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Bei der EPT in Prag wird ein weiterer Platinum Pass zur PSPC 2020 ausgespielt. Vier Deutsche haben diesen bereits gewonnen. SPORT1 stellt sie vor.

Auf der European Poker Tour steht das nächste Highlight unmittelbar bevor.

Im winterlichen Prag steigt vom 6. bis 17. Dezember der vierte und zugleich letzte Stopp der diesjährigen Tour. Insgesamt 46 Events stehen auf dem Turnierplan.

Neben dem Main Event (11. bis 17. Dezember/Buy-In 5.300 Euro) stehen auch zahlreiche High-Roller-Turniere (Super High Roller vom 9. bis 11. Dezember/Buy-In 50.000 Euro; High Roller vom 15. bis 17. Dezember/ Buy-In 10.300 Euro) an. Dies wird viele der besten Pokerspieler der Welt mit Sicherheit in die tschechische Metropole locken.

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Am 15. Dezember findet zudem ein spezieller Event statt: In einem 6-Max Sit & Go spielen sechs Deutsche um einen Platinum Pass für die PSPC 2020 in Barcelona (20. bis 24. August).

Auf PokerStars.de hatte online Jedermann die Chance durch das Abschließen von bis zu sechs Challenges sich Tickets für die am 9. und 10. November stattfindenden "Chase your Dream Freerolls" zu sichern.

Die sechs Gewinner der "Chase your Dream Freerolls" fahren nun vom 14. bis 16. Dezember nach Prag, treffen vor Ort Team PokerStars-Pro und Twitch-Streamer Felix "xflixx" Schneiders zu einem "Meet and Greet" und können sich dann einen großen Traum erfüllen: Das Ticket zur PSPC 2020.

Vier deutsche Pokerspieler haben bereits einen Platinum Pass für die PSPC 2020 gewonnen. SPORT1 hat mit ihnen gesprochen und stellt sie vor.

Christoph Walkenhorst (Bielefeld, 35 Jahre, Sozialpädagoge)

Christoph Walkenhorst hat bereits gute Erfahrungen in Barcelona gemacht. 

Als einer von fünf  Gewinnern der "Chase Your Dream – Play Against Your Heroes"-Promotion von PokerStars durfte er im vergangenen August im Rahmen der EPT bei einem Celebrity-Turnier unter anderem gegen Fußballstar Gerard Piqué vom FC Barcelona, UFC-Ansager Bruce Buffer und WSOP Main Event Champion Chris Moneymaker um ein Preisgeld von 10.000 Dollar spielen.

Sein Weg zu diesem Event war kurios: Nachdem er online die Freerolls zur Promotion gespielt und diese auf Platz 15 beendet hatte, bekam er die Chance sich per Videobotschaft für das Einladungsturnier zu bewerben. "Ich habe mir meinem kleinen Sohn umgeschnallt, bin mit ihm durch den Wald gelaufen, habe mich für die Einladung bedankt und dann gesagt, dass ich wegen der Familie und anderen Terminen keine Zeit habe an dem Event teilzunehmen", erklärte der zweifache Familienvater.

Die Verantwortlichen fanden das Video sehr kreativ. Einige Tage später erhielt Walkenhorst einen Anruf mit der freudigen Nachricht, dass er in Barcelona dabei ist. Das Turnier verlief dann nicht nach seinen Wünschen - er schied schnell aus. Als dann auch noch angekündigt wurde, dass die beiden Finalisten um einen Platinum Pass zur PSPC 2020 spielen werden, war seine Enttäuschung umso größer. 

Diese sollte dann aber schnell großer Freude weichen. "Nach dem Heads-Up wurden alle auf die Bühne gerufen. Dann wurde verkündet, dass es für die vorher Ausgeschiedenen einen Trostpreis gibt, einen Platinum Pass. Wir sind alle ausgeflippt", sagte Walkenhorst. 

Mit dem Pokerspielen begann er vor 15 Jahren. Anfangs informierte er sich anhand von TV-Übertragungen auf DSF (jetzt SPORT1) über das Spiel, zockte dann mit Freunden in privater Runde. Als sich diese aufgelöst hatte, suchte er sich eine neue. 

Jetzt spielt er einmal in der Woche bei einem Homegame und auch gerne und viel online. Sein bisher größter Gewinn waren 250 Euro, gewonnen bei einem Pokerturnier auf einer Kreuzfahrt. 

Um bei der PSPC 2020 gut abzuschneiden, wird er seine Spielgewohnheiten in den nächsten Monaten ändern: "Ich werde das Casino in der Nähe öfter frequentieren. Ich muss so viel Live-Erfahrung wie möglich sammeln", sagte Walkenhorst.

