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Boris Becker gibt sein Amt als Head of Men's Tennis im Deutschen Tennis Bund (DTB) zum Jahresende auf. Als Grund nennt die Tennis-Ikone fehlende Zeit.

Boris Becker formulierte fünf Sätze zu seinem überraschenden Abschied vom Deutschen Tennis Bund (DTB). Vor allem der letzte hatte es in sich.

"Ich werde dem DTB freundschaftlich verbunden bleiben und kann mir vorstellen, wenn es meine Zeit erlaubt, dann auch eine noch größere Aufgabe im DTB zu übernehmen, wenn sich die Möglichkeit ergibt", wird Becker in einer Pressemitteilung des Verbandes am Mittwoch zitiert. 

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Die Zeit des 53 Jahre alten Idols als Head of Men's Tennis geht zu Ende, 2021 wird Becker sein Amt nicht mehr fortführen und Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann die Gesamtverantwortung im deutschen Herrentennis überlassen. Doch Beckers letzter Satz deutet an, dass er womöglich nicht allzu lange ohne ein Amt im DTB bleiben wird.

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Kandidatur als Präsident des DTB?

In Frage dürfte in der aktuellen Struktur nur der Posten des Präsidenten kommen. Am letzten Januar-Wochenende steht die wegen der Corona-Pandemie um zwei Monate verschobene Wahl des Verbandsoberhauptes an. 

Der Zeitpunkt kommt für Becker, dem im September 2021 noch ein Prozess vor einem Londoner Gericht in einem Insolvenzverfahren bevorsteht, womöglich noch zu früh. Der amtierende Präsident Ulrich Klaus hat bereits angekündigt, im Januar für eine dritte Amtszeit kandidieren zu wollen.

Und Becker, der auch als Eurosport-Experte arbeitet, hatte zur Begründung seines Ausscheidens aus seinem Ehrenamt als Head of Men's Tennis angeführt, ihm fehle "aktuell die Zeit, diese umfangreiche Aufgabe weiter auszuüben". 

Arbeit von Becker "fantastisch"

Auch die Aussagen von Verbandsvize Dirk Hordorff deuten nicht darauf hin, dass Becker schon aktuell ein Präsidentenkandidat sein wird. "Boris Becker hat in einem Amt bewiesen, wie wichtig er für den DTB sein kann", sagte Hordorff dem SID: "Er ist hochqualifiziert, und jedes Amt wäre für ihn denkbar. Aktuell hat er jedoch Zeitgründe für seinen Rückzug angeführt."

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Hordorff weiß um die Wirkung, die der sechsmalige Grand-Slam-Champion Becker für den Verband hat: "Er hat sein Amt nicht als Titel gesehen, er hat es mit Inhalt ausgefüllt. Seine Arbeit war fantastisch, unglaublich wertvoll." Darüber, dass Beckers Weg zum Präsidentenamt bei der übernächsten Wahl vorgezeichnet sei, wollte Hordorff "nicht spekulieren".

Er betonte aber, dass deutlich erkennbar sei, dass Becker das deutsche Tennis "sehr am Herzen" liege. Becker gehe nicht "in irgendeiner Weise mit fadem Beigeschmack", sagte Hordorff: "Schön, dass er bereit ist, zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu helfen."

Engagement im Nachwuchsbereich

Becker hatte sein Amt 2017 übernommen und mit Kohlmann unter anderem das Davis-Cup-Team geleitet. Zuletzt qualifizierte sich Deutschland im März in Düsseldorf zum zweiten Mal für die neugeschaffene Finalrunde in Madrid. 

Auch im Nachwuchsbereich brachte sich der dreimalige Wimbledonsieger ein. "Wir sind ihm überaus dankbar, dass er uns mit diesem ehrenamtlichen Engagement zur Verfügung stand", sagte DTB-Präsident Klaus: "Die Davis-Cup-Wochen mit ihm werden mir in bester Erinnerung bleiben. Wir hoffen und würden uns sehr freuen, wenn es zukünftig wieder Gelegenheit gibt, Boris Becker in den Verband einzubinden." 

Das scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.

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