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Die Karriere von Rafael Nadal: Titel, Triumphe und Verletzungen
Rafael Nadal (r.) setzte sich im Halbfinale der French Open gegen Roger Federer (l.) durch © Getty Images
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Rafael Nadal siegt zum zwölften Mal bei den French Open. So oft wie der "König von Roland Garros" hat noch niemand den Titel bei einem Grand Slam gewonnen.

Die letzten Worte des "Königs von Roland Garros" klangen wie ein nervtötender Tinnitus in den Ohren seiner Kontrahenten. "Ich freue mich", sagte Rafael Nadal lächelnd zum Abschluss der Siegerehrung, "wirklich schon auf das nächste Jahr."

Für Dominic Thiem ist das keine gute Nachricht, auch nicht für all die anderen, die sich Hoffnungen auf einen Sieg bei den French Open machen. So lange der 33-Jährige sein Kommen ankündigt, ist dieses Turnier sein Turnier.

Zum zwölften Mal stemmte Nadal am Sonntag den "Coupe des Mousquetaires" in die Höhe, daneben stand ein fast verzweifelt wirkender Thiem. 

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Der Österreicher, dem Spanier bereits im Vorjahr im Endspiel am Bois de Boulogne unterlegen, mochte gar nicht hinhören, als dieser behauptete: "Ich weiß, wie es ist, ein Finale zu verlieren."

Nein, zumindest in Roland Garros kennt Nadal dieses Gefühl nicht: Zwölf Mal stand er hier im Finale, zwölf Mal gewann er.

Nadal schlägt Thiem in vier Sätzen

Nicht dass Thiem (25), immerhin die Nummer vier der Welt, es nicht versucht hätte. Im Vorjahr unterlag er glatt in drei Sätzen, auch, weil er kränkelte. Diesmal wehrte er sich zumindest in den phasenweise grandiosen ersten beiden Sätzen tapfer.

Dann ging Nadal auf die Toilette: "Ich dachte nach und kam mit ein paar guten Ideen zurück." Er machte 16 der ersten 17 Punkte im dritten Satz, führte 4:0 - und war nicht mehr zu stoppen. 6:3, 5:7, 6:1, 6:1 hieß es nach 3:01 Stunden. 

"Auf Sand gibt es keinen, der ihm auch nur entfernt nahe kommt", hatte Roger Federer nach seiner Halbfinalniederlage gegen Nadal über den ewigen Rivalen gesagt.

Tatsächlich kommt Nadal dem Grand-Slam-Rekordsieger Federer nahe: Er hat jetzt 18 Titel, zwei fehlen ihm noch, um gleichzuziehen. "Ich habe bestimmt 15 Grand Slams wegen Verletzungen verpasst", sagte Nadal am Sonntag, "sollte ich ein paar mehr Grand Slams gewinnen und näher an Roger heranrücken, wäre das unglaublich. Aber im Grunde interessiert mich das nicht."

Was Nadal viel mehr bedeutet: Wie er sich aus der jüngsten, schweren Phase wieder zurück auf seinen Thron gekämpft hat. "Ich hatte zu viele Probleme in den vergangenen 18 Monaten. Und das macht diese vergangenen paar Wochen sehr, sehr speziell", sagte Nadal.

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Nadal stellt mit zwölf Titeln Rekord bei French Open auf

Das Wichtigste sei für ihn gewesen, zu erkennen: Der Körper braucht ab und an eine Pause, was auch eine andere mentale Herangehensweise erfordert. "Diese Trophäe", sagte er über den "Coupe des Mousquetaires", "bedeutet mir viel, aber persönlich befriedigt es mich mehr, meine Einstellung geändert zu haben."   

Zwölf Titel bei ein- und demselben Grand Slam sind noch keiner Spielerin und keinem Spieler gelungen. Bislang teilte sich Nadal den Rekord mit der Australierin Margaret Court, die elf Mal in Melbourne gewonnen hatte. "Rafa, du bist ein unglaublicher Champion", sagte Thiem, "zwölf Mal hier zu gewinnen ist nicht real."

Er werde es "nächstes Jahr wieder versuchen", versicherte der Österreicher. Soll er, nur: Dann wird auch der "König von Roland Garros" wiederkommen, um über sein Reich zu herrschen.

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