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2018 US Open - Day 2
Nick Kyrgios bekam verbale Hilfe vom Schiedsrichter © Getty Images
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Bei den US Open kommt es zu einem dubiosen Vorfall beim Match zwischen Nick Kyrgios und Pierre-Hugues Herbert. Der Bad Boy sorgt zudem auf Twitter für Wirbel.

Mohamed Lahyani hat bei den US Open in New York (täglich im LIVETICKER) anscheinend seine Rolle als Unparteiischer vergessen und mitten im Match versucht, den Australier Nick Kyrgios aufzumuntern.

"Ich will dir helfen. Ich habe deine Matches gesehen, du tust dem Sport gut", sagte Lahyani zu Kyrgios, der zu diesem Zeitpunkt gegen Pierre-Hugues Herbert aus Frankreich 4:6, 0:3 zurücklag. Der Marokkaner war dazu extra von seinem Stuhl gestiegen.

Kyrgios: Vorwurf "lächerlich"

Die aufmunternden Worte halfen anscheinend. Kyrgios (23) gewann schließlich das Zweitrundenmatch 4:6, 7:6 (8:6), 6:3, 6:0 und erklärte später: "Er hat zu mir gesagt, dass es ein schlechtes Bild für den Sport sei." Der Vorwurf, Lahyani hätte ihn gecoacht, sei "lächerlich".

Herbert, der zunächst nicht mitbekommen hatte, was der Schiedsrichter zu Kyrgios sagte, meinte unaufgeregt: "Alles, was ich weiß, ist, dass Nick von diesem Zeitpunkt an ein anderer Spieler war."

Schiedsrichter drohte mit Konsequenzen

Der amerikanische Tennisverband USTA teilte mit, dass sich Lahyani nur nach Kyrgios' Gesundheit erkundigen wollte und aufgrund der Lautstärke auf dem Platz vom Stuhl gestiegen sei. Zudem soll Lahyani Kyrgios Konsequenzen angekündigt haben, sollte dieser weiterhin derart lustlos spielen.

Herbert kritisierte Lahyanis Verhalten, nachdem er ein Video des Vorfalls gesehen hatte, beruhigte allerdings die Gemüter.

"Er hat einen Fehler gemacht. Dafür sollte er bestraft werden. Aber er ist auch nur ein Mensch so wie ich. Auch ich mache Fehler", sagte der 27-Jährige. Die Mitteilung der USTA ärgerte Herbert wiederum maßlos. "Die wollen uns wohl auf den Arm nehmen", schrieb er bei Twitter.

Kyrgios: Erneuter Beef mit Vekic

Roger Federer, in der dritten Runde Kyrgios' Gegner, wunderte sich über das Verhalten Lahyanis. "Ein Schiedsrichter sollte seinen Stuhl nicht verlassen. Ich weiß nicht, was er gesagt hat, es ist mir auch egal", erklärte der Schweizer Star: "Er war zu lange unten, es war ein Gespräch, das kann deine ganze Einstellung ändern."

Kyrgios legte sich zudem mal wieder mit WTA-Spielerin Donna Vekic an. Diese hatte ein Video des Vorfalls retweeted und geschrieben: "Ich wusste nicht, dass es Schiedsrichtern erlaubt ist, aufmunternde Worte anzubringen". Kyrgios hatte darauf zunächst geantwortet: "Haha, welch Ironie, dass das von jemandem kommt, der jede Woche ein Court-Coaching bekommt."

Später bereute Kyrgios seine Nachricht: "Ich hätte nicht so schnell nach dem Match twittern sollen. Jeder darf eine Meinung haben. Aber ich kann dir versichern, dass es kein Coaching war."

Der Australier hatte während des Rogers Cup 2015 eine unschöne Bemerkung über Vekic fallen gelassen, was eine Strafe nach sich gezogen hatte.

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