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Domenic Weinstein musste sich bei der Bahnrad-WM mit Silber begnügen
Domenic Weinstein musste sich bei der Bahnrad-WM mit Silber begnügen © Getty Images
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Domenic Weinstein zieht bei der Bahnrad-WM ins Finale ein. Bei seinem Zieleinlauf wird ihm zunächst ein Weltrekord angezeigt, was sich später als falsch herausstellt.

Den vermeintlichen Weltrekord verlor Domenic Weinstein nach wenigen Minuten, die WM-Medaille ließ er sich dagegen nicht mehr nehmen.

Nach einer peinlichen Technik-Panne in der Qualifikation hat der deutsche Ausdauer-Spezialist mit Silber in der Einerverfolgung am dritten Tag der Bahnrad-Weltmeisterschaften im polnischen Pruszkow für das deutsche Glanzlicht gesorgt.

WM-Debütantin Lea Sophie Friedrich ging nach starken Vorleistungen im Sprint letztlich leer aus, Rang vier und der Halbfinaleinzug waren für die 19 Jahre alte WM-Debütantin jedoch ein großer Erfolg. 

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Weinstein verliert Finale deutlich

Dieser gelang auch Weinstein, wenngleich er sich zunächst nur bedingt darüber freuen konnte. Zu deutlich war die Finalniederlage gegen den Italiener Filippo Ganna gewesen. Der Titelverteidiger (4:07,992 Minuten) ließ Europameister Weinstein (4:12,571) keine Chance.

"Man muss zugeben, dass es ein klarer und deutlicher Sieg war. Filippo war der Bessere", sagte Weinstein, der seinen Erfolg aus dem Jahr 2016 wiederholte. Bundestrainer Sven Meyer machte keine Hehl aus den großen Ambitionen, mit denen Weinstein angetreten war. "Wir sind angetreten, um Weltmeister zu werden. Er war bereit, es hat aber einfach der Stärkere gewonnen", sagte Meyer.

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Bronze ging an Gannas Landsmann Davide Plebani. Leon Rohde (Hamburg/4:19,838) als Zehnter und Felix Groß (Feuchtwangen/4:19,937) auf Rang elf waren in der Qualifikation ausgeschieden.

In dieser hatte Weinstein unmittelbar nach dem Zieleinlauf jubelnd die Arme in die Höhe gereckt, als ihm auf den Anzeigetafeln des Velodroms ein vermeintlicher Weltrekord (4:05,712) angezeigt wurde. Die Messung erwies sich jedoch als fehlerhaft - nach wenigen Minuten klärte der Hallensprecher über das Malheur auf. Kurios: Bei Gannas Goldfahrt wiederholte sich der Fehler. Weltrekordhalter bleibt der US-Amerikaner Ashton Lambie (4:07,251).

Für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) holte Weinstein die dritte Medaille. An den ersten beiden Wettkampftagen hatten Miriam Welte (Kaiserslautern) und Emma Hinze (Cottbus) im Teamsprint sowie Stefan Bötticher (Chemnitz) im Keirin jeweils Bronze gewonnen.

Friedrich verpasst Medaillen knapp

Ein Podestplatz blieb Lea Sophie Friedrich bei ihrer WM-Premiere verwehrt. Sie verlor das Duell um Bronze gegen die Französin Mathilde Gros mit 0:2 Läufen. Zuvor hatte Friedrich im Halbfinale auch gegen die favorisierte Australierin Stephanie Morton in zwei Rennen den Kürzeren gezogen. Gold holte Lee Wai Sze aus Hongkong. "Lea Sophie hat ein Top-Ergebnis eingefahren und viel mitgenommen aus diesem Turnier," sagte Bundestrainer Detlef Uibel.

Im 1000-m-Zeitfahren erreichte Marc Jurczyk (Böblingen) das Finale der besten Acht. Die Medaillenränge waren für den 23-Jährigen aber außer Reichweite, in 1:01,569 Minuten belegte er beim Sieg des Franzosen Quentin Lafargue (1:00,029) den achten Rang. Der Vorjahresfünfte Eric Engler (Cottbus/1:01,591) war als Zwölfter in der Qualifikation gescheitert.

Im Punktefahren der Männer siegte der Niederländer Jan-Willem van Schip (104 Punkte). Das Rennen fand ohne deutsche Beteiligung statt. Ebenfalls ohne BDR-Athletinnen verlief der Omnium-Wettkampf der Frauen, den in Kirsten Wild (117) ebenfalls eine Oranje-Starterin gewann.

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