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Menschen mit Behinderungen treiben immer weniger Sport
Menschen mit Behinderungen treiben immer weniger Sport © FIRO/FIRO/SID
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Der neueste Teilhabebericht der Bundesregierung zeigt eine negative Entwicklung der sportlichen Aktivitäten von Menschen mit Behinderungen auf.

Frankfurt am Main (SID) - Der neueste Teilhabebericht der Bundesregierung zeigt eine negative Entwicklung der sportlichen Aktivitäten von Menschen mit Behinderungen auf. Demnach trieben im Jahr 2017 55 Prozent der Deutschen mit Beeinträchtigung keinen Sport, das sind sogar nochmal neun Prozent mehr als bei der vorherigen Erhebung. "Diese Zahlen geben Anlass zur Sorge ? und zum Handeln", sagte Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS).

Die Gründe für diesen unbefriedigenden Zustand sieht der DBS vor allem in der fehlenden Barrierefreiheit von Sportstätten und einem mangelnden Sportangebot für Menschen mit Behinderung besonders im ländlichen Raum. "Wir wünschen uns Mut und Offenheit statt Berührungsängste und Skepsis", führte der 74-jährige Beucher aus: "Wir müssen endlich die Barrieren abbauen ? in den Sportstätten und auch immer noch in den Köpfen."

Der DBS versuche die Probleme bereits mit verschiedenen Projekten anzugehen und werde dies auch weiter tun. "Wir wollen, dass mehr Menschen mit Behinderung aktiv und in Bewegung sind. Sport erhöht die Lebensqualität und fördert auch die Mobilität im Alltag", so Beucher. 

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Es sei zu befürchten, dass die Zahlen aufgrund der Coronakrise bei der nächsten Erhebung sogar noch schlechter seien. Denn schließlich leide der Behindertensport "überproportional" an den Folgen der Pandemie, erklärte Beucher. Deshalb sei es umso wichtiger, "dass Sportangebote für Menschen mit Behinderung nicht nur erhalten, sondern auch ausgebaut werden".

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