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Das abrupte Ende einer legendären WWE-Karriere

Das jähe Ende einer großen Karriere

Heute vor 33 Jahren bestritt der legendäre "Million Dollar Man" Ted DiBiase sein letztes WWE-Match - ehe seiner Karriere aufgrund einer Schock-Diagnose jäh endete.
WWE-Legende "The Million Dollar Man" Ted DiBiase im Jahr 1995
WWE-Legende "The Million Dollar Man" Ted DiBiase im Jahr 1995
© IMAGO / Newscom World
Heute vor 33 Jahren bestritt der legendäre "Million Dollar Man" Ted DiBiase sein letztes WWE-Match - ehe seiner Karriere aufgrund einer Schock-Diagnose jäh endete.

Seine unverkennbare Lache hat er noch so gut drauf wie eh und je, man hört es immer wieder, wenn er unter dem Jubel der Fans vor die WWE-Kamera tritt. Bis heute ist der er „Million Dollar Man“ Ted DiBiase für viele Fans die ultimative Verkörperung der guten, alten Zeit, eine ewige Kultfigur – so etwas wie der J.R. Ewing des Wrestling.

Heute vor 33 Jahren bestritt DiBiase sein letztes WWE-Match, ehe seine aktive Karriere ein abruptes und dramatisches Ende nahm.

WWE machte Ted DiBiase rätselhaftes Angebot

DiBiase, geboren am 18. Januar 1954 in Miami, folgte 1974 seiner Mutter Helen Nevins und seinem früh verstorbenen Adoptivvater „Iron“ Mike DiBiase in den Wrestling-Ring. Er erwarb sich dort vor allem durch seine Auftritte in der regionalen Liga Mid-South einen guten Ruf – bestritt dort große und vielgelobte Fehden mit seinen späteren WWE-Kollegen Junkyard Dog und „Hacksaw“ Jim Duggan. (Junkyard Dog: Das tragische Ende eines tief gefallenen Helden)

1987 zog DiBiase das Interesse der national expandierten WWE (damals: WWF) auf sich, die Promotion machte ihm das kuriose Angebot, dass er dort eine große, besondere Rolle bekommen würde – er aber erst unterschreiben müsste, um zu erfahren, was für eine.

Ein Hinweis, den er von Pat Patterson, der rechten Hand von Boss Vince McMahon bekommen haben soll: Der Charakter, den er bekommen würde, wäre der, den McMahon sich selber geben würde, wenn er ein Wrestler wäre.

DiBiase schlug ein – und der Million Dollar Man war geboren. Als arroganter, mit seinem Geld und seinem Luxusleben protzender Erzschurke startete DiBiase dann auch durch wie erhofft.

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Theme des Million Dollar Man ist legendär

Mit seiner technischen Stärke im Ring, vor allem aber wegen seines Looks, seiner charismatisch-fiesen Aura und seinem unverwechselbaren Theme („Everybody’s got a price“) wurde DiBiase zu einer der markantesten Charaktere seiner Zeit.

In der WWF bekam DiBiase ein großes Programm mit Megastar Hulk Hogan, dessen damaligen Rivalen Andre The Giant er „kaufte“ und auf skurrile Weise zum Gewinn von Hogans Titel verhalf – den er dann ihn weitergab: DiBiase hatte mit seinem Geld angeblich einen falschen Ringrichter angeheuert, den er mit einer Gesichts-OP zum betrügerischen Ebenbild von WWF-Referee Dave Hebner gemacht hätte. In Wahrheit war es Hebners Zwillingsbruder Earl, der Hogan aufs Kreuz legte.

DiBiases fauler Story-Coup wurde vom damals als WWF-Präsident auftretenden Jack Tunney unterbunden, der Titel für vakant erklärt. Und bei WrestleMania IV scheiterte DiBiase dann im Turnierfinale um den neu ausgefochtenen Gürtel an dem ebenso legendären „Macho Man“ Randy Savage.

Beim SummerSlam 1988 folgte dann ein großen Gigantentreffen, in dem die „Mega Powers“ Hogan und Savage die als „Mega Bucks“ auftretenden DiBiase und André schlugen – mit Hilfe von Savages tragisch früh verstorbener Frau Miss Elizabeth, die die Bucks mit einem Striptease ablenkte.

Zweite Karriere als Manager

Auch nach dem Ende seiner größten Fehde blieb DiBiase präsent, ließ sich einen eigenen, juwelenbesetzten „Million Dollar Belt“ kreieren, bestritt weitere Fehden mit Publikumslieblingen wie Jake „The Snake“ Robert und Dusty Rhodes.

In Erinnerung blieb auch sein Bruch mit seinem Lakai Virgil, der sich nach Jahren der Demütigungen 1991 schließlich gegen DiBiase wandte und ihn bekämpfte, seine Verbindung mit Managerinnen-Legende Sensational Sherri und sein Tag Team Money Inc., mit dem als bösen Steuerprüfer auftretenden Irwin R. Schyster – dem Vater von Bray Wyatt. (Das traurige Ende von WWE-Kultstar Virgil)

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Die aktive Karriere endete abrupt

Beim SummerSlam 1993 bestritt DiBiase sein letztes WWE-Match gegen Razor Ramon – inzwischen leider ebenso verstorben wie Virgil und Sherri. Danach verließ er die Liga aus familiären Gründen: Er hatte Eheprobleme und wollte sich mehr Zeit für die Familie nehmen.

