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Der verstorbene Kultstar war einst auch eine WWE-Attraktion

Der Kultstar, der Hogan zu WWE folgte

Der verstorbene Schauspieler Tommy "Tiny" Lister Jr. war viele Jahre lang ein markantes Hollywood-Gesicht - auch bei WWE war er einst eine Attraktion.
Tommy "Tiny" Lister Jr. im Jahr 2001
Tommy "Tiny" Lister Jr. im Jahr 2001
© IMAGO/Allstar
Der verstorbene Schauspieler Tommy "Tiny" Lister Jr. war viele Jahre lang ein markantes Hollywood-Gesicht - auch bei WWE war er einst eine Attraktion.

Er war weder der berühmteste noch der beste Rivale von Wrestling-Superstar Hulk Hogan. Aber die Geschichte, die ihn mit der Showkampf-Ikone verband, war einzigartig.

Thomas „Tiny“ Lister Jr. war als „Zeus“ nicht nur im Ring von WWE Gegenspieler des Hulksters, sondern auch und in erster Linie im Hollywood-Film „No Holds Barred“ („Hulk Hogan – Der Hammer“), das die frühere WWF Hogan auf dessen Karriere-Höhepunkt auf den Leib produziert hatte.

Als Promotion für den Film ließ der muskelbepackte Schauspieler sich 1989 für eine Reihe von Wrestling-Matches verpflichten, in der die Rivalität mit Hogan von der Leinwand in den Ring übertragen wurde.

Heute vor 37 Jahren stieg beim SummerSlam 1989 eines der Matches, das eine besondere Verbindung zwischen den beiden schuf. Als Lister am 10. Dezember 2020 mit nur 62 Jahren starb, war Hogan tief erschüttert.

„Zeus“ Tiny Lister Jr.: Attraktion in Hollywood und bei WWE

Der am 24. Juni 1958 in Pine Bluff im US-Bundesstaat Arkansas geborene Lister war auch aus zahlreichen anderen Filmen und Serien bekannt, vor allem auch durch seine Rolle als President Lindberg in „Das fünfte Element“. Zu seinem Wiedererkennungswert trug auch ein Geburtsfehler bei – wegen einer Netzhautablösung und -deformation war Lister auf dem rechten Auge blind.

Auf dem College war Lister nationaler Meister im Kugelstoßen – persönliche Bestweite: 19,58 Meter. Weil er jedoch keine Aussichten sah, mit diesem sportlichen Talent sein Auskommen zu sichern, ging er nach Hollywood, wo er 1987 unter anderem eine kleine Rolle an der Seite von Eddie Murphy in „Beverly Hills Cop II“ bekam.

Sein Auftritt als „Zeus“ in „No Holds Barred“, in dem Hogan mit seiner Rolle als Wrestler „Rip“ im Wesentlichen sich selbst spielte, war einer von Listers ersten größeren Parts und führte auch zu einem längeren WWF-Gastspiel.

Matches mit Hulk Hogan und „Macho Man“ Randy Savage

Lister bestritt als Zeus diverse Aufbaukämpfe und forderte Hogan heraus, auch unter Berufung darauf, dass er empört wäre, dass Hogan und nicht er Star und Sieger ihres Filmduells war.

Um Listers Mangel an Ringerfahrung zu kaschieren, wurden ihm in seinen Matches stets erfahrenere Partner zur Seite gestellt: Beim SummerSlam 1989 tat er sich mit Hogans damaligem Erzrivalen, dem 2011 verstorbenen „Macho Man“ Randy Savage, zusammen und verlor gegen Hogan und dessen Kumpel Brutus „The Barber“ Beefcake, bei den Survivor Series war er Teil der des „Million Dollar Team“ um den ebenso legendären „Million Dollar Man“ Ted DiBiase.

Als Höhepunkt gab es Ende 1989 ein Käfigmatch, bei dem Zeus und Savage erneut gegen Hogan und Beefcake antraten und verloren, der Kampf wurde als Pay Per View ausgestrahlt, zusammen mit dem Film.

Lister wurde dann auch von der puertoricanischen Liga WWC für weitere Showfights gebucht, unter anderem gegen den dort populären Abdullah The Butcher. 1996 ließ er seine Rivalität mit Hogan wiederaufleben: Als „Ze Gangsta“ war er bei der Liga WCW Teil der „Alliance To End Hulkamania“ um Ric Flair und eines großen Käfigmatches bei der Show Uncensored. Für den Kampf wurde auch ein weiterer mit dem Wrestling verbundener Hollywood-Schauspieler verpflichtet, der 1997 früh verstorbene Jeep Swenson, Darsteller des „Bane“ in „Batman & Robin“ mit George Clooney.

Rollen für Quentin Tarantino und in The Dark Knight

Lister hatte sich fest als Nebendarsteller in Hollywood etabliert, er spielte für Quentin Tarantino in „Jackie Brown“, mit Ice Cube und Chris Tucker in „Friday“, in zahlreichen Neunziger-Jahre-Serien wie „Renegade“, „Walker, Texas Ranger“ und „Der Prinz von Bel-Air“. Als Synchronsprecher lieh er dem Wüstenfuchs Finnick in der Originalversion von „Zoomania“ („Zootopia“) seine Stimme.

Neben dem Auftritt im fünften Element blieben vor allem ein kleiner, aber für das Leitmotiv des Films wesentlicher Auftritt im Blockbuster „The Dark Knight“ in Erinnerung.

In dem Batman-Film spielte Lister einen Häftling auf einem von zwei Booten, die Heath Ledgers Joker-Charakter in die Luft zu sprengen drohte – mit der diabolischen Einschränkung, dass er eines davon verschonen würde, sollten dessen Passagiere das jeweils andere Schiff selbst in die Luft sprengen. Lister spielte den Verbrecher, der den Detonator kommentarlos entsorgte, weil er im Zweifel lieber sterben als mit der Schuld wollte.

Tragisch aus dem Leben gerissen

Lister hatte in seinem letzten Lebensjahr mit diversen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen: Er erkrankte zweimal an Corona und musste nach der zweiten Infektion einen Filmdreh abbrechen.

Der beliebte Schauspieler, der als Diabetiker Risikopatient war, wurde am 10. Dezember 2020 leblos in seinem Haus aufgefunden. Als akute Todesursache wurden akute Beschwerden infolge von Bluthochdruck und einer Herzerkrankung festgestellt.

Lister hinterließ seine Ehefrau Felicia und eine gemeinsame Tochter.