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Florian Wellbrock feiert seine Goldmedaille im Ziel
Florian Wellbrock feiert seine Goldmedaille im Ziel © Getty Images
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Florian Wellbrock beschert den deutschen Schwimmern die erste Goldmedaille seit 2015. Über 10 Kilometer gibt es sogar zwei Medaillen für den DSV.

Als nach seinem ersten WM-Triumph die deutsche Nationalhymne erklang, atmete Florian Wellbrock tief durch und senkte den Kopf. Mit der Goldmedaille um den Hals versuchte der neue deutsche Schwimmstar zu begreifen, was gerade passiert war.

"In den letzten Nächten habe ich vor dem Einschlafen immer daran gedacht: Du willst Weltmeister werden", sagte der 21-Jährige nach seinem Freiwassersieg in Yeosu über zehn Kilometer: "Dass ich es jetzt geschafft habe, muss erstmal im Kopf ankommen."

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Sein Freund und Trainingspartner Rob Muffels, der mit Bronze gleich die zweite deutsche Medaille der WM in Südkorea gewann, half ihm dabei. "Wir haben auf die Ergebnisliste geguckt und gesagt: Weltmeister und Dritter, verdammt, das ist ganz schön krass", berichtete der 24-Jährige und grinste.

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Muffels springt Wellbrock zur Seite

Schon zuvor hatte der erfahrenere Muffels im Wasser des EXPO Ocean Park versucht, dem deutschen Hoffnungsträger beim ersten Teil seiner doppelten WM-Mission zur Seite zu springen. In der letzten Runde drängte der Teamweltmeister von 2015 den französischen Olympiadritten Marc-Antoine Olivier ab, "damit wir auf eins und zwei schwimmen". Dafür riskierte er sogar eine Verwarnung.

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Doch Wellbrock, im vergangenen Jahr im Becken Europameister über 1500 m Freistil und im Freiwasser noch relativ neu, reagierte nicht. "Die Intention war, dass Flo gehen kann, dann wäre er weg gewesen", erklärte Teamchef Bernd Berkhahn, Heimtrainer des Magdeburger Duos, "aber er hat nicht wirklich geschaltet."

Deutschland dachte über Protest nach

Wellbrock ("Ich wusste nicht, dass es Rob ist") verpasste die Chance auf einen einsamen Sieg und musste bis zum Zielanschlag kämpfen - mit harten Bandagen. Olivier zog auf den letzten Metern alle Register. "Er ist unfairerweise über mich drüber und hat mich untergetaucht", klagte Wellbrock. Dennoch setzte er sich im Endspurt nach 1:47:55,9 Stunden mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung durch: "Ich bin hinten raus der Schnellere. Ich konnte mich lösen und Gas geben."

Die deutsche Teamleitung um Bundestrainer Stefan Lurz dachte kurz über einen Protest nach, um Muffels auf Silber zu heben, verzichtete aber vor allem aus taktischen Gründen darauf. Die Franzosen besetzen im Weltverband FINA gerade im Freiwasser einflussreiche Positionen. 

Nach den beiden Zehn-Kilometer-Rennen in Yeosu haben die deutschen Athleten ohnehin schon "viel mehr" erreicht als erwartet, so Lurz: "Es ist ein historischer Tag." Weil zuvor bereits Finnia Wunram und Leonie Beck als Achte und Neunte ebenfalls ihre Tickets für Tokio gelöst hatten, schickt der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) im nächsten Jahr vier Freiwasserschwimmer zu Olympia - als erster der Welt.  

Wellbrock will nächstes Gold

Dann wird Wellbrock, der in Südkorea noch im Becken über 800 und 1500 m Freistil Medaillen gewinnen will, der Gejagte sein. Auch Muffels, der vor vier Jahren die Qualifikation für Rio verpasst hatte, will einer der Jäger sein. "Wir wollen beide Gold", betonte er und fügte an: "Unsere Freundschaft steht darüber." 

Nachdem sie sich im Trainingslager und in Yeosu ein Zimmer teilten und sich "Sprüche reindrückten und triezten" (Wellbrock), gehen sie nun getrennte Wege. Während Muffels am Donnerstag (1.00 Uhr MESZ) im Freiwasser noch eine Staffelmedaille gewinnen will, zieht Wellbrock nach Gwangju um und startet Teil zwei seiner WM-Mission: "Erstmal kopftechnisch einen Tag abschalten und dann volle Kraft voraus fürs Beckenschwimmen."

Wasserspringer auf Platz acht

Anschließend haben die Wasserspringer Maria Kurjo und Lars Rüdiger im Teamwettbewerb den achten Platz belegt. Die beiden Berliner kamen in der nichtolympischen Disziplin auf 324,50 Punkte. Gold ging wie in den vorherigen sieben Wettbewerben auch an China durch Lin Shan/Yang Jian.

Sechs Stunden zuvor war die EM-Dritte Kurjo im Turmspringen als enttäuschende 16. im Halbfinale ebenso ausgeschieden wie ihre Berliner Teamkollegin Christina Wassen auf Rang 14. Beide verpassten damit auch, dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) einen ersten Olympia-Quotenplatz zu bescheren.

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