Paukenschlag! Kerber trennt sich von ihrem Coach
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München - Angelique Kerber entlässt überraschend Trainer Wim Fissette. Noch steht kein Nachfolger fest, ihr ehemaliger Coach Alexander Waske fände Boris Becker gut.

Es war ein Paukenschlag.

Am Montag verkündete Angelique Kerber, dass sie und Trainer Wim Fissette mit sofortiger Wirkung getrennte Wege gehen. Und das, obwohl das Gespann erst vor wenigen Wochen mit dem Triumph in Wimbledon den wohl größten Erfolg in der Karriere der 30-Jährigen feierte.

Auch Kerbers früherer Trainer Alexander Waske zeigte sich im SPORT1-Interview überrascht. Seitdem der Belgier Ende 2017 das Traineramt bei Kerber übernahm, ging es stets aufwärts.

Kerber im letzten Jahr stark

"Im Spiel von Angie hat man deutliche Unterschiede gesehen. Die Handschrift von Wim Fissette war klar zu erkennen", so der 43-Jährige.

Nach einer Saison zum Vergessen führte Wissette Kerber nach ihren Siegen bei den Australian und den US Open im Jahr 2016 mit dem Triumph in Wimbledon zu ihrem dritten Grand-Slam-Sieg.

Fissette bleibt immer nur kurz

Als Grund für die sofortige Trennung nannte Kerber "unterschiedliche Auffassungen bezüglich der zukünftigen Ausrichtung." Dass sich Kerber nur wenige Tage vor den WTA-Finals in Singapur von ihrem Coach getrennt hat, ist nach Meinung von Waske "eine emotionale Angelegenheit, keine Entscheidung für die nächste Saison."

Die nicht einmal ein Jahr dauernde Zusammenarbeit zwischen der Kielerin und Fissette ist keine Ausnahme. Bei fast allen Trainerstationen blieb der 38-Jährige nicht länger als zwölf Monate. Eine Tatsache, die auch Waske nicht verborgen geblieben ist: "Es ist durchaus auffällig, dass Wim Fissette zwar meist erfolgreich mit seinen Spielern arbeitet, die Zusammenarbeit aber oft nur kurzfristig ist."

Angelique Kerber triumphierte im Finale von Wimbledon gegen Serena Williams
Angelique Kerber triumphierte im Finale von Wimbledon gegen Serena Williams © Getty Images

Bei Trainerauswahl auf die Gefühle hören

Am Sonntag startet für Kerber in Singapur das letzte Turnier des Jahres. Nach den WTA-Finals fährt die 30-Jährige zunächst in den Urlaub, ehe die Vorbereitung auf die nächste Saison beginnt.

Wen Kerber dann als neuen Coach präsentiert, ist noch völlig offen. "Angie braucht einen Coach, der ihr Spiel verbessert und sie nach vorne bringt", rät Waske der dreimaligen Grand-Slam-Siegerin.

Wenn die neue Konstellation stimmt, hält Waske weitere Triumphe für erreichbar: "Im Damentennis ist im Moment alles möglich. Serena ist nicht mehr unschlagbar. Angie kann bei jedem Grand Slam um den Titel mitspielen, am ehesten jedoch auf Hartplatz oder Rasen."

Waske würde sich über Becker freuen

Als möglicher neuer Coach ist auch Boris Becker im Gespräch. Alexander Waske zeigt sich von diesem Vorschlag begeistert. "Boris Becker wäre super, ich würde es cool finden. Warum nicht?"

Wenn Kerber in einem Finale vor zehntausenden Zuschauern gegen die besten Spielerinnen der Welt antreten muss, ist der Druck enorm groß. Genau deshalb wäre Becker laut Waske der perfekte Ansprechpartner. "Um Angie bei dieser Thematik weiterhelfen zu können, wäre Boris Becker super geeignet. Wenn der Druck massiv hoch war, dann hat er erst recht gut gespielt. Er kann solche Situationen am besten nachempfinden und ihr dann helfen."

Arbeit mit Frauen ist anders

Dennoch könnte es nach Meinung des 43-Jahrigen bei einer möglichen Zusammenarbeit ein Problem geben. "Boris Becker würde sich umstellen müssen, wenn er eine Frau trainieren würde. Das ist etwas ganz anderes. Dabei geht es nicht nur um Analysen, sondern häufig um die Gefühlslage der Spielerin."

Auch wenn noch nicht klar ist, wer die Kielerin in Zukunft trainiert, für die WTA-Finals hat Kerber eine Lösung gefunden. Hitting Partner Andre Wiesler sitzt als Coach in Kerbers Box.

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