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Angelique Kerber verlor gegen Kristina Mladenovic
Angelique Kerber gewann 2016 die US Open © Getty Images
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Die Krise von Angelique Kerber setzt sich auch bei den US Open fort. Die ehemalige Weltranglistenerste scheitert in Runde eins. Die Kritik von Boris Becker fällt hart aus.

Angelique Kerber winkte entnervt ab und schlich mit hängendem Kopf zum Netz.

53 Tage nach ihrem Zweitrunden-Aus als Titelverteidigerin in Wimbledon hat die 31-Jährige bei den US Open ihre nächste bittere Grand-Slam-Enttäuschung einstecken müssen.

In New York scheiterte Kerber bereits an ihrer Auftakthürde, sie verlor gegen die clevere Französin Kristina Mladenovic nach 2:24 Stunden mit 5:7, 6:0, 4:6.

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Kerber: "Es ist ein bisschen enttäuschend"

"Natürlich ist das enttäuschend. Es war nicht mein bestes Match", sagte Kerber und lobte ihre Bezwingerin: "Sie hat eine gute Taktik gegen mich gewählt, es war ein Spiel mit Aufs und Abs. Es ist ein bisschen enttäuschend, dass ich im Match nicht so gut spielen konnte wie zuvor im Training." Und die Kielerin gestand sich ein: "Ich werde ein paar Tage brauchen, um dieses Match zu vergessen."

Doch was bedeuten all diese "Aufs und Abs" wirklich? "Die Aufs und Abs sind ein Teil meiner Karriere. Jedes Auf und Ab ist anders. Das gehört dazu. Ohne diese Aufs und Abs hätte ich auch nicht das erreicht, was ich erreicht habe", erklärte Kerber bei Eurosport. "Aber natürlich gibt es dann auch Phasen, bei denen es nicht so gut läuft."

Wie es weitergehe? "Ich muss da jetzt durch, ich muss das akzeptieren und werde – so gut es geht – versuchen, in den nächsten Tagen und Wochen da rauszukommen."

"Wenn jetzt nicht der Groschen gefallen ist..."

Tennis-Legende Boris Becker wollte Kerbers Fiasko indes nicht ganz so leicht abhaken.

"Wenn jetzt nicht der Groschen fällt, wann dann?", sagte Becker als Experte bei Eurosport und fügte hinzu: "So langsam mache ich mir Sorgen um Angie."

Becker monierte Kerbers "ängstliches Spiel" und sah einen Grund für das Erstrundenaus in der Tatsache, dass Kerber derzeit ohne Trainer unterwegs ist: "Ich kann das nicht verstehen, dass sie hier ohne Trainer angetreten ist. Gerade in den entscheidenden Phasen braucht man auch eine emotionale Stütze."

Talfahrt geht ungebremst weiter

Die Talfahrt der dreimaligen Grand-Slam-Siegerin, die 2016 noch in Flushing Meadows triumphiert hatte, geht ungebremst weiter. Kerber brachte in der knallheißen Mittagssonne auf dem Grandstand nicht genug Konstanz in ihr Spiel, um die dritte Auftaktpleite in Serie zu verhindern.

Kerber kassiert zweite Niederlage gegen Mladenovic

Dazu ließ sie zu viele Breakchancen ungenutzt und musste im sechsten Duell mit der früheren Top-10-Spielerin Mladenovic die zweite Niederlage einstecken.

Zwar gelang Kerber ein Start nach Maß, direkt ging sie 2:0 in Führung, doch dann bekam sie Mühe mit Mladenovics variantenreichem Spiel.

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Kerber tue sich "schwer, wenn die Gegnerin das Tempo variiert, hin und wieder mal Topspin einstreut oder einen Slice", hatte Mladenovics deutscher Trainer Sascha Bajin im Vorfeld des Spiels der Süddeutschen Zeitung gesagt. 

Im Vorjahr führte er die Japanerin Naomi Osaka in New York zum Titel - nun befolgte sein neuer Schützling die Anweisungen mit Erfolg.

Kerber ohne Trainer bei US Open

Mal kamen die Bälle langsam und kopfhoch, mal peitschten sie die Grundlinie entlang, mal landeten sie als Stopp direkt hinter dem Netz - Gift für Kerbers so geliebtes Konterspiel. Hilfesuchend blickte sie beim Stand von 4:4 im ersten Satz zu Manager Aljoscha Thron auf der Tribüne. Einen Trainer suchte sie dort vergebens.

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Nach dem Zweitrunden-Aus in Wimbledon hatte sie sich von Trainer Rainer Schüttler getrennt, danach kein Spiel mehr gewonnen.

Immer steckte Kerber nicht auf. Auch im zweiten Satz nahm sie Mladenovic direkt den Aufschlag ab, anders als zuvor bestätigte sie das Break aber zum 3:0. Ihre Kontrahentin ließ sich im Anschluss minutenlang am Rücken behandeln, wirkte auf dem Court arg beeinträchtigt und verlor den zweiten Satz glatt.

Das Spiel hatte jedoch noch eine weitere Wendung parat, auf einmal wirkten Mladenovics Bewegungen wieder wesentlich runder und sie meldete sich mit einem Break zu Beginn des dritten Satzes eindrucksvoll zurück. 

Kerber schaffte zwar den Ausgleich zum 3:3, doch Mladenovic behielt die besseren Nerven und verwandelte ihren zweiten Matchball.

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