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Russland ist seit Jahren wegen Dopings in der Kritik
Die RUSADA war bereits von 2015 bis 2018 von der WADA ausgeschlossen © Getty Images
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Russland soll für mehrere Jahre von sportlichen Wettbewerben aufgrund von manipulierten Daten ausgeschlossen werden. Auch die EM-Teilnahme ist unsicher.

Aus für Olympia 2020, keine Teilnahme an den Winterspielen 2022 - und selbst die Partien bei der Fußball-EM im kommenden Jahr könnten platzen: Russlands Sport steht in der Doping-Affäre um manipulierte Daten vor einer historisch drastischen Strafe.

Das zuständige Gremium der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA empfahl am Montag einen Komplettausschluss Russlands für vier Jahre - das 26-seitige Schreiben der Compliance Review Committees (CRC) birgt jede Menge Sprengstoff.  

Angesichts der in den Augen der Prüfer "extrem ernsten" Verfehlungen im Fall um gefälschte, gelöschte und frisierte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA, die nun wieder suspendiert werden soll, bieten sich laut CRC nur härteste Sanktionen an. Diese veröffentlichte die WADA am Montagabend. 

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So dürfte Russland für vier Jahre an keinen sportlichen Wettbewerben teilnehmen, kein sportliches Großereignis ausrichten, russische Offizielle wären für den gleichen Zeitraum von allen großen Wettkämpfen wie Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Einzelsportler dürften nur nach eingehender Prüfung als neutrale Athleten starten.  

"Wir stürzen in eine neue Phase von Russlands Dopingkrise", sagte RUSADA-Chef Juri Ganus der französischen Nachrichtenagentur AFP: "Das ist die Realität."

Strafmaß-Entscheidung im Dezember

Eine endgültige Entscheidung über das Strafmaß fällt das WADA-Exekutivkomitee am 9. Dezember in Paris. Der Vorsitzende des CRC, Jonathan Taylor, hatte in der ARD bereits erklärt, er erwarte, dass das Exekutivkomitee die Vorschläge seines Gremiums "befürworten" werde.

Damit könnte Russland nicht an den Olympischen und Paralympischen Spielen in Tokio 2020 (Sommer) und Peking 2022 (Winter) teilnehmen, darüber hinaus müsste den Russen die Austragung von Spielen bei der Fußball-EM 2020 entzogen werden. St. Petersburg ist einer der Spielorte des paneuropäischen Turniers. Auch für die qualifizierte russische Nationalmannschaft wäre eine Teilnahme nicht möglich, wenn die Empfehlung der WADA konsequent durchgesetzt wird.

Für die Wiederaufnahme der RUSADA setzte das CRC hohe Hürden an. 

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Daten aus Moskauer Kontrolllabor nicht "authentisch"

Hintergrund ist die Affäre um mutmaßlich manipulierte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor. Mit diesen sollen das genaue Ausmaß des systematischen Dopings in Russland belegt und individuelle Strafen für Athleten möglich werden.

Wie die WADA am Montag in Bezugnahme auf das CRC darlegte, seien die Daten "weder vollständig noch authentisch" gewesen. 

Hunderte von auffälligen Testbefunden seien ebenso entfernt worden wie eine Vielzahl von pdf-Dateien. Manche Daten sollen erst Ende 2018 entfernt worden sein - kurz vor der geforderten Übergabe der Daten an die WADA.      

RUSADA-Ausschluss bereits von 2015 bis 2018 

Ende November 2017 hatte die WADA durch einen Whistleblower eine Kopie des Labor-Informations- und Management-Systems (LIMS) erhalten. Bei Vergleichen mit den Anfang 2019 übergebenen Originaldateien fielen die Unregelmäßigkeiten auf. Die WADA leitete daraufhin Mitte September ein Verfahren gegen die RUSADA ein. 

Die RUSADA war bereits von 2015 bis 2018 von der WADA ausgeschlossen. Die Wiederaufnahme hatte damals viel Kritik ausgelöst, da Russland zwei grundlegende Forderungen nicht erfüllte - unter anderem die Übergabe der Labordaten, diese bekam die WADA erst Anfang Januar 2019.

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