Ein Karriere-Ende war zu diesem Zeitpunkt nicht geplant: DiBiase absolvierte noch ein Engagement bei der Japan-Liga AJPW, das dann aber jäh endete: DiBiase bemerkte Taubheitsgefühle in seinem Arm, wegen der er sich medizinisch untersuchen ließ. Es kam heraus, dass DiBiase sich durch die Belastungen im Ring einen gefährlichen Wirbelsäulenschaden zugezogen hatte.

Der damals 39-Jährige zog sich aus dem Ring zurück, um eine drohende Lähmung oder Schlimmeres zu verhindern. Die Langzeitfolgen der Karriere sind für den inzwischen 72-Jährigen dennoch spürbar: Im Jahr 2023 offenbarte er, an schweren Hirnschädigungen zu leiden.

Zweite Laufbahn als Manager

DiBiase kehrte bald nach seinem Karriere-Ende zur WWF zurück und bekam eine neue Rolle: Als Manager der „Million Dollar Corporation“ wurde er zum Widerpart für Publikumslieblinge wie den Undertaker und Lex Luger – und auch für NFL-Legende Lawrence Taylor, der im Hauptkampf von WrestleMania XI auf DiBiase-Schützling Bam Bam Bigelow traf (Der tragische Absturz des Bam Bam Bigelow).

1996 war DiBiase dann auch noch der erste Manager des damals neu verpflichteten „Million Dollar Champions“, dem späteren Megastar Stone Cold Steve Austin (anfangs: The Ringmaster).

Im selben Jahr wechselte er dann zum Rivalen WCW, wo er Manager der New World Order (nWo) um Hogan wurde – bald aber wieder ging, weil die ihm zugesicherte Rolle kleiner ausfiel als versprochen (Die Geschichte der nWo: Warum Hulk Hogan böse wurde – und was Plan B war).

Sohn Ted DiBiase Jr. bei WWE weniger erfolgreich

Ende der Neunziger zog DiBiase sich von der Bühne zurück, er hatte noch diverse Backstage-Engagements bei WWE, wo er 2010 in die Hall of Fame einzog und auch immer wieder Cameo-Auftritte absolviert.

Im Zentrum von DiBiases neuem Leben steht sein Glaube, er ist ein sehr aktiver christlicher Prediger, gründete auch eine eigene kleine Wrestlingliga, die seine religiösen Ideale vermittelte.

Alle drei Söhne DiBiases – Mike Jr., Ted Jr. und Brett – versuchten sich wie der berühmte Vater als Wrestler, alle mit weniger Erfolg, obwohl speziell Ted bei WWE hoch gehandelt und als Teil der Gruppierung Legacy mit Randy Orton und Cody Rhodes auch groß präsentiert worden war. Letztlich aber schaffte aber auch er nicht den Durchbruch und verließ WWE 2013.

Skandal brachte Familie in Verruf

Im Jahr 2020 kam ein Skandal ans Licht, bei dem die DiBiase-Familie im Zentrum stand: Sie wurde beschuldigt, unter den Nutznießern des großen Skandals um die Zweckentfremdung staatlicher Gelder im US-Bundesstaat Mississippi gewesen zu sein. Der Vorwurf einer Verwicklung in das Netzwerk von Geschäftemachern, die sich mit für die Armenhilfe bestimmten Millionen privat bereichert haben sollen, hatte unter anderem auch NFL-Legende Brett Favre in Verruf gebracht.

Brett DiBiase hatte eine Führungsposition im Sozialministerium und hat sich schuldig bekannt, betrügerische Angaben gemacht zu haben. Ein Teil der abgezweigten Gelder ging auch in die Kirchengemeinde des prominenten Vaters.

DiBiase Sr. wurde in einem Zivilprozess verdonnert, über 700.000 Dollar an den Staat zurückzuzahlen, beharrte aber auf seiner Unschuld. Er sieht seine Familie als Opfer übereifriger Ermittler, die sich auf ihre Kosten einen Namen machen wollten: „Wenn ich keinen berühmten Namen hätte, hätten sie sich nicht mit mir beschäftigt“, sagte er in einem Interview.

DiBiases Sohn Ted Jr. wurde in einem in seiner Heimatregion vielbeachteten Verfahren der Prozess gemacht. Ihm wurden sechs Fälle von Überweisungsbetrug, Beteiligung an einer betrügerischen Verschwörung, vier Fälle von Geldwäsche, zwei Fälle von Diebstahl staatlicher Gelder vorgeworfen. Ted DiBiase Jr. drohte eine lebenslange Haftstrafe – er wurde aber letztlich freigesprochen.