 145,5 Metern auf eine Weite, die es in der Geschichte der Tournee noch nicht gegeben hatte – ein Rekordsprung, der auch seine Kollegen staunen lässt.

„Hut ab! Er hat jetzt einen neuen Spitznamen, von ‚Bambi‘ zu ‚Mr. Schanzenrekord‘“, sagte der einstige Tournee-Sieger (2014/2015) Stefan Kraft. Der Spitzname Bambi hat laut Embacher dabei keine tiefere Bedeutung und bezieht sich lediglich darauf, dass er der Jüngste im Team ist.

„Der Stephan ist ein brutaler Springer und da hat er wieder einen rausgehauen“, schwärmte auch Zimmerkollege Jonas Schuster. „Wieder“ trifft es gut, denn Embacher hatte bereits zuvor mit dem zweiten Platz in Falun sowie einem Schanzenrekord in Engelberg aufhorchen lassen.

Vom Ausnahmetalent zum Rekord-Springer

Embacher, der am 12. Januar 2006 in Hopfgarten im Brixental geboren wurde, gilt schon seit seiner Jugend als eines der größten Skisprung-Talente Österreichs.

Früh machte er im Nachwuchsbereich auf sich aufmerksam, sammelte Titel und Medaillen bei internationalen Junioren-Wettbewerben und arbeitete sich Schritt für Schritt nach oben. Sein Weltcup-Debüt feierte er bereits als 17-Jähriger, wenig später stand er sowohl im Team als auch im Einzel erstmals auf dem Podium.

Beim Sprung in die Weltspitze erhält Embacher danach Unterstützung von einer echten Skisprung-Legende, denn niemand Geringeres als Weltcup-Rekordsieger Gregor Schlierenzauer fungiert inzwischen als sein Mentor.

Werner Schuster, ehemaliger deutscher Cheftrainer und zwischenzeitlicher persönlicher Coach von Schlierenzauer, hatte den Kontakt nach Embachers Doppel-Gold beim Europäischen Olympischen Jugendfestival im Frühjahr 2023 hergestellt.

„Das hat mich voll überrascht, weil er immer mein Idol war. Beim Mittagessen mit ihm war ich fast nervöser als zum Beispiel beim Skifliegen“, sagt Embacher über das erste Treffen mit Schlierenzauer, mit dem er inzwischen befreundet ist: „Ich bin dankbar für alles, was er mir gibt und sagt.“

Embacher zieht „ohne Rücksicht auf Verluste“ durch

Auf der Schanze ist bei Embacher große Nervosität dagegen kaum zu sehen. Seine Sprünge zieht der Youngster auffallend abgeklärt durch - auch bei schlechten Bedingungen.

„Mein Sprung bleibt der gleiche, egal, wie die Bedingungen sind. Einfach ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen“, erklärt er selbst. Das bewies er auch bei seinem Rekordsprung eindrucksvoll.

Ein Rekord allein macht noch keinen Champion - doch Embacher zeigte im anschließenden Wettkampf, dass er nicht nur für einzelne Ausreißer gut ist. Dort sprang der 19-Jährige gar auf Rang 3 - diesen Platz belegt er aktuell auch in der Tournee-Gesamtwertung - und wiederholte ihn in der Qualifikation in Innsbruck.

Der Durchbruch ist damit geschafft, den Namen Stephan Embacher wird spätestens seit dieser Vierschanzentournee wohl so schnell keiner mehr vergessen.