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München - Leroy Sané hat sich überraschend von David Beckhams Berateragentur getrennt und sich LIAN Sports angeschlossen. Spielt der Wechsel nun eine Rolle im Bayern-Poker?

Es ist kein Geheimnis, dass sich Leroy Sané dem FC Bayern bereits vergangenen August angeschlossen hätte, wäre da nicht sein folgenschwerer Kreuzbandanriss gewesen.

Ebenso ist es kein Geheimnis, dass der 24 Jahre alte Flügelspieler in den Transferplanungen der Münchner weiterhin eine große Rolle spielt.

Sanés Wechsel von der David-Beckham-Agentur DB Ventures Limited zu LIAN Sports, denen sich unlängst auch Jérôme Boateng anschloss (SPORT1 berichtete jeweils exklusiv), wirft jedoch Fragen auf.

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Eine davon: Hat der Wechsel einen Einfluss auf den Bayern-Poker oder nicht?

Sané-Deal längst nicht fix - Münchner Schweigen

Laut BILD will Sané im Sommer immer noch nach München wechseln. Laut Kicker beginnen die Verhandlungen nach dem Beckham-Exit nun von vorne, der Wechsel sei keinesfalls sicher. Letzteres kann SPORT1 bestätigen, der Sané-Deal ist längst nicht fix.

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Fragt man beim FC Bayern nach Sané, ist die Antwort derzeit weder euphorisch, noch pessimistisch. Die Stimmfarbe liegt irgendwo dazwischen. Die Personalie Sané ist aber eine, mit der sich der Klub weiterhin befasst. Schließlich muss auf dem Flügel nachgerüstet werden.

Öffentlich hat sich die erste Reihe der Münchner in der Causa Sané des Schweigens verpflichtet. Die Antwort auf jede Nachfrage lautet, dass man sich nicht über Spieler anderer Vereine äußern wolle. Immerhin gab Sportdirektor Hasan Salihamidzic in Doha klar zu verstehen, dass ein Winterwechsel "kein Thema" sei.

Vor allem aber schweigt Bayerns Führung, weil noch gut in Erinnerung ist, wie das verbale Vorpreschen in der vergangenen Saison (unter anderem durch Ex-Trainer Niko Kovac) dazu führte, dass eine öffentliche Entschuldigung bei den Bossen von Manchester City nötig wurde. Unvergessen auch, wie erbost der FC Chelsea war, als Salihamidzic vor einem Jahr in Doha klarstellte, dass man Callum Hudson-Odoi unbedingt wolle. Das Ende ist bekannt.

Hernández-Verletzung als Erklärung für Bayerns Vorsicht

Sané jedenfalls wird trotz Schweigens und trotz seines Vertrags bis 2021 im Sommer einiges kosten. Gut möglich, dass die Bayern derzeit alles versuchen, um den Preis zu drücken.

Dass Transfer-Vorsicht beim Ex-Schalker derzeit eine Rolle spielt, hängt gewiss auch mit Lucas Hernández zusammen. Stolze 85 Millionen Euro ließ man sich den Franzosen kosten. Er kam verletzt nach München, ließ sich operieren, verpasste die Vorbereitung, spielte dann nicht selten durchschnittlich, verletzte sich wieder unglücklich und nahm nach fast drei Monaten Verletzungspause gestern wieder am Mannschaftstraining teil. Der Innenverteidiger, so muss man es sagen, ist nach derzeitigem Stand ein teures Missverständnis.

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Sanés-Poker könnte nun auch mit seiner Verletzung zusammenhängen. Sein Comeback-Zustand ist derzeit schlichtweg noch nicht einzuschätzen. Bilder aus England suggerieren einen Heilungsverlauf, nahe am Optimum. Seine Rückkehr ins Mannschaftstraining steht bevor. All das wirkt beruhigend.

Aber findet er nach seiner Verletzung wieder zu alter Form? Zur alten Genialität? Hält das Knie? All das sind Fragen, die derzeit wohl keiner beantworten kann. Man stelle sich also vor, die Münchner investieren wieder in Hernández'schen Sphären und würden (man wünscht es keinem) Ähnliches erleben.

Gewiss viel Konjunktiv, aber doch sind es Gedankenspiele, denen man sich als Bayern-Verantwortlicher stellen muss und gewiss auch wird.

Die Frage nach dem Geld

LIAN Sports ist fortan Ansprechpartner für die Verhandlungsführung um Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge und Salihamidzic. Letzter wurde von Sanés Beckham-Trennung auch umgehend informiert.

Cheftrainer Hansi Flick informierte sich übrigens bei Sané nach dessen Verletzung vergangenes Jahr, stand mit dem Spieler auch zuletzt in Kontakt. Beim Nationalspieler soll das gut angekommen sein.

Das Verhältnis zwischen den Bayern und LIAN-Sports-Boss Fali Ramadani soll auch intakt sein. Laut BILD habe der mächtige Berater auch schon Kontakt mit Rummenigge aufgenommen.

Kommunikation ist also vorhanden. Gesprochen wird nun vor allem, das wird vereinsintern vermutet, über das liebe Geld.

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Die Bayern sind bekanntlich im Umbruch. Routiniers-Verträge wie der eines Thomas Müller laufen 2021 aus. Die eines Benjamin Pavards oder Hernández', zwei der jüngsten Neuzugänge, sind bis 2024 an den Verein gebunden.

Bei Sané, sofern er denn nach der Saison tatsächlich wechselt, dürfte es ebenfalls um einen Langzeitvertrag gehen. Um vier bis fünf Jahre vielleicht, garniert mit einem Gehalt, was nicht minder geringer sein dürfte als das von Topverdiener Robert Lewandowski.

Dass Sané von LIAN Sports möglicherweise dazu bekehrt wird, bei den Citizens doch zu verlängern, ist derzeit unwahrscheinlich. Zuletzt meldete Metro, dass Sané dies plane. Hört man sich wiederum bei gut informierten englischen Kollegen um, wird diese Quelle als "dubios" und "unglaubwürdig" bezeichnet. Vielmehr sei der Status quo, dass seine Mitspieler weiterhin mit einem Sané-Abgang rechnen, weil Sané dies intern kundgetan haben soll.

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