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Angelique Kerber will ihren Titel in Wimbledon verteidigen
Angelique Kerber will ihren Titel in Wimbledon verteidigen © Getty Images
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Angelique Kerber steht in der zweiten Runde von Wimbledon. Auch Julia Görges und Jan-Lennard Struff starten souverän ins Turnier. Dominik Köpfer überrascht.

Angelique Kerber pustete mehrfach tief durch, am Ende bestand sie ihre Geduldsprobe zum Auftakt in Wimbledon aber doch ohne größere Probleme. Die Kielerin hat ihre erste Hürde auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung letztlich souverän genommen und steht als erste Deutsche in Runde zwei. Gegen die enorm unorthodox spielende Tatjana Maria setzte sich Kerber 6:4, 6:3 durch.

"Sie war eine schwierige Gegnerin heute. Ich habe versucht, mein Spiel zu finden und das Match zu genießen", sagte Kerber: "Es war schön, auf den Centre Court zurückzukehren."

Kerber bricht deutschen Bann

Kerbers Erfolg war der erste deutsche Sieg in diesem Jahr. Zuvor hatte auch Andrea Petkovic ihr Auftaktmatch gegen Monica Niculescu (Rumänien) 6:2, 2:6, 5:7 verloren und damit die Pleitenserie vom Vortag fortgesetzt. Da waren alle sieben angetretenen deutschen Frauen und Männer, darunter auch Topspieler Alexander Zverev, an ihrer Auftakthürde gescheitert.

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Kerber trifft nun am Donnerstag auf die US-Amerikanerin Lauren Davis, die als Lucky Loserin der Qualifikation ins Hauptfeld gerutscht war. Das bislang einzige Duell mit der US-Amerikanerin hat sie 2011 bei den US Open gewonnen.

Für die frühere Weltranglistenerste könnte es ab dem Achtelfinale knüppeldick kommen: In der Runde der letzten 16 droht die Neuauflage des Vorjahres-Finals gegen US-Superstar Serena Williams und im Viertelfinale ein Duell mit der Weltranglistenersten und French-Open-Siegerin Ashleigh Barty (Australien).

Siegemund in der zweiten Runde

Laura Siegemund hat erstmals in ihrer Karriere die zweite Runde in Wimbledon erreicht. Die 31-Jährige bezwang die britische Wildcard-Starterin Katie Swan 6:2, 6:4 und meisterte damit als zweite Deutsche ihre Auftakthürde beim Grand-Slam-Turnier in London.

Für Siegemund war es der erste Sieg bei dem traditionsreichen Rasen-Major. 2015 und 2016 war sie jeweils in Runde eins gescheitert, hatte seitdem aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme nicht mehr im Hauptfeld gestanden. Nach 1:13 Stunden beendete Siegemund das Match mit einem Ass. Ihre nächste Gegnerin ist nun am Donnerstag Barbora Strycova aus Tschechien.

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Kerber mit Problemen gegen Maria

Auch Maria hatte Kerber auf dem Centre Court von Wimbledon von Beginn an einige Probleme bereitet. Die 31-Jährige, deren bestes Major-Ergebnis ein Drittrundeneinzug 2015 in Wimbledon ist, schlug die Bälle fast ausschließlich mit viel Unterschnitt. So nahm sie der Favoritin im ersten Satz gleich zweimal den Aufschlag ab. Im entscheidenden Moment bewies Kerber jedoch Nervenstärke.

Im zweiten Satz schaffte Kerber ein frühes Break, konnte die Führung aber nicht lange halten. Maria schnibbelte, rannte und zwang ihre Gegnerin immer wieder in lange Ballwechsel. Doch weil auch sie selbst immer wieder Probleme hatte, das eigene Service durchzubringen, zog Kerber erneut in der entscheidenden Phase davon.

Maria gelingt "Schlag des Tages" 

Auch ein Highlight-Ballwechsel beim Stand von 5:3 für Kerber, den Maria mit einem sehenswerten Volley-Stop im Anschluss an einen sogenannten "Tweener" von Kerber, also einem Schlag durch die Beine, gewann, änderte letztlich nichts mehr. Nach 1:21 Stunden beendete Kerber das Match.

Görges als dritte DTB-Dame weiter

Vorjahres-Halbfinalistin Julia Görges folgte Kerber und Siegemund als dritte deutsche Tennisspielerin in die zweite Runde.

Die 30-Jährige setzte sich gegen die Rumänin Elena-Gabriela Ruse mit 7:5, 6:1 durch und trifft nun mit der Russin Varvara Flink auf eine weitere Qualifikantin. Vor allem im zweiten Satz spielte Görges ihre ganze Klasse aus und ließ ihrer Gegnerin keine Chance.

Köpfer sorgt für Überraschung

Für eine Überraschung sorgte danach Grand-Slam-Debütant Dominik Köpfer. Der 25-Jährige aus Furtwangen im Schwarzwald besiegte den Serben Filip Krajinovic 6:3, 4:6, 7:6 (11:9), 6:1.

Köpfer hatte in der Vorwoche im nordenglischen Ilkley seinen ersten Titel auf der zweitklassigen Challenger-Tour gewonnen und dadurch eine Wildcard für Wimbledon erhalten.

Struff lässt Albot keine Chance

Auch Jan-Lennard Struff ist einer Runde weiter. Der Warsteiner setzte sich souverän gegen Radu Albot (Rumänien) mit 6:4, 6:3, 6:2 durch.

Struff, der mit der Nummer 33 erstmals in seiner Karriere zu den gesetzten Spielern bei einem der vier Majors gehört, hatte im Vorjahr mit dem Drittrundeneinzug sein bestes Ergebnis in London verbucht.

Nächster Gegner für Köpfer ist nun Diego Schwartzman (Argentinien/Nr. 24), Struff bekommt es mit Taylor Fritz (USA) zu tun.

Am Montag waren noch alle fünf gestarteten Deutschen, darunter auch Topspieler Alexander Zverev, an ihrer Auftakthürde gescheitert.

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