Skispringen>

Skisprung-Legende Malysz staunt über junges Polen-Juwel

Ein Talent sorgt für Staunen

Skisprung-Legende Adam Malysz zeigt sich verblüfft über den rasanten Aufstieg von Kacper Tomasiak. Der 19-Jährige sorgt mit drei Olympia-Medaillen für Aufsehen. Seine außergewöhnliche Mentalität macht ihn besonders.
Das polnische Skisprung-Juwel Kacper Tomasiak sorgt für Staunen
Das polnische Skisprung-Juwel Kacper Tomasiak sorgt für Staunen
© IMAGO/GEPA pictures
Skisprung-Legende Adam Malysz zeigt sich verblüfft über den rasanten Aufstieg von Kacper Tomasiak. Der 19-Jährige sorgt mit drei Olympia-Medaillen für Aufsehen. Seine außergewöhnliche Mentalität macht ihn besonders.

Adam Malysz hat sich überrascht über den kometenhaften Aufstieg von Kacper Tomasiak gezeigt. Der frühere Skisprung-Star erklärte im Interview mit weszlo.com, dass selbst intern im polnischen Verband nicht mit einer derart dominanten Rolle des 19-Jährigen gerechnet worden sei.

„Wir wussten zwar, dass er in guter Form war, aber wir hatten definitiv nicht erwartet, dass er der Beste im Team sein würde. Und drei olympische Medaillen? Das überhaupt nicht“, sagte Malysz, Präsident des Skiverbands seines Landes, über den jungen Polen.

Tomasiak die Überraschung der Saison

Tomasiak war in der abgelaufenen Saison eine der größten Überraschungen im Skispringen. Der 19-Jährige feierte seinen Durchbruch auf der größten Bühne und überzeugte insbesondere bei den Olympischen Spielen.

Dort sicherte er sich gleich drei Medaillen: Silber auf der Normalschanze und im Super-Team sowie Bronze auf der Großschanze. Auch im Gesamtweltcup setzte er mit Rang 23 ein Ausrufezeichen – als bester polnischer Springer.

Legende Malysz schwärmt von Skisprung-Juwel

„Insgesamt ist er hochtalentiert: Er hat einen großartigen Absprung und kann fliegen. Er braucht noch Zeit auf den großen Schanzen, kleinere Schanzen bevorzugt er gerade wegen des Absprungs“, analysierte Malysz die sportlichen Fähigkeiten des Youngsters.

Vor allem technisch bringt Tomasiak bereits vieles mit, muss aber laut Einschätzung des Verbandes noch an Konstanz und Erfahrung auf größeren Anlagen arbeiten.

„Kacper ist ein ganz anderer Fall“

Besonders beeindruckt zeigt sich Malysz jedoch von der mentalen Stärke des 19-Jährigen. „Was seine Mentalität angeht, habe ich noch nie einen Athleten wie ihn getroffen. Er wirkt vor seinen Sprüngen wirklich überhaupt nicht nervös. Und seine Antworten: einfache Fragen, einfache Antworten. Er hat mir mal erzählt, dass er schon ein bisschen nervös sei, aber gleichzeitig störe es ihn überhaupt nicht, dass Weltcupsieger um ihn herum sind. Oder dass so viel von ihm erwartet wird, so viele Sprünge. Er macht es einfach“, staunte der Boss des polnischen Skiverbands.

Auch die schnelle Auffassungsgabe hob Malysz hervor. „Das ist sehr wertvoll, denn oft können Athleten bestimmte Anweisungen einfach nicht sofort befolgen. Gerade jüngere, die gerade erst anfangen, brauchen Zeit, um es zu verstehen. Kacper ist ein ganz anderer Fall“, sagte der 48-Jährige.

Nach dem Karriereende von Kamil Stoch dürfte Tomasiak künftig noch stärker in den Fokus rücken. Seine Leistungen und seine besondere Art könnten ihn schon bald zur neuen Leitfigur im polnischen Skispringen machen.