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München - Nach den geplatzten Verhandlungen mit dem FC Bayern sieht vieles nach einem Wechsel von David Alaba im kommenden Jahr aus. SPORT1 zeigt seine Optionen.

Die Zeichen stehen auf Abschied.

Derzeit deutet vieles darauf hin, dass sich die Wege von David Alaba und dem FC Bayern München im Sommer 2021 nach dann 13 Jahren trennen werden. Nach dem monatelangen Hick-Hack um eine Verlängerung des im kommenden Sommer auslaufenden Vertrags zog der Rekordmeister sein Angebot am vergangenen Wochenende zurück.

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Damit ist ein ablösefreier Wechsel des Österreichers im kommenden Sommer die wahrscheinlichste Option. Ein millionenschweres Angebot in der Winterpause könnte den Triple-Sieger eventuell über einen vorzeitigen Verkauf nachdenken lassen, dann würde Alaba aber in den entscheidenden Spielen in der Rückrunde fehlen. Zudem ist äußerst fraglich, ob in diesen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten ein Verein eine solche Summe aufbringen kann.

Ein möglicher Verbleib in München ist allerdings nicht völlig ausgeschlossen. SPORT1 erfuhr: Die Bayern-Bosse bleiben gesprächsbereit und würden sich mit Alaba und seinen Beratern auch wieder an einen Tisch setzen. Allerdings müsste der Spieler proaktiv auf die Bayern zugehen. Das zurückgezogene Angebot wird allerdings nicht nachgebessert.

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Ab Januar könnte es dann konkret werden, dann darf der 28-Jährige offiziell mit anderen Klubs verhandeln. Theoretisch stehen die Türen zu fast allen europäischen Top-Klubs offen. Das Problem: Die Gehaltsforderungen, die schließlich auch eine Verlängerung bei den Bayern scheitern ließen, kann aufgrund der Corona-Krise nicht jeder Verein stemmen. SPORT1 zeigt Alabas Wechseloptionen.

Real Madrid

Spanien gilt als Wunschziel des Österreichers. Bei den Königlichen könnte er langfristig den Platz von Kapitän Sergio Ramos in der Innenverteidigung einnehmen.

Allerdings ist der spanische Meister aktuell zum Sparen verurteilt. Das Team von Trainer Zinedine Zidane einigte sich mit seinen Spielern auf einen Gehaltsverzicht. Im abgelaufenen Transfersommer gab Real zudem erstmals seit Jahren nicht einen Cent für Neuzugänge aus - im Gegenteil. Mit Verkäufen wie Achraf Hakimi oder Sergio Reguilon wurde einiges an Ablöse generiert.

Ob es mit Real wirklich so dramatisch bestellt ist, oder ob die Königlichen die Einnahmen dafür nutzen wollen, im kommenden Sommer groß einzukaufen, ist derzeit noch nicht absehbar. Der Name Kylian Mbappé steht schon länger im Raum, er gilt als absoluter Wunschspieler Zidanes.

Leicht dürfte es für Real nicht werden, Alaba für sich zu gewinnen. Denn die Zahlen, vor denen schon die Bayern zurückschreckten, dürften mit der aktuellen Gehaltspolitik der Königlichen kaum zu vereinbaren sein.

FC Barcelona

Was für Real gilt, gilt auch für den FC Barcelona. Alaba könnte sich einen Wechsel zu den Katalanen sehr gut vorstellen. Doch wie Real muss auch Barca sparen. Medienberichten zufolge droht dem Vizemeister schon im Januar die Insolvenz. Verhandlungen über einen Gehaltsverzicht von Lionel Messi & Co. laufen aktuell.

Die Katalanen strichen im Sommer Altstars wie Luis Suarez, Ivan Rakitic und Arturo Vidal von der Gehaltsliste, Transfererlöse konnten aber kaum erzielt werden. Wie die Marca schreibt, ist Barcelona aktuell nicht in der Lage, die Gehaltsforderungen Alabas zu stemmen. Favorisierter Transfer ist stattdessen der junge Eric Garcia von Manchester City.

Allerdings könnte eine Personalie die Sache ins Rollen bringen: Joan Laporta. Nach dem Rücktritt von Präsident Josep Bartomeu soll Ende des Jahres ein Nachfolger gewählt werden. Laporta, bereits von 2003 bis 2010 an der Spitze Barcas, will sich offenbar erneut zur Wahl stellen.

Das Besondere: Der 58-Jährige pflegt eine sehr enge Freundschaft zu Alaba-Berater Pini Zahavi. Schafft Laporta die Rückkehr als Vereinsoberhaupt, dürfte Zahavi einen neuen Vorstoß in Richtung eines Barcelona-Wechsels planen. Ein Modell, dass die Alaba-Seite nach SPORT1-Informationen vor Wochen bereits diskutiert hat.

Manchester City

Bereits im Zuge des Wechsels von Leroy Sané nach München wurde Alaba offenbar als Tauschmasse diskutiert. "Nach dem zweiten oder dritten Gespräch habe ich einen Anruf bekommen und wurde gefragt, ob ich mir einen Tausch vorstellen könnte. Wo ich dann sage: Das ist dann irgendwo ein Schlag ins Gesicht", erklärte Alaba nach Bekanntwerden der gescheiterten Verhandlungen bei Sky.

