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Alexander Zverev steht bei den US Open in New York im Finale
Alexander Zverev steht bei den US Open in New York im Finale © Getty Images
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New York City - Alexander Zverev steht dank Mega-Comeback im Finale der US Open. Dort kann er eine 24 Jahre lange Durststrecke der deutschen Tennis-Männer beenden.

Alexander Zverev steht nach einem furiosen Comeback im Finale der US Open in New York!

Der 23-jährige Deutsche setzte sich gegen den Spanier Pablo Carreno Busta nach 0:2-Satzrückstand nach 3:22 Stunden am Ende noch mit 3:6, 2:6, 6:3, 6:4, 6:3 durch. Zum ersten Mal überhaupt in seiner Karriere drehte Zverev damit ein Fünfsatzmatch, in dem er die ersten beiden Sätze verloren hatte - zuvor hatte er in sechs Matches nach 0:2 immer den Kürzeren gezogen. 

"Ich könnte nicht glücklicher sein, aber es ist noch ein weiterer Schritt zu gehen", sagte Zverev. "Ich konnte es kaum glauben: Ich spiele in einem Grand-Slam-Halbfinale als Favorit und liege 0:2 hinten. Aber ich stehe in meinem ersten Grand-Slam-Finale, das ist das Wichtigste." 

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Der ehemalige Weltklasse-Spieler Boris Becker lobte daher als TV-Experte bei Eurosport: "Es ist unglaublich, was Sascha Zverev für ein Mentalitätsmonster geworden ist."

Im Finale wartet Thiem

Der Finaleinzug in Flushing Meadows bedeutet für den 1,98-Meter-Schlaks auch das erste Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier. Sein bisher bestes Ergebnis bei einem der vier größten Tennisevents hatte er Anfang des Jahres mit dem Halbfinaleinzug bei den Australian Open erreicht.

Im Endspiel trifft Zverev am Sonntag auf den Österreicher Dominic Thiem, der den Vorjahresfinalisten Daniil Medwedew aus Russland - überraschend deutlich in drei Sätzen - mit 6:2, 7:6 (9:7), 7:6 (7:5) bezwang. (Finale der US Open, Alexander Zverev - Dominic Thiem am Sonntag ab 22 Uhr im LIVETICKER)

Mit Thiem hat der Deutsche eine Rechnung offen, in Melbourne war er im Januar noch in seinem ersten Major-Halbfinale an dem 27-Jährigen gescheitert. 

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Schon jetzt ist Zverev auf jeden Fall der erste deutsche Tennisprofi in einem Grand-Slam-Finale seit Rainer Schüttler bei den Australian Open 2003, der damals Andre Agassi deutlich unterlag. Den letzten deutschen Grand-Slam-Titel holte 1996 Boris Becker ebenfalls in Down Under, der heute 52-Jährige war 1989 auch der letzte deutsche US-Open-Gewinner.

Dabei sah es gegen den Weltranglisten-27. lange Zeit nicht gut aus für den 20 Positionen besser gerankten Zverev: Nach zwei verlorenen Aufschlagspielen lag er im ersten Satz schnell mit 1:5 zurück, die beiden folgenden Spielgewinne waren lediglich Ergebniskosmetik. 

"Ich habe das Gefühl, er ist immer noch beim Warmmachen", sagte Zverevs älterer Bruder Mischa nach dem verlorenen zweiten Satz bei Eurosport.

"Der schmeckt Blut"

Im zweiten Satz drohte Zverev beim Stand von 0:5 zwischenzeitlich sogar die Höchststrafe, Mitte des dritten Satzes aber schien auf einmal der Knoten zu platzen: Zwar schaffte Carreno Busta nach dem 3:1 für Zverev zunächst noch ein Re-Break, Zverev nahm dem Spanier aber direkt das nächste Aufschlagspiel wieder ab und brachte den Satz in nur 34 Minuten unter Dach und Fach.

Auch Becker schöpfte Hoffnung: "Er kann es jetzt noch rumreißen", sagte der dreimalige Wimbledonsieger: "Er wittert Morgenluft, der schmeckt Blut." 

Zverev macht Mega-Comeback perfekt

Auch im vierten Satz lag Zverev schnell mit einem Break vorne, nur um diesen Vorteil direkt wieder abzugeben. Der inzwischen sichtlich von Rückenproblemen geplagte Carreno Busta hatte letztlich aber nicht genug entgegenzusetzen, um den Satzausgleich zu verhindern.

Folgerichtig nahm Zverevs Gegenüber, der sich im Viertelfinale gegen Denis Shapovalov durchgesetzt und zuvor im Achtelfinale vom folgenschweren Aussetzer und der anschließenden Disqualifikation des Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic profitiert hatte, vor dem entscheidenden fünften Satz eine Behandlungspause in Anspruch.

Zverev aber knüpfte dort an, wo er in den beiden vorangegangenen Sätzen aufgehört hatte: Er nahm Carreno Busta direkt dessen erstes Aufschlagspiel ab, seinen eigenen Service hatte der Deutsche bis auf kleinere Wackler zu Beginn des Satzes hingegen voll im Griff.

Nach knapp dreieinhalb Stunden nutzte Zverev schließlich seinen zweiten Matchball und machte sein Mega-Comeback perfekt.

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