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Marco Trungelitti schlägt Bernard Tomic in der ersten Runde
Marco Trungelitti schlägt Bernard Tomic in der ersten Runde © Getty Images
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Es ist schon jetzt die Geschichte der French Open. Der Argentinier Marco Trungelliti muss für sein Erstrunden-Match zehn Stunden anreisen und gewinnt.

Für die kurioseste Geschichte bei den French Open hat am Montag Marco Trungelliti gesorgt.

Der Argentinier war nach seiner Niederlage in der Qualifikation bereits an seinen Wohnort Barcelona zurückgekehrt, als der Veranstalter plötzlich einen weiteren Lucky Loser suchte. 

Trungelliti setzte sich kurzerhand zusammen mit der 88-jährigen Oma, Mutter und Bruder ins Auto, fuhr zehn Stunden und 1030 Kilometer zurück nach Paris und schlug dort prompt in Runde eins Bernard Tomic (Australien) in vier Sätzen (6:4, 5:7, 6:4, 6:4).

"Oma stand unter der Dusche"

"Wir wollten gerade an den Strand fahren. Da rief mein Trainer an und sagte, ich soll doch mal schauen, ob ich doch noch in Paris spielen kann. Als ich das erfuhr, stand Oma gerade unter der Dusche", erklärte Trungelliti den Start seiner Odyssee.

"Wir mussten auf Oma warten. 30 Minuten war Zeit zum Packen", erklärte er. Dann saßen die Oma, Mama Suzanna, Bruder Andre und Trungelliti selbst um 13 Uhr im Mietwagen nach Paris. "Es wurden gestern viele Flüge wegen eines Streiks abgesagt, da wollte ich das nicht riskieren. In Frankreich fuhren keine Züge, so war das Auto die beste Option", sagte der Argentinier auf die Frage, warum er nicht geflogen sei.

Kurz vor Mitternacht kam er mit seiner Familie in Paris an. Nach fünf Stunden Schlaf spielte er sich bereits um 7.30 Uhr auf dem Court ein und war wenig später gegen Tomic hellwach und trifft in der zweiten Runde auf Marco Cecchinato (Italien). Doch seine Geschichte macht ihn schon jetzt zum Helden.

Wawrinka scheitert in Runde eins

Derweil hat der Schweizer Stan Wawrinka (33) hat auf dem Weg zurück in die Weltspitze den nächsten Rückschlag erlitten. 

Der Vorjahresfinalist unterlag in der ersten Runde dem Spanier Guillermo Garcia-Lopez nach 3:30 Stunden 2:6, 6:3, 6:4, 6:7 (5:7), 3:6.

Für Wawrinka, der 2015 in Roland Garros triumphiert hatte, war es bereits die siebte Niederlage im elften Saisonspiel. (SERVICE: So können Sie die French Open verfolgen)

Wawrinka stürzt weiter ab

Der frühere Weltranglistendritte hatte sich im vergangenen Jahr zweimal am linken Knie operieren lassen. Seit seiner Rückkehr auf den Court sucht Wawrinka nach seiner Form.

Im ATP-Ranking stürzt der dreimalige Grand-Slam-Sieger nach dem Turnier aus den Top 200. In dieser Region wurde Wawrinka zuletzt zu Beginn seiner Karriere vor 15 Jahren geführt.

Dennoch wähnt er sich "auf dem richtigen Weg. Jetzt gilt es, Spiele zu gewinnen, um zurück auf mein altes Niveau zu kommen", sagte Wawrinka: "Ich wusste von Anfang an, dass das Zeit braucht. Ich weiß genau, wo ich hin will, auch wenn ich heute verloren habe."

Djokovic und Thiem weiter

Keine Blöße am zweiten Turniertag in Paris gaben sich Novak Djokovic, Sieger von 2016, und Dominic Thiem, Mitfavorit aus Österreich. (Männer-Ergebnisse im Überblick)

Der frühere Seriensieger Djokovic (Serbien) ließ in seinem Auftaktmatch dem Brasilianer Rogerio Dutra Da Silva beim 6:3, 6:4, 6:4 kaum eine Chance.

Thiem startete mit einem souveränen 6:2, 6:4, 6:1 gegen den Weißrussen Ilja Iwaschka ins Turnier.

Nadal muss nachsitzen

Dagegen muss Superstar Rafael Nadal sein Erstrundenmatch gegen den Italiener Simone Bolelli wegen einer Regenpause am Dienstag fortsetzen.

Das Match des Weltranglistenersten, der seinen elften Titelgewinn in Paris anstrebt, wurde beim Stand von 6:4, 6:3, 0:3 aus Sicht des Spaniers aufgrund des zunehmend stärker werdenden Niederschlags unterbrochen.

Bis zum Abbruch hatte Nadal gegen den als Lucky Loser der Qualifikation ins Hauptfeld gerutschten Weltranglisten-129. Bolelli deutlich mehr Probleme als erwartet gehabt. Schon im zweiten Satz hatte der 16-malige Grand-Slam-Sieger mit Break zurückgelegen. Im Vorjahr war Nadal in Roland Garros ohne Satzverlust zu "La Decima", seinem zehnten Titel beim Höhepunkt der Sandplatzsaison, gestürmt.

Neben Nadal war von der Unterbrechung am Montagabend unter anderem auch Maria Sharapova (Russland) betroffen. Das Erstrundenmatch der 31-Jährigen gegen Qualifikantin Richel Hogenkamp (Niederlande) hatte allerdings gar nicht erst begonnen.

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