Dost kündigt bei Sporting
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Die Angriffe von Sporting-Fans auf die eigenen Spieler haben Konsequenzen. Nach Kapitän Rui Patricio reichen weitere Stars um Bas Dost ihre Kündigung ein.

Dem portugiesischen Topklub Sporting Lissabon droht nach den Übergriffen der eigenen Fans der Verlust gleich mehrerer Stars.

Die beiden Mittelfeldspieler William Carvalho und Bruno Fernandes, die Stürmer Bas Dost und Daniel Podence sowie Supertalent Gelson Martins haben dem Klub ihre Kündigung mitgeteilt. Die fünf Profis teilten in separaten Schreiben mit, durch die Fan-Attacken bestünden "gültige Motive", ihre Verträge aufzulösen.

Zuvor hatte Kapitän und Torwart Rui Patricio als Reaktion auf die Vorfälle als erster Spieler Anfang Juni seine Kündigung eingereicht. Auch Trainer Jorge Jesus hatte den Vorfall als Vorwand für seinen Abschied genommen.

"Diese Kommunikation, ihre Auswirkungen und Konsequenzen werden analysiert", teilte Sporting mit. Es drohen juristische Auseinandersetzungen.

Druck durch Spielerberater

Sporting-Präsident Bruno de Carvalho vermutete, dass die Kündigungen auch auf Druck der Spielerberater zustande kamen, da diese die Profis dadurch ablösefrei transferieren könnten. Er rechnet nicht damit, dass die Spieler sich bei den anstehenden Prozessen durchsetzen würden.

"Die Argumentation für die Auflösungen ist so schwach, dass man schon merkt, dass diese Prozesse nicht initiiert wurden, um sie bis zum Ende durchzuführen", sagte der umstrittene Klubboss und bot seinen Rücktritt an. "Wenn die aktuelle Führung das Motiv für die Auflösungen ist, dann reicht ein Brief von den sechs Spielern, damit wir zurücktreten."

Vermummte stürmen Trainingsgelände

Mitte Mai hatten Vermummte mit Stöcken und Gürteln bewaffnet das Trainingsgelände und die Umkleidekabine des Klubs gestürmt. Dabei erlitt der frühere Bundesliga-Profi Dost eine blutende Kopfverletzung, die genäht werden musste.

Sporting hatte die Qualifikation für die Champions League durch eine 1:2-Niederlage bei Maritimo Funchal am letzten Spieltag verpasst und beendete die Saison hinter Meister FC Porto und dem Stadtrivalen Benfica auf Platz drei.

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