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Zehn Millionen Dollar und ein Armband: Hossein Ensan präsentiert seinen Gewinn bei der WSOP
Zehn Millionen Dollar und ein Armband: Hossein Ensan präsentiert seinen Gewinn bei der WSOP © dpa Picture-Alliance
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München und Las Vegas - Für Hossein Ensan wird ein Märchen wahr: Er gewinnt in Las Vegas als zweiter Deutscher die Poker-WM und darf sich über ein fürstliches Preisgeld freuen.

Deutschland hat wieder einen Poker-Weltmeister!

Acht Jahre nach Pius Heinz gewann Hossein Ensan in der Nacht auf Mittwoch das Main Event der World Series of Poker (WSOP).

Neben dem begehrten goldenen Bracelet kassierte der 55-Jährige für seinen Sieg in der Spielermetropole Las Vegas die sagenhafte Siegprämie von zehn Millionen US-Dollar - dies ist die zweitgrößte Summe, die je ein Main-Event-Sieger in der Geschichte der WSOP erhalten hat.

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"Es ist unglaublich, ich kann diesen Moment noch nicht begreifen", jubelte Ensan nach seinem großen Triumph und kündigte vollkommen überwältigt und noch etwas ungläubig an: "Ich muss erst mal schlafen gehen, wieder aufwachen, und vielleicht weiß ich dann, dass ich das Armband besitze."

"Vielleicht", mutmaßte Ensan, "ist es auch ein Traum, ich weiß es gerade wirklich nicht."

Es war jedoch kein Traum, er hatte sich tatsächlich als Bester der insgesamt 8569 Entries durchgesetzt, die in diesem Jahr bei dem Mega-Event für einen Gesamtpreispool von über 80,5 Millionen Dollar gesorgt hatten.

Heinz war für seinen Sieg 2011 mit etwas über 8,7 Millionen Dollar belohnt worden.

Pius Heinz hatte sich 2011 bei der WSOP zum Poker-Weltmeister gekürt
Pius Heinz hatte sich 2011 bei der WSOP zum Poker-Weltmeister gekürt © Imago

Ensan verteidigt Führung über drei Tage

Der seit 1990 in Münster lebende Ensan ging bereits als klarer Chipleader an den neunköpfigen Final Table. Nach dem ersten Finaltag schien mit dem US-Amerikaner Garry Gates ein ernstzunehmender Konkurrent auf den Sieg heranzuwachsen. Dieser musste jedoch am zweiten Finaltag seine Titelträume begraben und schied als Vierter aus. 

Ensan hatte vor dem Entscheidungstag beinahe zwei Drittel aller Chips vor sich liegen. Die Favoritenrolle untermauerte er dann gegen seine Kontrahenten Alex Livingston (Kanada) und Dario Sammartino (Italien) eindrucksvoll. Gegen Letzteren setzte er sich im finalen Duell dann letztlich durch. Ein Paar Könige sicherte ihm den Sieg.

Hossein Ensan wurde bei der WSOP als zweiter Deutscher Poker-Weltmeister
Hossein Ensan wurde bei der WSOP als zweiter Deutscher Poker-Weltmeister © dpa Picture-Alliance

"Er ist ein wirklich guter Typ. Ich habe ihn vor langer Zeit kennengelernt, wir sind Freunde und ich mag ihn wirklich gern, deshalb freu ich mich für ihn", meinte Sammartino, wenngleich er gestand: "Natürlich wollte ich gewinnen, aber er hat es geschafft: Bravo!"

Der am 22. Mai 1964 im Iran geborene Ensan war bereits vor der diesjährigen WSOP in der Pokerszene alles andere als ein Unbekannter. Seit 2013 nimmt der Vater einer Tochter regelmäßig an großen Turnieren teil.

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