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München - Am Rande des ATP-Turniers in München nennt Alexander Zverev Gründe für die Formkrise und spricht offen über private Probleme wie die Trennung von seiner Freundin.

Alexander Zverev muss sich seit Wochen mit seiner Formkrise auseinandersetzten. Experten rätselten zuletzt über die Gründe für den Leistungseinbruch des Weltranglistendritten.

Am Rande der BMW Open in München sprach Zverev nun über seine Formkrise, die auch mit Geschehnissen außerhalb des Platzes zusammenhängt.   

"Im Sport ist es so. Manchmal hast Du die beste Zeit deines Lebens, wie in London zum Beispiel (Sieg bei den ATP Finals; Anm. d. Red.), und manchmal läuft es halt nicht so. Aber nach solchen Phasen, wenn man da rauskommt, denke ich, dass man noch besser wird", hofft Zverev.

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München als Neustart

Das ATP-Turnier in der bayerischen Landeshauptstadt bietet für den gebürtigen Hamburger auch aufgrund des Heimvorteils die ideale Möglichkeit, an bessere sportliche Tage anzuknüpfen: "Ich glaube München kommt gerade sehr passend."

Körperlich sei er in guter Verfassung. Zverev erklärte aber, dass er zuletzt privat turbulente Zeiten erlebt habe und deshalb psychisch zu kämpfen hatte. Nach sechs Jahren trennte sich der Deutsche von Manager Patricio Apey.  

"Die ganze Geschichte mit dem Manager nimmt schon viel weg bei mir. Aber jetzt beruhigt es sich schon ein bisschen. Jetzt kann ich wieder Tennis spielen", schildert Zverev seine Gefühlslage.

Doch auch privat waren es zuletzt turbulente Wochen: "Es sind auch außerhalb des Platzes viele Dinge passiert. Mein Vater ist jetzt nicht bei mir, zum ersten Mal in meinem Leben ein paar Wochen. Mit meinem Manager bin ich vor Gericht, was auch viel Kraft kostet. Ich habe mich von meiner Freundin getrennt. Solche Sachen kommen auch immer dazu. Ich bin ein Mensch, der sich solche Sachen auch immer zu Herzen nimmt."

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Vater Zverev im Krankenhaus

Zverev senior habe "ein paar Tage im Krankenhaus" verbringen müssen, sagt Sohn Alexander. Dessen Abwesenheit belaste ihn auch mehr als das Fehlen von Coach Ivan Lendl, der aufgrund einer Pollenallergie der europäischen Sandplatzsaison fernbleiben muss.

"Es ist für mich mehr, dass mein Vater die letzten Wochen nicht da war und jetzt nicht da ist. Deswegen hoffe ich, dass er gesund wird. Das ist für mich das Wichtigste." Es bestehe bei Zverevs Vater allerdings die Hoffnung auf eine Rückkehr in der kommenden Woche.

Zu Lendl habe er telefonisch Kontakt. Der frühere Weltranglistenerste schaue die Matches seines Schützlings auf Video und man analysiere anschließend gemeinsam am Telefon. In Paris bei den French Open werde Lendl aber wieder dabei sein. "Da muss er dann durch. Ich habe auch eine Gras-Allergie", sagte Zverev schmunzelnd.

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Zverev hofft auf Wohlfühloase München

Nun hofft Zverev auf die Wohlfühloase München: "Ich bin jetzt einfach glücklich, auf dem Tennisplatz zu stehen", freut sich Zverev. "Davor habe ich, wenn ich auf den Tennisplatz ging, immer stundenlang Stress gehabt, mit Anwälten gesprochen. Jetzt kann ich mich wieder nur mit Tennis beschäftigen."

Bei French Open in Paris zählt Zverev die üblichen Kandidaten wie Rafael Nadal oder Novak Djokovic zum Kreis der Topfavoriten, auch wenn diese zuletzt ebenfalls diverse Rückschläge einstecken mussten. 

"Nadal ist ein Spieler – je länger das Match wird, desto besser wird er", sieht Zverev gerade den Spanier in einem Grand Slam im Best-of-Five-Modus im Vorteil, schränkt aber auch ein: "Wir sind alle nur Menschen, wir können alle verlieren. Ich habe bewiesen, wenn ich gut spiele, kann ich jeden schlagen. Wenn ich schlecht spiele, kann ich aber auch gegen jeden verlieren."

Kein neuer Manager aus der Familie  

In der Managerfrage hat sich Familienmensch Zverev unterdessen noch keine konkrete Gedanken über einen Apey-Nachfolger gemacht, die eigene Verwandschaft kommt für den Job aber nicht in Frage.

"Ich mache mein Management gerade selbst und verstehe, wie schwer das ist. Da muss schon ein Profi ran, der Erfahrung hat und schon mit anderen Athleten zusammengearbeitet hat", nennt Zverev ein Jobprofil für den kommenden Manager.

Aus der eigenen Familie werde dieser deshalb definitiv nicht kommen: "Nichts gegen meine Familie, aber da sind alle Tennissportler."   

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