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Peter Sagan gewinnt die fünfte Etappe der Tour de France nach Colmar
Peter Sagan (Mitte) gewinnt die fünfte Etappe der Tour de France nach Colmar © Getty Images
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Peter Sagan sprintet in der fünften Etappe der Tour de France in einem spannenden Finish zum Sieg. Wirbel um Politt-Team Katusha-Alpecin.

Radsport-Rockstar Peter Sagan warf sich nach seiner Machtdemonstration im Sprintrevier noch auf dem Rad selbstbewusst in Muskelpose, Emanuel Buchmann feierte den "geilen" Coup seines Teamkollegen: Mit einem dominanten Kraftakt hat Sagan die fünfte Tour-de-France-Etappe durch die Vogesen gewonnen und der deutschen Mannschaft Bora-hansgrohe das Gastspiel an der heimischen Grenze versüßt.

Beim Kölner Nils Politt kam unweit des Oberrheins als bestem Deutschen trotz eines starken Auftritts kaum Freude auf - eine Hiobsbotschaft seines Teams Katusha-Alpecin drückte mächtig auf die Stimmung: Die Mannschaft steht vor dem Aus.

Zwölf Tageserfolge für Sagan insgesamt

Mit derartigen Problemen musste sich Sagan nicht befassen. "Man braucht Geduld, dann kommt auch der Sieg", sagte der dreimalige Weltmeister: "Die Tour ist für uns jetzt eine schöne Angelegenheit."

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Insgesamt kommt der sechsmalige Gewinner des Grünen Trikots nun auf zwölf Tageserfolge. Am Mittwoch ließ er nach 175,5 km in Colmar den Belgier Wout van Aert (Jumbo-Visma) und Matteo Trentin (Italien/Mitchelton-Scott) mit über einer Radlänge hinter sich.

"Das ist richtig cool! Wir haben den ganzen Tag hart gearbeitet, Peter hat es dann vollendet. Das ist geil", sagte Sagans deutscher Teamkollege Emanuel Buchmann dem SID: "Jetzt haben wir einen Sieg, das ist sicher auch befreiend für das Team." Sagan hatte bei den bisherigen drei Einzeletappen die Plätze zwei, fünf und vier belegt.

Knackt Sagan den Zabel-Rekord?

Sagan, der in der Sprintvorbereitung wertvolle Hilfe des deutschen Shootingstars Maximilian Schachmann bekam, baute seine Führung in der Punktewertung aus.

Der Etappensieg war eines der Ziele des 29-Jährigen, der siebte Gewinn des Maillot vert ist sein Hauptanliegen. Bislang teilt sich Sagan die Rekordmarke mit dem früheren deutschen Top-Sprinter Erik Zabel. "Es hat alles wunderbar funktioniert, es lief genau nach Plan", sagte Schachmann.

Das Gelbe Trikot trägt weiter der Franzose Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick Step), der die Gesamtführung am Montag in Epernay übernommen hatte. Er führt nun mit 14 Sekunden Vorsprung auf van Aert.

Katusha-Alpecin droht das Aus

Unruhe herrschte nach dem Etappenfinale im Umfeld des Teams Katusha-Alpecin. Dem Schweizer Lizenzhalter fehlen für die kommende Saison die Sponsoren, die Fahrer haben bereits die Freigabe für Verhandlungen mit möglichen Interessenten erhalten.

Abschließende Klarheit über die Zukunft soll die Mannschaft am ersten Ruhetag erhalten. 

"Es gibt viele Gerüchte, wir selber wissen auch noch nichts. Am ersten Ruhetag wissen wir wohl mehr, mehr kann ich nicht sagen", sagte Politt: "Kopf aus und weiterfahren. Fertig."

Neben dem Paris-Roubaix-Zweiten zählt auch Rick Zabel zum Tour-Aufgebot des Teams. Den Wirbel ließ sich der 25-Jährige am Mittwoch nicht anmerken.

Zabel nutzte das Rennen, um seiner Freundin Leonie zu gratulieren. Er hielt bei voller Fahrt einen handgeschriebenen Zettel in die Kamera eines Begleitmotorrads: "Happy Birthday, Leo", stand dort neben einem gemalten Herz.

Politts Versuch scheitert, Sagan am Ende eiskalt

Dass Zabel dazu die Gelegenheit erhielt, lag auch am Rennverlauf. Erst nach etwa 30 Minuten schafften vier Fahrer den Absprung, darunter auch der Belgier Tim Wellens (Lotto-Soudal) als Träger des Bergtrikots. Zuvor waren mehrere Fluchtversuche gescheitert, auch Politt hatte es vergeblich probiert. Das Hauptfeld hielt das Quartett allerdings über Stunden an der kurzen Leine, so passierte im Rennen lange nicht allzu viel.

Der Lette Toms Skujins (Trek-Segafredo) wurde als letzter Ausreißer 22 km vor dem Ziel gestellt. Dann bereiteten sich Sagan und Co. auf den Zielsprint vor, den auch eine späte Attacke von Ex-Weltmeister Rui Costa (Portugal/UAE Team Emirates) nicht mehr verhinderte. 

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Auf den letzten Metern ließ Sagan nichts mehr anbrennen.

Die 160,5 km lange sechste Etappe am Donnerstag hat es derweil in sich: Auf dem Weg von Mülhausen zur Bergankunft in La Planche des Belles Filles stehen gleich sieben Anstiege auf dem Plan. Es ist die bislang härteste Etappe der diesjährigen Rundfahrt.

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