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Das Team Sky drückte jahrelang der Tour de France seinen Stempel auf
Das Team Sky drückte jahrelang der Tour de France seinen Stempel auf © Imago
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Richard Freeman hat als betreuender Arzt von Team Sky und British Cycling viele Erfolge begleitet. Doch offenbar nicht nur mit lauteren Mitteln.

Dem so erfolgsverwöhnten britischen Radsport droht ein heftiger Schlag ins Kontor, der die Triumphe der jüngeren Vergangenheit in einem neuen Licht dastehen lässt.

Denn Richard Freeman, der "Wunderarzt", der zwischen 2010 und 2017 für Team Sky und den nationalen Verband British Cycling Spitzenathleten betreute, wird von der britischen Anti-Doping-Initiative UK Anti Doping des "Besitzes verbotener Substanzen" sowie der "versuchten und durchgeführten Manipulation von Doping-Kontrollen" bezichtigt.

Sechs Tour-Siege von Sky gefährdet?

Die entsprechende Untersuchung läuft noch. In der Zeit von Freemans Wirken hatte Sky mit Bradley Wiggins (2012), Chris Froome (2013, 2015 bis 2017) und Geraint Thomas (2018) sechsmal die Tour de France gewonnen.

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Das von Sky und British Cycle betriebene Manchester Velodrome HQ galt zudem als "Goldmedaillenfabrik".

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Nach Informationen der Daily Mail bestreitet Freeman den Besitz verbotener Substanzen, hat aber die Manipulationen bei Dopingkontrollen eingeräumt. Die bewusste Täuschung der UKAD-Tester dürfte Freeman eine vierjährige Sperre einbringen.

Immer wieder Doping-Vorwürfe gegen Froome und Co.

Seit Sir Dave Brailsford 2010 Manager des Teams Sky geworden war, waren bislang - trotz immer wieder Auffälligkeiten und Verdächtigungen - keine Verstöße gegen Anti-Doping-Regeln gegen Fahrer oder Mitarbeiter des Team Sky oder von British Cycling nachgewiesen worden.

Umstritten war aber unter anderem, dass Wiggins aufgrund angeblich therapeutischer Gründe ein eigentlich verbotenes Kortikosteroid vor seinem Erfolg bei der Tour de France 2012 einnehmen durfte - mindestens dreimal erhielt er Injektionen vor großen Rundfahrten. Wiggins' Wandlung vom Bahnrad-Star zum Bergfahrer überraschte die Fachwelt. Der positive Doping-Test von Chris Froome während der Vuelta 2017, wurde juristisch fünf Tage vor der Tour de France 2018 erfolgreich bekämpft.

2016 musste Brailsford sogar vor dem britischen Parlament aussagen. 2011 und 2012 arbeitete Dr. Geert Leinders für Sky. Der ehemalige Teamarzt der Equipe Rabobank während der Zeit diverser Dopingfälle wie Michael Rasmussen wurde 2015 von der US-Antidoping-Agentur lebenslang gesperrt.

Ex-Sky-Profi Michael Barry sprach von exzessivem Einsatz von Schmerz- und Schlafmitteln. Sexuelle Diskriminierungen und Mobbing wurden ebenfalls immer wieder angeprangert.

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