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Max Kepler mit der fragwürdigen BlueLivesMatter-Maske
Max Kepler mit der fragwürdigen BlueLivesMatter-Maske © instagram.com/kepleroni
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München - Inmitten der Demonstationen gegen Polizeigewalt in den USA postet Max Kepler ein Bild von sich mit einer Maske der Gegenbewegung. Seine Erklärungen verwirren.

Der deutsche Baseball-Star Max Kepler hat inmitten der massiven Proteste gegen Polizeigewalt in Minneapolis einen heftigen Shitstorm verursacht.

Kepler postete auf seinem Instagram-Profil ein Bild, auf dem er eine Maske der Organisation #BlueLivesMatter trägt. Darauf ist eine amerikanische Flagge auf schwarzem Stoff mit einer blauen Linie zu sehen.

Sie gilt als Symbol für die Strafverfolgung und hat als Ziel, den Mord an Polizisten als Hassverbrechen einzustufen. Die Organisation gilt als reaktionäre Gegenbewegung zum Protest gegen die viel häufiger vorkommende polizeiliche Gewalt und Gewalt gegen Dunkelhäutige, der sogenannten #BlackLivesMatter-Bewegung.

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Diese hatte nach dem Tod eines Afroamerikaners in Minneapolis - der Stadt, in der Kepler für die Minnesota Twins spielt - zu heftigen Demonstrationen geführt.

George Floyd stirbt durch Polizeigewalt

Die in Minneapolis entstandenen Aufnahmen eines weißen Polizisten, der minutenlang auf dem Nacken des dunkelhäutigen US-Bürgers George Floyd (46) kniete, sorgten weltweit für Aufsehen. Floyd, dem durch den Angriff des Polizisten die Sauerstoffzufuhr abgeschnitten wurde, verlor bei dem Vorfall zunächst das Bewusstsein - später im Krankenhaus auch sein Leben.

Die vier in den Vorfall verwickelten Polizisten wurden mittlerweile entlassen, allerdings gibt es bislang keine Anklagen gegen sie.

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Athleten aus aller Welt posteten in den vergangenen Tagen das "I can't breathe"-Zitat von Floyd auf ihren Kanälen und unterstützten so die Demonstranten. Keplers Reaktion lässt sich dagegen eher als Protest gegen die Demonstrationen sehen und führte im Netz zu heftigen Beschimpfungen und Kritik am deutschen MLB-Star.

Kepler entschuldigt sich für Fehltritt

Der 27-Jährige löschte das Foto mittlerweile und postete stattdessen eine längere Entschuldigung.

"Ich wusste nicht, dass die Maske zu irgendwelchen Schlussfolgerungen führen kann - ich dachte nur, sie sieht gut aus", erklärte er in einem Statement. "Ich trage die volle Verantwortung für mein fehlendes Wissen darüber, was ich getragen habe. Es tut mir wirklich leid, gerade jetzt diesen Schmerz durch meine Aktion verursacht zu haben."

Max Keplers Entschuldigung nach seinem Masken-Eklat
Max Keplers Entschuldigung nach seinem Masken-Eklat © instagram.com/kepleroni

Kepler habe die Maske von einer Organisation zugeschickt bekommen und sie wegen der Corona-Pandemie getragen.

"Rassismus hat in unserer Welt keinen Platz, und ich unterstütze in keiner Weise die Handlungen, deren Zeuge wir alle waren und die zum Tod von George Floyd führten", schrieb Kepler.

Sein Team Minnesota Twins postete auf Twitter, dass man für eine Umgebung sorgen wolle, in der "jeder geschützt, sicher und willkommen" sei. Zur Aktion ihres deutschen Stars äußerte sich das Franchise bislang nicht.

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Millionenvertrag in der MLB

Vor seiner längeren Entschuldigung hatte Kepler einige eher unglückliche Erklärungen abgesetzt. Zunächst zeigte er ein Bild seines Hundes und schrieb, dass er sich nicht für Politik interessiere.

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In einem Twitter-Chat erklärte er dann, dass er nicht gewusst habe, für was die blaue Linie auf der Maske steht und die Polizei in Deutschland grüne Uniformen trägt - was allerdings bereits vor Jahren umgestellt wurde.

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Der Profi-Baseballer lebt seit 2010 in den USA und dürfte sich über die Kleidungsvorschriften der amerikanischen Polizisten genau so bewusst sein wie über die heftigen Demonstrationen in seiner Stadt. Möglicherweise hat ihn die Organisation, die ihm die Maske geschickt hat, instrumentalisiert - dennoch ist sein Verhalten vor allem angesichts der Aktualität bestenfalls extrem naiv.

Der gebürtige Berliner hatte sich in den vergangenen Jahren zu einem der besten Spieler auf seiner Position entwickelt, 2019 nur knapp die Nominierung fürs All-Star-Game verpasst und im selben Jahr einen Fünfjahresvertrag unterschrieben, der ihm bis 2023 über 35 Millionen Dollar einbringen soll.

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