Deutsche WWE-Sensation perfekt!
Von der Nebenfigur bei WWE zum maskierten Superstar in Mexiko: Marcel Barthel alias Ludwig Kaiser alias El Grande Americano erringt den wichtigsten Titel der Mittelamerika-Filiale AAA.
Von einer Nebenfigur bei WWE zum großen Publikumsliebling in der Wrestling-Hochburg Mexiko – und nun auch zum Champion: Der sensationelle und historische Aufstieg von Marcel Barthel alias Ludwig Kaiser alias El Grande Americano ist perfekt!
In der Nacht zum Montag gewann der maskierte Showkampf-Star aus Pinneberg den Hauptkampf der traditionsreichen Veranstaltung TripleMania 34 in Mexico City gegen WWE-Kollege Dominik Mysterio und ist neuer Mega Champion der Liga AAA, der WWE-Filiale in Mittelamerika.
Es ist der definitiv größte Coup, den je ein Deutscher auf der internationalen Wrestling-Bühne geschafft hat – unter Mithilfe der Ringikonen Rey Mysterio und The Undertaker.
Unverhoffte Popularität als El Grande Americano in Mexiko
Der 36 Jahre alte Barthel, früher bekannt als WWE-Kompagnon seines Weggefährten und guten Freundes Gunther aus Österreich, hat sich in den vergangenen beiden Jahren unverhofft zur populären Lucha-Libre-Attraktion gewandelt.
Der Sohn der verstorbenen deutschen Catch-Legende Axel Dieter übernahm im vergangenen Jahr die Rolle als Grande Americano, die durch eine Verletzung des ursprünglichen Darstellers Chad Gable frei geworden war – und ging voll in der neuen Charakter-Identität auf.
Das Engagement verhalf Barthel – zuletzt in den Negativschlagzeilen aufgrund polizeilicher Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Körperverletzung – zu einem unerwartet großen Beliebtheitsschub. Der Hype um den deutschen Luchador nahm weiter Fahrt auf nach der Rückkehr Gables, der als „Original Grande Americano“ eine große Fehde gegen den vermeintlichen Hochstapler begann.
Die vielbeachtete Rivalität gipfelte im Frühjahr in einem groß inszenierten „Mask vs. Match Match“ in Monterrey, das Barthel gewann und damit Gable gemäß der mexikanischen Tradition zwang, seine Identität preiszugeben.
Das herausragende Duell wurde von Fans und Experten weltweit als eines der besten Wrestling-Matches des Jahres gefeiert und festigte Barthels unverhofften Status als Topstar auf dem für WWE enorm lukrativen lateinamerikanischen Markt. Maßgeblichen Anteil an der Entwicklung hat auch WWE-Legende Mark Calaway alias The Undertaker, der bei AAA inzwischen der kreative Strippenzieher ist.
Rey Mysterio verhilft deutschem WWE-Star zum großen Sieg
In der Nacht zum Montag gipfelte Barthels unverhoffte Heldenreise nun, indem er erfolgreich nach dem wichtigsten Titel von AAA griff, der seit etwas mehr als einem Jahr von Rey Mysterios Sohn Dominik gehalten wurde.
In einem turbulenten Spektakel in der knapp über 20.000 Fans fassenden Arena CDMX gipfelte Americanos Rivalität mit „Dirty Dom“ auf ähnliche Weise wie die epische Fehde zwischen Cody Rhodes und Roman Reigns vor zweieinhalb Jahren bei WrestleMania.
Ähnlich wie damals Rhodes musste Americano die Eingriffe diverser Verbündeter seines Widersachers überstehen: Neben Promoter Dorian Roldan und 2,20-Meter-Riese Omos schalteten sich am Ende auch Dominiks WWE-Kollegen JD McDonagh und Liv Morgan von seinem Bündnis Judgment Day ein.
Morgan – die am Samstag bei einem WWE-Event in Chile überraschend ihren Damentitel an Lokalmatadorin Stephanie Vaquer verloren hatte – reichte ihrem Geliebten Mysterio am Ende seinen Titelgürtel, um Americano damit niederzustrecken.
Americano allerdings wich der unfairen Aktion aus, brachte seine eigene Spezialaktion, den Running Headbutt an – und bekam schließlich selbst Hilfe von einem rettenden Angel: Dominiks Vater Rey Mysterio eilte herbei, um den ausgeknockten Ringrichter zu ersetzen, Americanos Pinfall gegen seinen Sohn zu zählen und ihm den Gürtel zu überreichen.
Weitere News
Das zweitägige, landesübergreifende TripleMania-Spektakel (Teil 1 fand am Freitag in der Nähe von Las Vegas statt) endete mit einer großen Siegesfeier für Americano, für den eine Mariachi-Band spielte. Man darf gespannt sein, welche Ideen WWE für ihren deutschen Liebling in Mexiko noch in petto hat.