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Nizza - Der Norweger Alexander Kristoff gewinnt überraschend die erste Etappe der Tour de France 2020. Mitfavorit Thibaut Pinot stürzt auf den letzten Kilometern.

Starkregen, Stürze und ein Sprintspektakel im Kampf um das erste Gelbe Trikot: Unter schwierigsten Bedingungen hat Alexander Kristoff den hektischen Auftakt der ganz speziellen 107. Tour de France gewonnen. 

Der 33 Jahre alte Norweger vom UAE Team Emirates setzte sich nach teils chaotischen 156 km mit Start und Ziel in Nizza am Samstag im Massen-Zielsprint etwas überraschend durch.

Im Zielsprint an der berühmten Promenade des Anglais verwies er den dänischen Weltmeister Mads Pedersen (Trek-Segafredo) sowie den Niederländer Cees Bol (Team Sunweb) auf die Plätze zwei und drei.

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Tour de France 2020: Ergebnisse der 1. Etappe

Kristoff ist damit auch der erste Träger des Gelben Trikots bei der Frankreich-Rundfahrt, die wegen der Corona-Pandemie mit 63 Tagen Verspätung begonnen hat. (Das Ergebnis der 1. Etappe)

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"Davon habe ich immer geträumt. Jetzt ist der Traum wahr geworden. Hier bei der Tour eine Etappe zu gewinnen und das mit dem Gelben Trikot – davon habe ich gar nicht zu träumen gewagt. Das war ein unglaubliches Gefühl und ich bin ziemlich stolz", sagte Kristoff nach dem Rennen und fügte hinzu: "Ich habe nicht damit gerechnet, den Sprint zu gewinnen. Das Gelbe Trikot bedeutet eine ganze Menge, was die Karriere betrifft. Ich messe mich hier mit den Besten, das darf man nicht vergessen."

Pinot und Greipel stürzen

Der dreimalige Straßen-Weltmeister Peter Sagan (Bora-Hansgrohe) landete auf Platz fünf. Bester deutscher Fahrer war Tour-Debütant Jonas Koch (Schwäbisch Hall/CCC) auf Platz 21.

Tour-Mitfavorit Thibaut Pinot (Groupama-FDJ) stürzte rund zwei Kilometer vor dem Ende und fuhr lediglich mit dem Hauptfeld über die Ziellinie, das gleiche Schicksal ereilte Sprint-Routinier Andre Greipel (Israel Star-Up Nation).

Die Favoriten im Kampf um den Gesamtsieg um Emanuel Buchmann (Bora-hansgrohe) hielten sich erwartungsgemäß zurück. Titelverteidiger Egan Bernal (Ineos Grenadiers) und Herausforderer Primoz Roglic (Jumbo-Visma) mussten dennoch erste kleinere Rückschläge einstecken. Pinot erwischte es beim Massensturz im Finale jedoch am heftigsten. Zuvor waren Bernals russischer Teamkollege Pawel Siwakow (23) und auch George Bennett aus dem Jumbo-Team zu Fall gekommen. 

Mehrere Stürze wegen Starkregens

Das Tempo war insgesamt hoch, das Rennen durch einsetzenden Regen hektisch, diverse Fahrer kamen auf der zunehmend rutschigen Straße zu Fall. Caleb Ewan, Sam Bennett, Richie Porte, Julian Alaphilippe - die Liste der Sturzopfer war prominent besetzt.

Etwa 50 km vor dem Ziel reagierte das Feld und reduzierte das Tempo. Einer der Wortführer war dabei der deutsche Profi Tony Martin (Jumbo-Visma), der seine Kollegen erfolgreich zur Mäßigung aufforderte. Das Risiko weiterer Unfälle wurde so zumindest minimiert, auch wenn es zu weiteren Stürzen kam.

Als sich im Finale die Sprintzüge formierten, kam es erneut zu einem Massensturz - dieses Mal war auch Pinot betroffen. Der Hoffnungsträger der Franzosen rollte sichtlich bedient, aber offenbar ohne schwere Verletzung ins Ziel.

Ausblick auf die 2. Etappe

Die zweite Etappe am Sonntag beginnt und endet erneut in Nizza, ist 186 km lang und führt über drei anspruchsvolle Alpen-Anstiege.

Für die Fahrer stehen also ordentlich Höhenmeter auf dem Programm: Am zweiten Anstieg des Tages, dem Col de Turini (1. Kategorie), passiert das Feld bereits eine Höhe von über 1600 Metern.

Im Finale bieten der Col d'Eze (2. Kategorie) sowie der ungewertete Col des Quatre Chemins Möglichkeiten für Attacken. (Die Gesamtwertung der Tour de France 2020)

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mit Sportinformationsdienst (SID)

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