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Boris Becker will kein voreiliges Urteil über den neuen Davis Cup fällen © Getty Images
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Boris Becker möchte kein voreiliges Urteil über den reformierten Davis Cup fällen. Andere sehen dem Turnier das Herz herausgerissen.

Boris Becker (51) will trotz aller Kritik an dem radikal reformierten Davis Cup kein voreiliges Urteil fällen.

"Man muss es abwarten. Ich gebe jeder neuen Form eine Chance", sagte Becker in Bad Homburg am Rande einer Ehrung für die deutsche Davis-Cup-Mannschaft, die 1988 in Stockholm gegen Schweden den Titel geholt hatte.

Kühnen: "Eine Herausforderung"

Eine ähnliche Meinung vertritt auch der ehemalige deutsche Davis-Cup-Kapitän Patrick Kühnen (52), wenngleich er gute Erinnerungen an das alte Format hat.

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"Das war der Davis Cup, mit dem ich mich als Kind identifiziert habe und bei dem ich geträumt habe, selbst dort zu spielen. Und es war eine Herausforderung, zu Hause die Bedingungen zu schaffen, damit das eigene Team am besten spielen kann. Das fällt leider weg, das war die Seele des Davis Cups", sagte Kühnen.

Deutlich negativer sieht Carl-Uwe Steeb (51) die Reform des traditionsreichen Teamwettbewerbs.

"Man hat dem Davis Cup das Herz herausgerissen. Man spielt das ganze Jahr überall auf der Welt, nirgendwo hat man diese Atmosphäre wie jetzt bei der Handball-WM, dass das ganze Stadion für einen oder gegen einen ist. Das hat man in dem neuen Format nicht mehr. Deswegen hat das nichts mehr mit dem Davis Cup zu tun", sagte Steeb.

Davis Cup mit Finalturnier

Der Tennis-Weltverband ITF hatte die umstrittene Reform im August vergangenen Jahres verabschiedet. Anstelle von vier über das Kalenderjahr verteilten Runden mit Heim- und Auswärtsspielen in der Weltgruppe gibt es im November in Madrid erstmals ein Finalturnier für 18 Mannschaften.

Lediglich die erste Runde wird nach dem alten Modus mit maximal vier Einzeln und einem Doppel ausgespielt, wobei die Matches nur noch über zwei Gewinnsätze gehen.

Deutschlands bester Spieler Alexander Zverev (21) und weitere Topspieler hatten als Folge angekündigt, auf die Teilnahme am Finalturnier zu verzichten. Beim Erstrundenmatch am Wochenende in Frankfurt gegen Ungarn tritt Deutschland derweil in Bestbesetzung an.

Alexander Zverev (Hamburg), Philipp Kohlschreiber (Augsburg), Jan-Lennard Struff (Warstein) und Tim Pütz (Frankfurt) sind dabei. Ersatzmann ist Peter Gojowczyk (München).

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