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Gian Franco Kasper glaubt nicht an den Klimawandel
Gian Franco Kasper glaubt nicht an den Klimawandel © Getty Images
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FIS-Präsident Gian Franco Kasper würde die Olympischen Winterspiele aus geschäftlicher Sicht nur noch in Diktaturen vergeben. Am Klimawandel hat er große Zweifel.

FIS-Präsident Gian Franco Kasper hat mit skandalösen Aussagen Zweifel am Klimawandel geweckt.

Trotz des wissenschaftlich erwiesenen Temperaturanstiegs innerhalb der letzten 100 Jahre glaubt der 75-Jährige nicht an einen Klimawandel. "Es gibt keinen Beweis dafür. Wir haben Schnee, zum Teil sehr viel", erklärte der Präsident des Internationalen Skiverbandes im Schweizer Tagesanzeiger. "Ich war an Olympia in Pyeongchang, zu Beginn war es minus 35 Grad. Jedem, der schlotternd auf mich zukam, sagte ich: Welcome to the global warming."

Der Schweizer Kasper führt den internationalen Skiverband bereits seit 1998 an. Aktuelle Diskussionen über Umweltverschmutzung durch Wasserverschwendung für Kunstschnee nimmt er nicht ernst. "Bezüglich Wasserverschwendung: Spritzen Sie den Garten, ist das Wasser auch nicht ein für alle Mal weg. Solche Sachen sollen gegen den Skisport sprechen."

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"Ich will nur noch in Diktaturen gehen"

Als FIS-Präsident muss sich Kasper auch mit der Vergabe der Olympischen Spiele beschäftigen. Die Winterspiele stiegen zuletzt in Sotschi (Russland) und Pyeongchang (Südkorea), 2022 geht es ins chinesische Peking. Vor allem im traditionellen Europa gibt es wegen Problemen mit dem Umweltschutz und den gigantischen Kosten große Vorbehalte gegen eine Austragung Olympias.

Für Kasper ist Europa schlicht zu vernünftig. "Diktaturen können solche Veranstaltungen mit links durchführen, die müssen nicht das Volk befragen." Wo die Wettkämpfe stattfinden, ist für Kasper nur "sekundär. Es ist nun einmal so, dass es für uns in Diktaturen einfacher ist. Vom Geschäftlichen her sage ich: Ich will nur noch in Diktaturen gehen, ich will mich nicht mit Umweltschützern herumstreiten."

Absage an Katar

Allerdings seien Olympische Winterspiele beispielsweise in Katar für Kasper nicht darstellbar. "Ich will nicht in ein Land gehen, dort in den Skisport investieren, während die Bevölkerung verhungert, da ziehe ich die rote Linie. Wenn sich Katar morgen meldet für Olympische Spiele, dann bin ich dagegen."

Die Absage an den Gastgeber der Fußball-WM 2022 sei aber nicht politisch motiviert, viel mehr gebe es in Katar "schlicht zu viel Sand auf dem Schnee."

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