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Ozan Kabak unterschreibt beim VfB Stuttgart einen Vertrag bis 2024
Ozan Kabak unterschreibt beim VfB Stuttgart einen Vertrag bis 2024 © Twitter @VfB
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Der VfB Stuttgart verpflichtet Ozan Kabak, in den Deal soll angeblich der FC Bayern involviert sein. Wer ist der junge Mann, der einen solchen Wirbel entfacht?

Ein bisschen Flunkern gehört für Michael Reschke bekanntlich zum Geschäft. "Massive Wahrheitsbeugung" nennt das der Sportvorstand des VfB Stuttgart.

Wie genau er es im Fall von Ozan Kabak mit der Wahrheit nimmt, wird sich erst noch herausstellen. Am Donnerstag berichtete der kicker, dass der FC Bayern München in den Wechsel des türkischen Toptalents, das sich den Schwaben für die klubinterne Rekordsumme von elf Millionen Euro anschließt, involviert sei. Ähnlich wie bei dem Wechsel von Serge Gnabry 2016 zu Werder Bremen soll sich der Rekordmeister ein Vorkaufsrecht gesichert haben.

Ein Umstand, den Reschke vehement zurückwies. "Wir verweisen es total ins Reich der Fabeln, dass es bei Ozan Kabak irgendwelche Vorvereinbarungen mit anderen Klubs gibt", schimpfte der 61-Jährige in der Bild. "Der Spieler gehört dem VfB. Kein anderer Verein ist involviert. Ich weiß nicht, warum solche Fehlinformationen verbreitet werden. Wir haben diesen Transfer alleine abgewickelt", so Reschke weiter.

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Wer ist der junge Mann, der einen solchen Wirbel entfacht? Was macht Ozan Kabak so stark, dass Reschke eine so hohe Ablöse an Galatasaray Istanbul überweist?

Kabak beim VfB: Vorgriff auf Pavard-Abgang

Zunächst ist der Transfer des türkischen U18-Nationalspielers als Vorgriff für den Sommer zu betrachten.

Dann wird Benjamin Pavard die Schwaben dank einer Ausstiegsklausel für rund 35 Millionen Euro in Richtung München verlassen. Bis dahin kann sich Kabak, der in Stuttgart die Rückennummer 18 tragen wird, ein halbes Jahr an das höhere Tempo in der Bundesliga gewöhnen.

Das allein ist aber nicht der Grund für den sofortigen Transfer. Reschke ist überzeugt, dass Kabak "uns auch in der Rückrunde schon entscheidend weiterhelfen" kann. Die Stuttgarter Defensive ist mit 35 Gegentreffern die zweitschlechteste der Liga.

Reschke schwärmt von Kabaks Qualitäten

Zudem waren andere europäische Klubs, die in höheren Gefilden als der VfB anzusiedeln sind, an dem Rechtsfuß interessiert. Manchester United, der FC Watford und auch Borussia Dortmund wurden zuletzt als Interessenten genannt. Berichtet wurde von einer Ausstiegsklausel über 7,5 Millionen Euro. Die Stuttgarter bezahlen nun mehr, um sich das umworbene Talent zu sichern. Kabak unterschreibt einen bis 2024 laufenden Vertrag, der auch in der 2. Liga Gültigkeit besitzen soll.

Dementsprechend euphorisch verkündete Reschke die Verpflichtung: "Wir freuen uns sehr, dass sich Ozan trotz zahlreicher anderer Angebote von namhaften europäischen Klubs für den VfB entschieden hat." Kabak zähle "zu den vielversprechendsten Abwehr-Talenten in Europa und ist somit ein ganz wichtiger Eckpfeiler unserer mittelfristigen Kaderplanung", kommentiert der Sportvorstand auf der Vereinswebseite.

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Kabak hat Galatasaray im Herzen

Kabak, der am 25. März 2000 in der türkischen Hauptstadt Ankara geboren wurde, spielte seit dem Kindesalter für den Nachwuchs von Galatasaray. Dementsprechend wandte er sich nach der Bekanntgabe des Transfers in die Bundesliga mit einem emotionalen Abschiedspost in den sozialen Netzwerken an die Fans des erfolgreichsten türkischen Vereins.

Gleichzeitig zeigte er sich "sehr glücklich, zu so einem großen Verein zu wechseln". Kabak wolle "die Fans hier in Stuttgart glücklich machen und den neuen Mitspielern so gut wie möglich helfen", so der 18-jährige im Interview mit VfB TV.

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Kabak, dessen Vorname Ozan sein Stuttgarter Trikot zieren wird, durchlief seit der U15 sämtliche Jugendnationalmannschaften der Türkei. Mit seiner Körpergröße von 1,86 Meter besitzt er Gardemaß für einen Innenverteidiger.

In dieser Spielzeit debütierte er in der türkischen Süper Lig und stand in 13 Ligapartien auf dem Platz. Auch Champions-League-Erfahrung kann Kabak in seinen jungen Jahren bereits vorweisen. Vier Spiele absolvierte er über die volle Distanz, darunter auch beide Begegnungen gegen den FC Schalke 04 in der Gruppenphase.

"Ozan ist extrem zweikampfstark, verfügt über ein sehr gutes Kopfballspiel und hat eine gute Schnelligkeit. Dazu ist er für seine jungen Jahre schon sehr abgeklärt in der Spieleröffnung", schwärmt Reschke.

Sprachprobleme sollten ebenso wenig auftreten. Der Türke lernte in der Schule über einige Jahre die deutsche Sprache. So twitterte er auch einen ersten Gruß an die Stuttgarter Fans auf Deutsch.

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Noch dazu trifft er im Schwabenland auf zwei seiner Landsleute. Der dreimalige türkische Nationalspieler Berkay Özcan und der Stuttgarter Individualtrainer Halil Altintop dürften die Integration erleichtern. Sollte er unter VfB-Trainer Markus Weinzierl in der nächsten Zeit überzeugen, hat er vielleicht auch eine Zukunft beim VfB - oder sogar beim FC Bayern?

Womöglich muss sich Reschke dann erneut der "massiven Wahrheitsbeugung" bedienen.

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