Auch an seiner Körpersprache will er arbeiten und sich von anderen erklären lassen, welche - schlechten - Angewohnheiten man  an ihm sieht. "Ich fand bei den Profis bisher immer albern, dass sie mit Sonnenbrille, Schal oder Hoody spielen. Das ist jetzt für mich aber eine Option. Man muss so wenig wie möglich von sich preisgeben. Momentan bin ich für die Profis noch ein offenes Buch", weiß Walkenhorst. 

Ein Minimalziel für die PSPC 2020 hat er schon definiert: Ins Geld kommen. "Ich habe keinen Druck. Das schlimmste was mir passieren kann, ist ein bezahlter Urlaub in Barcelona mit sechs Übernachtungen in einem 5-Sterne-Hotel plus Handgeld. Wenn ich nach einer halben Stunde ausscheide, geht es eben an den Strand", geht er die hohe Aufgabe realistisch an.

Lieber wäre es ihm aber "mit Rückenschmerzen aus dem Casino zu gehen, weil ich einige Tage über zehn Stunden Poker gespielt habe." Dann hätte sich auch sein großer Traum von einem großen Gewinn erfüllt. Wie er diesen anlegen wird, weiß Walkenhorst bereits: "Wir wohnen momentan zur Miete, wollen aber mal was eigenes haben. Vielleicht kann ich den Preis dafür nächstes Jahr Cash auf den Tisch legen."

Die Highlights der PokerStars Caribbean Adventure 2018 und weiter Poker-Videos sehen Sie in unserer Online-Mediathek

Steve Zander (36 Jahre, Aguilas)

Steve Zander hat bei der PSPC 2020 in Barcelona ein kleines Heimspiel. Der gelernte Industriemechaniker lebt seit 2009 mit seiner Frau 700 Kilometer von Barcelona entfernt, in Aguilas im Süden Spaniens. Dort kümmert er sich beruflich um Häuser, Gärten und Pools von anderen deutschen Auswanderern. 

Der 36-Jährige fand seinen Platinum Pass nur einen Tag nach der Bekanntgabe von PokerStars, dass die PSPC im kommenden Jahr in Barcelona stattfinden wird, in einer Stars Rewards-Truhe. 

"Ich habe an diesem Tag Cashgame gespielt. Dann kam die Challenge 'Gewinne eine Hand mit Ass-5'. Das habe ich geschafft, etwas später dann die Truhe aufgemacht und so den Platinum Pass gewonnen. Ich habe das zuerst nicht realisiert, es weggedrückt ohne groß Beachtung zu schenken", erklärte Zander. 

Auch nachdem er in seinem Turnierticket von den Gewinn des Platinum Pass gelesen hatte, konnte er noch nicht daran glauben. Das machte er erst nach der Bestätigungsmail von PokerStars. "Ich musste mir dann Tränen verdrücken. Das ist das größte, was man momentan gewinnen kann", beschrieb er seine ersten Gefühle.

Zander spielt seit 2010 Poker. Erst im Kreise von Freunden und Bekannten, jetzt spielt er hauptsächlich Online-Cashgames und gelegentlich auch Online-Turniere oder Live-Turniere im nächstgelegenen Casino.

Zur Vorbereitung auf die PSPC 2020 wird er sich nun auf Live-Turniere konzentrieren. "Von der Theorie her bin ich fit. Am Tisch zu spielen ist es etwas ganz anderes. Man darf dort nicht zu viel von sich preisgeben", sagte Zander, der seit 2018 mit einem Pokercoach zusammenarbeitet.

Hilfestellung erhofft er sich auch von Poker-Stars-Coach Felix "xflixx" Schneiders, dessen Community er schon lange angehört: "Ich habe mit ihm gesprochen. Er wird wieder ein Training mit den deutschsprachigen Teilnehmern machen. Das bringt sicher viel."

In Barcelona will er nächsten August auf jeden Fall ins Geld kommen - das ist sein großes Ziel. Im Vordergrund soll aber die Reise stehen. 

Gideon Dietrich (25 Jahre, Elektroniker für Verfahrenstechnik, Meerbusch)

Um sich letztendlich den begehrten Platinum Pass zu sichern, musste Gideon Dietrich lange am eigenen PC sitzen. 

Der 25-Jährige versuchte es über den sogenannten "Megapath". Nachdem er bei seinem zweiten Versuch ein Turnier mit einem Buy-in von zwei Dollar gewonnen hatte, löste er mit einem darauffolgenden Sieg bei einem 50-Dollar-Turnier das 1000-Dollar-Ticket für das finale Platinum-Pass-Turnier. Dort bewies er dann Beharrlichkeit und Nervenstärke. 

Nachdem er beim ersten Versuch im Heads-Up Simon Gilles unterlegen war, kam er bei den nächsten beiden Turnieren erneut unter die besten Acht, was jeweils gleichbedeutend mit einer erneuten Chance bei einem folgenden Turnier war. Im vierten Versuch lief für Dietrich dann alles optimal - er gewann und sicherte sich das Ticket zur PSPC.

