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Bereits 17 Spieler und Betreuer der Miami Marlins haben sich mit dem Corona-Virus infiziert
Bereits 17 Spieler und Betreuer der Miami Marlins haben sich mit dem Corona-Virus infiziert © Imago
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Die Anzahl der Infizierten bei den Miami Marlins steigt weiter rasant an. Auch wenn der MLB-Chef einen Saison-Abbruch wegreden mag - die Situation ist alarmierend.

Infizierte Spieler und dabei vor allem die Miami Marlins im Brennpunkt, verschobene Spiele und große Ungewissheit: Die neue, verkürzte Saison der Major League Baseball in den USA hat kaum begonnen, da steht sie schon wieder infrage.

Rob Manfred klang wie einer, der in einer anderen Welt lebt - in einer Welt fernab der Realität. Manfred ist der Chef der nordamerikanischen Baseball-Liga und es schien ihn zunächst nicht zu beunruhigen, dass Ungemach droht.

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Die Major League Baseball ist nur wenige Tage nach dem Restart in heller Aufregung: Infizierte Spieler bei den Miami Marlins könnten bald die gesamte Liga lahmlegen, erste Spiele mussten bereits verschoben werden, doch Manfred behauptet kühn: "Ich stecke das nicht in die Kategorie Albtraum."

Tatsächlich nicht? Mindestens 17 Mitglieder der Marlins haben sich inzwischen infiziert, nachdem es nach übereinstimmenden US-Medienberichten vier weitere Fälle gibt. Damit stünde die Gesamtzahl der Infizierten im Klub bei 17, mindestens elf Spieler sind betroffen. Noch ist nicht bekannt, ob zu den Neuinfizierten weitere Profis gehören. Vor der bislang letzten Testrunde waren 13 Fälle bestätigt worden, darunter sind zwei Trainer.

Spiele der Marlins für diese Woche abgesagt

Die MLB bestätigte die Zahlen nicht, sagte aber alle restlichen Spiele mit Beteiligung der Marlins in dieser Woche ab.

Betroffen sind die Partien gegen die Baltimore Orioles am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sowie die Duelle mit Titelverteidiger Washington Nationals am Freitag, Samstag und Sonntag.

Da Miami am vergangenen Wochenende gegen Philadelphia gespielt hatte, werden auch die Begegnungen der Phillies gegen Rekordchampion New York Yankees sicherheitshalber verlegt. Die Yankees treten stattdessen gegen Baltimore an.

Auch US-Virologe Fauci in Alarmbereitschaft 

Die Auswirkungen auch auf andere Mannschaften sind ohnehin gravierend: Auf die Atlanta Braves, gegen die Miami in der vergangenen Woche seine ersten zwei Spiele der auf 60 Partie verkürzten Saison bestritt; auf die Philadelphia Phillies, Gegner der Marlins am Wochenende; auf die New York Yankees, die seit Montag bei den Phillies zu Gast sind.

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Dass die Saison hochgradig gefährdet ist, schließt denn auch Dr. Anthony Fauci nicht aus. Der führende Virologe der USA sagte beim TV-Sender ABC, er glaube nicht, dass ein umgehender Stopp erforderlich sei, aber "wir müssen das verfolgen und sehen, was mit den anderen Teams passiert".

MLB-Spiele über das ganze Land verteilt

Unabhängig davon sei es "unglücklich, was mit den Marlins passiert".

Dave Martinez, Manager von Titelverteidiger Washinton Nationals, nannte die Situation weitaus drastischer: "Ich habe Angst. Ich habe wirklich Angst. Man sieht, wie sich ein halbes Team infiziert und von Stadt zu Stadt reist."

Als "Desaster" oder "Albtraum" bezeichnen US-Medien die sich abzeichnende Katastrophe in der MLB, die ihre Saison nicht in einer "Blase" spielt wie die Basketball-Liga NBA (alle Spiele in Disney World) oder die Eishockey-Liga NHL (Edmonton und Toronto).

Die Begegnungen finden in den Stadien der 30 Klubs statt - eine Ausnahme sind die Toronto Blue Jays, die wegen der Einreise- und Hygienebestimmungen in Kanada ihre Heimspiele in Buffalo im US-Bundesstaat New York bestreiten müssen.

Das alles begünstigt womöglich die Verbreitung des Virus, wird vermutet.

Lücken im Hygienekonzept: Was ist bei Ausbruch?

Dabei hatte die MLB geglaubt, auf alles vorbereitet zu sein. Das Konzept für den Start der normalerweise 162 Spiele langen regulären Saison ist 113 Seiten stark - allerdings fehlen Maßnahmen zur Bewältigung eines Ausbruchs des Virus.

Nach Informationen von ESPN geht die Liga davon aus, dass sich Miamis Spieler und Betreuer auf dem Rückflug aus Atlanta angesteckt haben - nicht zum Sicherheitskonzept gehören etwa Piloten, Stewardessen oder sonstiges Service-Personal.

Das Test-Konzept funktioniere, es müsse nur angepasst werden, sagte Liga-Chef Manfred.

Um personellen Problemen vorzubeugen, durften die Klubs ihre Kader für diese Saison auf 30 Spieler erweitern, dazu gibt es die sogenannte "taxi squad", eine schnelle Eingreiftruppe von weiteren 30 Spielern pro Franchise.

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MLB-Boss Manfred beschwört Optimismus

Die Pläne der MLB seien in Erwartung von positiven Tests aufgestellt worden, bekräftigte Manfred.

Er ergänzte: Er bleibe "optimistisch, dass "unsere Protokolle stark", um diesen Ausbruch zu überstehen "und die Saison zu Ende zu spielen". Eine Saison freilich, die gleich mit einem Albtraum begonnen hat.

Die Probleme der MLB dürften auch die Football-Liga NFL nicht unbeeindruckt lassen. Sie will im September mit ihrer Saison beginnen. Ebenfalls ohne Zuschauer. Aber eben auch in allen 32 Stadien, verteilt quer über den Kontinent.  

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