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New York City - Lockere Sprüche, knallharte Schläge: Drei Monate nach ihrem Triumph in Paris setzen Kevin Krawietz und Andreas Mies auch bei den US Open zum Höhenflug an.

Paris hatten Andreas Mies und Kevin Krawietz dann doch verschont. Der Eiffelturm sei einfach "zu stabil" gewesen für die Abrisspläne der beiden Doppel-Spezialisten nach ihrem Triumph bei den French Open, nun muss aber New York um seine Wahrzeichen fürchten.

"Das Empire State Building", überlegte Krawietz, könnte beim zweiten Grand-Slam-Titel in großer Gefahr sein, doch Mies fiel noch etwas Besseres ein: "Nö, die Freiheitsstatue – die nehmen wir mit nach Deutschland."

Noch wacht Lady Liberty aber über den Hafen von New York, denn erst einmal müssen die deutschen Doppel-Helden am Donnerstag ihr Halbfinale bei den US Open gegen Marcel Granollers/Horacio Zeballos (ab 19.30 Uhr im LIVETICKER) überstehen. Rund drei Monate nach ihrem überraschenden Titel in Paris ist Träumen aber wieder erlaubt.

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Mies: "Verrückte Reise"

"Es ist eine verrückte Reise", sagte Mies: "Wir reden manchmal darüber, wie schnell alles gegangen ist - der Anfang auf der Challenger-Tour im April letzten Jahres, dann Grand-Slam-Champions und nun die Chance, nach kurzer Zeit ein weiteres Finale zu spielen."

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New York, das ist für Krawietz und Mies ohnehin ein gutes Pflaster. Im Februar gewannen sie im Big Apple erstmals einen gemeinsamen Titel auf der ATP-Tour. Dass das Doppel ein halbes Jahr später in den großen Arenen in Flushing Meadows glänzt, "hört sich natürlich verrückt an", sagte Krawietz.

Abzusehen war es freilich nicht, dass der Coburger Krawietz und der Kölner Mies so schnell wieder an der nächsten Sensation schnuppern. "Nach den French Open hatten wir ein kleines Tief", erzählte Mies. Nur zwei Spiele gewannen sie auf dem Weg zu den US Open, in Wimbledon war schon in der ersten Runde Schluss. 

Davis-Cup wäre "absoluter Traum"

Aber nun, so Mies, "haben wir unser Spiel wieder gefunden", was sogar auf noch größere Ehren hoffen lässt. "Es ist ein absoluter Traum, Davis Cup zu spielen", sagte Krawietz, betonte aber: "Wir gehen jetzt nicht hin und sagen: Jetzt sind aber wir dran."

Das bislang gesetzte Doppel aus Jan-Lennard Struff und Tim Pütz hat im Davis Cup noch kein Spiel verloren. Doch Krawietz und Mies liegen im Jahresranking auf Rang vier, die Teilnahme an den ATP-Finals in London ist greifbar nah. Und sollte Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann etwa wegen des Finalturniers in Madrid anrufen, "würde ich abheben", sagte Krawietz und lachte.

Im Big Apple haben sich die Tennisprofis erneut in Airbnb-Wohnungen eingemietet, denn dort fühlen sie sich wohler als in Hotels. "Wenn hier jeder mit fünf Mann anreist, dann ist es halt angenehmer, in einem kleinen Häuschen zu sein oder in einem großen Apartment, so gemütlich wie zu Hause", erklärte Mies - und lieferte die Vorteile direkt mit: "Meine Mutter macht dann morgens das Frühstück für alle."

Wie schon in Paris hatten beide ihre Unterkünfte in New York aber "erst einmal für eine Woche gebucht", erzählte Mies, der zwischendurch von Queens nach Brooklyn umziehen musste. Doch nun ist alles auf den großen Triumph ausgerichtet. "Wir haben optimistisch verlängert", erzählte er: "Bis zum Schluss."
 

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