"Ich war froh als ich es geschafft hatte. Ich habe erst später realisiert, dass ich gewonnen habe. Das war ein schönes Gefühl", sagte Dietrich.

Umso bemerkenswerter ist seine Qualifikation zur PSPC 2020, wenn sich seine Poker-Vergangenheit ansieht - spielt er doch erst seit drei Jahren Poker. 

Gemeinsam mit Freunden baute er einen gekauften Pokertisch mit LED-Anzeigen für die gemeinsamen Runden um. Seine Begeisterung für Poker war geweckt, ein halbes Jahr später meldete er sich bei PokerStars an. Vor etwa 1,5 Jahren stieß er dort dann auf die Videos von Coach Felix Schneiders. "Alleine dadurch bin ich besser geworden", erklärte Dietrich. 

Und wie sieht jetzt seine Vorbereitung auf den großen Event in Barcelona aus? "Ich habe noch nie ein Live-Turnier gespielt. Ich werde auf jeden Fall ein paar Mal ins Casino nach Aachen fahren, um zu lernen, wie man sich am Tisch verhält", verrät Dietrich seine Pläne.

Auch auf die angekündigten Coachingtage für die deutschsprachigen PSPC-Qualifikanten mit Felix Schneiders freut er sich sehr. 

Ein Ziel für die PSPC 2020 hat er sich schon gesetzt: "Nicht am ersten Tag rausfliegen. Nach Möglichkeit gewinnen. Das wäre ein Traum - den teilt sicher jeder mit mir."

Auf jeden Fall kann Barcelona ein möglicher Startschuss für seine anvisierte Pokerkarriere sein. "Ich möchte schon einmal professionell Poker spielen. Ein Datum dafür habe ich mir nicht gesetzt. Wenn es in den nächsten fünf Jahren klappt, wäre es schön", verriet Dietrich. 

Wie es ist, mit den Stars der Pokerszene an einem Tisch zu sitzen, wird er im kommenden August erstmals erfahren. Dort könnte auch sein großer Traum in Erfüllung gehen: an einem Feature-Table zu sitzen. 

Simon Gilles (31 Jahre, Hennef, Supermarktmanager) 

Von 50 StarCoins im wert von 50 Cent zu einem großen Gewinn bei der PSPC 2020 - für Simon Gilles könnte dieser Traum Wirklichkeit werden.

Der 31-Jährige gewann seinen Platinum Pass zum größten Pokerturnier der Welt ebenfalls über den "Megapath". Auf dem Weg zum finalen Turnier setzte er zu Beginn 50 StarCoins ein, um überhaupt das Spin & Go-Ticket starten zu können. 

Von da an lief für ihn alles perfekt, beim Finalturnier um den Platinum Pass setzte er sich dann gegen 18 Teilnehmer durch. 

"Als es zum Final Table und später zum Heads-Up kam wurde mir klar: Das kann etwas werden. Ich habe den Platinum Pass um 1 Uhr in der Nacht gewonnen. Erst um 4 Uhr bin ich dann eingeschlafen, so sehr stand ich unter Adrenalin", beschreibt Gilles die entscheidenden Momente. 

Gilles spielt seit 2007 Poker, von 2008 bis 2013 spielte er viel online, danach schlief seine Begeisterung dafür etwas ein. "Seit diesem Jahr spiele ich wieder etwas mehr. In der Woche so um die 60 Turniere - Microstacs mit einem Buy-In zwischen drei und 20 Dollar", erklärt Gilles. 

In seiner Online-Karriere hat er bisher fast 25 000 Dollar eingespielt. Sein größter Einzelcash waren an die 1000 Dollar. 

Gilles, der bereits über Erfahrung bei Live-Turnieren verfügt, hat seine Vorbereitung auf die PSPC 2020 bereits klar abgesteckt - auch mit Hilfe seiner Pokerfreunde. 

"Wir haben eine Reise zu den German Poker Days in Rozvadov gebucht. Dazu habe ich mir Bücher über Poker gekauft und mir vorgenommen in deutschen Casinos Live-Turniere zu spielen. Das wird das Wichtigste sein. Beim Gedanken in Barcelona von den Profis angestarrt zu werden, fange ich jetzt schon an zu schwitzen. Das wird eine Herausforderung", sagt Gilles. Und natürlich wird er auch am anvisierten Coaching mit Felix Schneiders teilnehmen.

Sein größter Traum für kommenden August wäre, dass seine engsten Freunde und seine Brüder mit nach Barcelona kommen und dieses ihn dann während er am Final Table sitzt unterstützen. 

Primäres Ziel ist aber überhaupt ins Geld zu kommen. Der kleinste Cash dürfte bei etwa 25 000 Dollar liegen.

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