Ein Wechsel zu den Citizens ist - sollte aus dem Traum Spanien nichts werden - aber eine denkbare Option. Mit Pep Guardiola ist ein Alaba-Fan dort Trainer. Die beiden kennen sich noch gut aus Münchner Zeiten. Schon damals stellte Guardiola den Österreicher gelegentlich in die Innenverteidigung.

Am Finanziellen sollte es bei den Skyblues nicht scheitern. Allerdings steht hinter Guardiolas Zukunft selbst noch ein Fragezeichen. Sein Vertrag läuft 2021 aus. Schon im Sommer berichtete der Guardian vom City-Interesse an Alaba.

Mit Aymeric Laporte und Nathan Aké, der zu Saisonbeginn für rund 45 Millionen Euro vom AFC Bournemouth kam, gibt es allerdings bereits zwei Linksfüße in der Innenverteidigung. Hier käme Alaba allerdings seine Vielseitigkeit zugute. Er könnte bei City auch Linksverteidiger spielen, denn auf dieser Position krankt es beim englischen Vizemeister seit Jahren.

Paris Saint-Germain

Vor einiger Zeit berichtete die Sport Bild, Zahavi habe Alaba intensiv bei Paris Saint-Germain angeboten. Der Scheich-Klub aus Paris hätte wohl am wenigsten Probleme, Alabas Gehaltsforderungen zu erfüllen.

Bei PSG stellt sich für Alaba allerdings die Frage nach der sportlichen Herausforderung. Die Ligue 1 ist vom Niveau die schwächste der Topligen. In der Champions League will PSG jedes Jahr um den Titel mitspielen, bis auf den Finaleinzug in der vergangenen Saison waren die Franzosen davon allerdings weit entfernt.

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Juventus Turin

Der italienische Serienmeister soll sich angeblich sogar bereits mit Alaba einig sein. Das behauptet zumindest das italienische Medienunternehmen Mediaset. Auch ein Winterwechsel käme demnach in Betracht. Zum Rekordmeister pflegt die Alte Dame eine sehr gute Beziehung.

Mit Merih Demiral und Matthijs de Ligt verfügt Juventus bereits über zwei hochtalentierte Innenverteidiger, die die Vereinslegenden Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci auf Dauer ersetzen könnten. Trainer Andrea Pirlo lässt allerdings gerne in einer Dreierkette verteidigen, daher wäre Bedarf durchaus vorhanden.

Inter Mailand

Auch um einen möglichen Wechsel Alabas zu Inter Mailand war in der Vergangenheit bereits zu lesen. SPORT1 berichtete bereits im Mai vom Interesse der Nerazzurri am flexiblen Defensivspieler, der auch auf der Sechs agieren kann. Vor allem Trainer Antonio Conte, der hinter dem Defensiv-Allrounder bereits während seiner Amtszeit beim FC Chelsea (2016-2018) her war, ist noch immer ein großer Fan.

Bei den Mailändern träfe Alaba auf ein spannendes, ambitioniertes Projekt. Inwieweit Inter allerdings schon in der Lage ist, um den CL-Titel mitzuspielen, ist fraglich.

FC Liverpool

Der englische Meister wird bei den möglichen Optionen Alabas kaum genannt. Dabei hat der FC Liverpool in der Innenverteidigung Bedarf wie kaum ein anderer Top-Klub.

Aktuell fehlt Abwehrchef Virgil van Dijk monatelang aufgrund einer Kreuzbandverletzung. Der Niederländer dürfte zur kommenden Saison zwar wieder zur Verfügung stehen, einen zweiten Verteidiger mit dem Kaliber van Dijks sucht man beim Team von Jürgen Klopp allerdings vergebens.

Joe Gomez braucht noch Zeit, Joel Matip ist ein Innenverteidiger von internationalem Format, Weltklasse verkörpert er allerdings nicht. Aktuell stellen die Reds ohne van Dijk mit 15 Gegentoren nach sieben Spielen die zweitschlechteste Abwehr der Liga - als Tabellenführer wohlgemerkt.

Bei Liverpool hätte Alaba alle Möglichkeiten, um den Champions-League-Titel mitzuspielen. Zudem spielt mit Thiago bereits ein langjähriger Weggefährte aus Bayern-Tagen beim CL-Sieger von 2019.

FC Chelsea

Auch Liverpools Konkurrenz hätte durchaus Bedarf in der Abwehr. Personell ist das Team von Frank Lampard zwar gut aufgestellt, mit dem 35 Jahre alten Thiago Silva wurde zudem ein Routinier verpflichtet. Allerdings hat Lampard seine optimale Besetzung noch nicht gefunden. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass er eigentlich ausgemusterte Antonio Rüdiger plötzlich wieder eine Option bei den Blues darstellt.

Laut The Athletic wollten die Londoner Alaba im vergangenen Sommer verpflichten, der Wechsel scheiterte jedoch. Möglich, dass Lampard 2021 einen neuen Anlauf wagt. Die Blues haben im Sommer am meisten Geld aller Klubs für Neuzugänge in die Hand genommen, unter anderem Timo Werner und Kai Havertz verpflichtet. Das zeigt die Ambitionen.

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