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München - Der FC Bayern ist optimistisch bei Leroy Sané, Manchester City sucht offenbar schon einen Ersatz. Ein Transfer würde eine Vielzahl an Problemen beim Rekordmeister lösen.

Wird am Ende doch alles gut für den FC Bayern?

Wenn Trainer Niko Kovac zu möglichen Neuverpflichtungen befragt wird, verweist er in aller Regel auf Sportdirektor Hasan Salihamidzic. "Brazzo" sei für die Transfers zuständig.

Auch deshalb waren die Aussagen von Kovac im ZDF bemerkenswert. Angesprochen auf Leroy Sané antwortete er offensiv wie nie. "Leroy ist ein toller Fußballer, der das in der Nationalmannschaft und in England bewiesen hat. Den möchten wir und unsere Vereinsführung ist da engagiert dran."

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Dass es in der heutigen Zeit nicht einfach sei, sei klar. Sonst wäre der Wechsel ja schon durch, erklärte Kovac. Um dann hinterherzuschieben: "Ich bin aber sehr zuversichtlich und gehe davon aus, dass wir ihn bekommen können."

Zuletzt hatte sich schon Bayern-Botschafter Lothar Matthäus im SPORT1-Interview optimistisch gezeigt: "Ich bin davon überzeugt, dass sie Sané holen, wenn es eine Chance gibt." Der Angreifer sei "die 1-A-A-Lösung".

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City schaut nach Sané-Alternative

Es scheint also Bewegung in den Poker um den laut transfermarkt.de mit 100 Millionen Euro wertvollsten DFB-Spieler zu kommen. Dazu passt auch der Bericht der spanischen AS. Demnach schauen sich die Citizens bereits nach einem Ersatz für den deutschen Flügelstürmer um.

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Objekt der Begierde soll Mikel Oyarzabal sein. Der 22-Jährige von Real Sociedad wurde jüngst U21-Europameister mit Spanien. Der Linksfuß ist wie Sané vornehmlich auf der linken Außenbahn beheimatet. City soll bereit sein, im Falle eines Sané-Abgangs die Ausstiegsklausel im Wert von 75 Millionen Euro zu ziehen.

Laut Bild soll Salihamidzic bereits Verhandlungen mit den Engländern wegen Sané aufgenommen haben. City soll dem Nationalstürmer aber ein neues Vertragsangebot vorgelegt haben, darauf ist der Ex-Schalker bislang offenbar noch nicht eingegangen.

Und auch Trainer Pep Guardiola scheint sich so langsam aber sicher gedanklich auf einen Abgang des 23-Jährigen vorzubereiten. "Er muss sich entscheiden. Wenn er gehen möchte, kann er das, aber wir wären traurig", sagte er nach Angaben der BBC. Eine finanzielle Einigung zwischen Bayern und City scheint möglich, es steht und fällt offenbar alles mit der (noch offenen) Entscheidung des Spielers.

Transferfenster in England schließt am 8. August

Die Personalie Sané dürfte in den nächsten Tagen weiter Fahrt aufnehmen. Denn die Zeit drängt, vor allem für City. Das Transferfenster in England schließt für Einkäufe bereits am 8. August, nur Verkäufe sind anschließend weiter möglich. Guardiola müsste also bis zu diesem Zeitpunkt einen Sané-Ersatz verpflichtet haben. Zumal zwei Tage später bereits das erste Spiel in der Premier League für City ansteht, auswärts bei West Ham United.

Außerdem verpasste eine Vielzahl an City-Akteuren große Teile der Vorbereitung, darunter auch das Angriffstrio Riyad Mahrez, Gabriel Jesus und Sergio Agüero, das beim Afrika Cup und bei der Copa América aktiv war. Frühzeitige Klarheit in Sachen Offensivpersonal dürfte daher im Interesse Guardiolas sein.

Doch auch für die Bayern wäre eine zügige (möglichst positive) Sané-Entscheidung wichtig. Die Verpflichtung der Optimallösung für den Flügel könnte die bisher oft kritisierte Transferoffensive des Rekordmeisters auf einen Schlag veredeln.

Für die Außendarstellung des Rekordmeisters wäre eine Verpflichtung eines solchen Kalibers enorm wichtig – und eine Kampfansage an die internationale Konkurrenz, in Zukunft wieder Europas Thron angreifen zu wollen.

Bayern-Fans warten auf Knaller-Transfer

Mindestens genauso wichtig wäre eine Sané-Verpflichtung aber auch für die eigenen Fans. Sehnsüchtig warten diese auf einen Knaller-Transfer für die Offensive, schielten zuletzt neidisch zum BVB, der einen Top-Transfer nach dem anderen tätigte. Dieser Deal würde die Gemüter der eigenen Anhänger auf einen Schlag beruhigen.

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Gleiches gilt wohl auch für die Mannschaft. Immer öfter forderten auch die Spieler zuletzt öffentlich weitere Kaderverbesserungen. "Wir haben aktuell 17 Feldspieler. Wenn man in der Champions League aber wirklich was reißen will, dann könnten wir vielleicht noch den einen oder anderen brauchen", erklärte beispielsweise Joshua Kimmich im Interview mit SPORT1.

Sané würde die Offensivqualität der Bayern auf ein neues Level heben. Mit Kingsley Coman, Serge Gnabry und dem Ex-Schalker hätte der Rekordmeister drei hochkarätige Optionen für die Flügel, dazu mit Alphonso Davies und Jann-Fiete Arp noch Talente in der Hinterhand.

Macht Salihamidzic sein Meisterstück?

Mit am Wichtigsten wäre der Coup jedoch für Salihamidzic. Dem 42-Jährigen, der sich in diesem Transfersommer schon die eine oder andere blutige Nase holte und auch bei Wunschspieler Callum Hudson-Odoi trotz öffentlicher Liebesbekundungen abblitzte, täte ein Transfererfolg in dieser Kategorie außerordentlich gut. Der Sané-Transfer würde sein Profil schärfen und seinem Standing intern und in der Öffentlichkeit sicher nicht schaden.

Und auch für Kovac selbst hängt von einem Sané-Transfer viel ab. Er hatte in der Vergangenheit weitere Verstärkung für die Offensive gefordert, mit der Verpflichtung eines Sané bekäme er eine ebensolche, die seinen Handlungsspielraum deutlich erweitert.

Es könnte also tatsächlich alles gut werden beim FC Bayern. Vorausgesetzt natürlich, Sané entscheidet sich für den Rekordmeister.

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