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Goran Zec (r.) und die Schwäbisch Hall Unicorns sind nicht zu schlagen © football-aktuell.de/Baumert
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Die Schwäbisch Hall Unicorns bleiben auch im 45. Spiel in Folge ungeschlagen. Frankfurt feiert gegen München einen Gala-Sieg, während Ingolstadt lauert.

Ihren 45. Sieg seit 2017 in Folge landeten die Schwäbisch Hall Unicorns am Sonntag mit einem 42:36 bei den Marburg Mercenaries.

Aber wie schon in der Woche zuvor in der ersten Hälfte in München war der Gegner dicht dran, gab es immer wieder Phasen, in denen von der bisherigen Dominanz der Haller wenig zu spüren war.

Frankfurt siegt 46:0

Nächsten Sonntag erwarten die Unicorns mit Frankfurt Universe nun den Tabellenzweiten der GFL 2 Süd, der sich bei den Munich Cowboys mit einem 46:0 locker den höchsten Sieg des Wochenendes in der GFL erspielte. Die Frankfurter scheinen für ihren Trip nach Schwäbisch Hall jedenfalls gerüstet.

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Die bessere Vorbereitung auf das Spitzenspiel könnten aber die Unicorns gehabt haben: "Das ist die beste Offense, der wir in diesem Jahr bislang gegenüberstehen werden", hatte Halls Head Coach Jordan Neuman bereits vor dem Spiel in Marburg prognostiziert. Er sollte Recht behalten, denn der überragende Marburger Quarterback Jakeb Sullivan führte den Mercenaries-Angriff am Sonntag zu 36 Punkten. So viele konnte in diesem Jahr noch kein anderes Team gegen die amtierenden deutschen Meister erzielen.

Allerdings dauerte es lange, bis die Marburger die Haller Defense in Bedrängnis bringen konnten. Mussten die Unicorns eine Woche davor in München lange einem Rückstand hinterherlaufen, hatten sie diesmal im ersten Viertel wieder wie gewohnt mächtig vorgelegt. Von ihren drei Touchdowns zu Beginn zehrten sie dann später auch in der Marburger Sturm- und Drangphase.

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Einen der Touchdowns erzielte Verteidiger Goran Zec, nachdem er einen Sullivan-Pass abgefangen hatte. Zec gelang in der zweiten Hälfte eine weitere Interception, die zwar keine direkten Punkte brachte, aber die Marburger noch einmal entscheidend aufhielt. Ansonsten ging deren Angriffskonzept voll auf: Mit einem Mix aus Läufen und kurzen Pässen bei hohem Tempo produzierten die Hessen mehr als 80 Spielzüge und spielten die ersatzgeschwächte Unicorns-Verteidigung bei hohen Temperaturen müde.

Immer wieder verkürzte man so den Abstand auf sechs Punkte, ein letztes Mal eine Minute vor Spielende durch Sullivans Pass auf Philip Eichhorn. Beim folgenden Onside Kick allerdings sicherte Andre Feuerherdt den Ball und damit den Sieg für die Gäste. "Das war heute genau das harte Stück Arbeit, mit dem wir gerechnet hatten", atmete Neuman nach dem Spiel durch. "Ich gehe davon aus, dass Marburg in den Playoffs auf sich aufmerksam machen wird."

Scorpions geben deutliche Führung aus der Hand

Da die Stuttgart Scorpions auch ihr Rückspiel gegen die Allgäu Comets trotz 12:0-Halbzeitführung noch mit 12:16 verloren, läuft es für Marburg nun ziemlich sicher auf Platz drei bis zum Ende hinaus. Würde man also in den Playoffs auftrumpfen wollen, müsste dies wohl beim Nord-Zweiten geschehen. Auf dieser Position liegen derzeit die Hildesheim Invaders, und ein Viertelfinalspiel zwischen den Invaders mit Quarterback Casey Therriault und den Mercenaries mit Sullivan gegen zwei nicht immer sattelfeste Verteidigungen verspräche in der Tat ein wahres Feuerwerk an Angriffs-Highlights.

Die Hildesheimer machten am Samstag einen weiteren wichtigen Schritt in diese Richtung - nicht ohne zwischenzeitlich ins Schwimmen zu geraten. Am Ende aber siegte man mit 36:30 über die Berlin Rebels, die zu Beginn und am Ende die Akzente im Spiel hatten setzen können. Chris Smith und Quarterback Kurt Palandech brachten sie im ersten Viertel zweimal in Führung, im letzten Viertel sorgten Touchdowns von Palandech und Verteidiger Niels Schroedter nach Interception noch einmal für den Ausgleich.

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Dazwischen aber bestimmte Hildesheims Angriff das Geschehen. Vor allem Running Back Phil Gamble rackerte unermüdlich, erst recht, als ein Platzregen die Partie zur Wasserschlacht machte. Sein Lauf zum 30:14 wurde bereits als Sieges-Touchdown gefeiert, doch nach dem Doppelschlag der Rebels musste Gamble in der entscheidenden Serie doch noch einmal nachlegen. Eine Minute vor Schluss war sein Lauf zum 36:30 dann tatsächlich die Entscheidung.

Für die Berliner sind die Hoffnungen auf Rang drei damit auf ein Minimum zusammengeschmolzen. Dank der Siege der Dresden Monarchs gegen Potsdam (38:7) und der New Yorker Lions in Kiel (49:21) sind aber ihre Chancen, Platz vier bis zum Ende verteidigen zu können, eher gewachsen.

Ingolstadt in Lauerposition

Auch in der GFL Süd scheint der augenblickliche Tabellenvierte aus Stuttgart trotz seiner Niederlage gegen die Comets weiter auf die Endrunde abonniert. Die Allgäuer müssen noch jeweils zweimal gegen Marburg und Schwäbisch Hall spielen, Kirchdorf und München sind jetzt schon aus dem Playoff-Rennen ausgeschieden.

© football-aktuell.de/Baumert

Doch kurioserweise hat nun der Tabellenletzte Ingolstadt Dukes die besten Aussichten, den Stuttgartern noch gefährlich zu werden. Die in der Hinrunde sieglosen und verletzungsgebeutelten Ingolstädter haben deutlich mehr Potenzial, als ihre bisherige Bilanz ausdrückt. Und beim Spiel in Kirchdorf stellten sie dies unter Beweis.

Zwei Interceptions des Slowaken Ivan Michalik und zwei Touchdown-Pässe von Cory Benedetto auf Anthony Mella waren die Basis für den 24:0-Erfolg der Dukes bei den Kirchdorf Wildcats. Nächste Woche nun kommt es gleich zum Rückspiel in Ingolstadt, danach spielen die Dukes beide Partien gegen die Munich Cowboys und am Ende ihr Heimspiel gegen Stuttgart. Vorerst brauchen die Dukes die Punkte aus diesen Spielen vor allem, um der Relegation zu entgehen. Aber auf den zweiten Blick sieht dieses Restprogramm fast wie eine ideale Route in die Playoffs aus.

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