Karriereende nach Super-Bowl-Pleite? Das sagt Brady
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Minneapolis und München - Philadelphia holt erstmals den Super Bowl. In einem dramatischen und historischen NFL-Endspiel bezwingen sie die Patriots. Megastar Tom Brady patzt entscheidend.

Die Philadelphia Eagles haben zum ersten Mal in ihrer langen Geschichte den Super Bowl gewonnen.

In Minneapolis schlugen sie in der 52. Auflage des NFL-Endspiels den haushohen Favoriten New England Patriots in einem echten Thriller mit 41:33 (22:12). Megastar Tom Brady verpasste trotz einer Glanzleistung (506 Passyards, 3 Touchdowns) seinen sechsten Super-Bowl-Erfolg. Sein folgenschwerer Ballverlust gegen Philadelphias Verteidiger Brandon Graham war in der Schlussphase entscheidend. Sein letzter Hail-Mary-Versuch fiel in der Endzone zu Boden.

Eagles-Quarterback Nick Foles wurde dank drei Touchdown-Pässen und einem gefangenen Touchdown zum MVP gewählt. Den Großteil der Saison hatte er hinter Jungstar Carson Wentz auf der Bank verbracht - eine märchenhafte Geschichte.

"Ich war immer ganz ruhig, wir haben ein so gutes Team und so gute Coaches, da hatte ich zu jedem Zeitpunkt Selbstvertrauen. Ich musste nicht Superman sein. Wir haben einfach Football gespielt und unser Ding gemacht", jubelte Foles im Anschluss.

Die Highlights des Super Bowls im Video:

Super Bowl: Brady enttäuscht, will weitermachen

Der bereits achte Super Bowl mit den New England Patriots innerhalb der vergangenen 17 Jahre wurde einmal mehr zum dramatischen Finale. "Es ist enttäuschend. Zu verlieren ist immer scheiße, mehr kann ich nicht sagen. Der Fumble war offensichtlich auch scheiße", sagte Brady nach dem Spiel, schloss aber einen Rücktritt aus: "Ich denke, ich werde wiederkommen. Das Spiel ist gerade 15 Minuten zu Ende, ich muss das erst einmal verarbeiten, aber ich sehe keinen Grund aufzuhören."

Sein Coach Bill Belichick denkt aber vielleicht schon darüber nach, er wird seine beiden Top-Assistenten verlieren und musste sich in Doug Pederson einem Head Coach in seinem zweiten Jahr beugen, der Belichicks Defense ziemlich auseinandernahm.

"Doug und sein Stab haben einen ausgezeichneten Job gemacht. Sie haben uns ein ganz enges Spiel geliefert, am Ende hatten wir zu wenig gelungene Aktionen - das geht voll auf meine Kappe", erklärte Belichick auf der Pressekonferenz.

Eagles legen Blitzstart hin

Die Eagles waren zwar als klarer Außenseiter ins Endspiel gegangen, ließen sich von der besonderen Atmosphäre aber zu keinem Zeitpunkt beeindrucken.

Im Gegenteil, die Truppe um Ersatzmann Foles trumpfte vor der Pause mächtig auf - ihr eigentlicher Spielmacher Wentz fehlt seit Wochen verletzt und konnte nur von der Seitenlinie aus zuschauen.

Nach Foles' Touchdown-Pass auf Alshon Jeffery und dem Lauf des Ex-Patriots LeGarrette Blount in die Endzone führte Philly völlig überraschend mit 15:3.

Trickspielzug macht vor der Pause den Unterschied

Brady und seine ultra-erfahrene Truppe gerieten aber natürlich nie in Panik, hatten sie doch 2017 gegen Atlanta sogar einen 3:28-Rückstand noch wettgemacht.

Dank eines Trickspielzuges auf den erstaunlich starken Quarterback Foles (373 Yards, drei Touchdowns) gingen die Eagles dennoch mit einer 22:12-Führung in die Halbzeitpause - Brady hatte zuvor bei einem ähnlichen Spielzug den Ball nicht fangen können. Außerdem verloren die Patriots schon vor der Pause ihren schnellsten Receiver Brandin Cooks nach einem sehr harten, aber legalen Hit verletzungsbedingt.

Die spektakuläre Halbzeitshow von Justin Timberlake lenkte den Titelverteidiger aber nicht ab, der vor dem Spiel wegen einer Gehirnerschütterung noch leicht fragliche Superstar Rob Gronkowski brachte New England direkt wieder ins Spiel.

Super-Bowl-Offensivrekord

Es entwickelte sich im dritten Viertel ein hochklassiger Offensiv-Schlagabtausch. Die Defensivreihen hatten kaum etwas zu bestellen. Mit 1151 Yards stellten beide Teams zusammen einen neuen Fabelrekord auf - nicht nur für Super Bowls. Nach einem Field Goal der Eagles schlugen die Pats allerdings eiskalt zurück.

"Gronks" zweiter Touchdown brachte ihnen gut neun Minuten vor Schluss die erstmalige Führung ein. Neben Gronkowski brillierten vor allem die Receiver Chris Hogan (128 Yards, Touchdown) und "Mr. Playoffs" Danny Amendola (8 Catches, 152 Yards).

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Bradys Fumble am Ende entscheidend

Bei den Eagles ragten vor allem die beiden Running Backs Blount (90 Yards) und Corey Clement (4 Catches für 100 Yards) sowie Nelson Agholor (9 Catches, 84 Yards) heraus. Den Unterschied machte am Ende die lange Angriffsserie der Eagles - inklusive eines ausgespielten vierten Downs -, die Zach Ertz mit einem Hechtsprung in die Endzone abschloss.

Der entscheidende Touchdown von Zach Ertz im Video:

Danach unterlief Brady der folgenschwere Fumble, als Graham ihm den Ball aus der Hand schlug. "Wir wollten sie in dieser Situation unbedingt stoppen, wir sind rausgegangen und haben diesen einen Stopp hinbekommen", sagte Graham. Kicker Jake Elliott machte kurz darauf den Sack per Field Goal zu.

Brady führte die Patriots zwar noch einmal an die Mittellinie, aber sein Hail-Mary-Versuch in den letzten Sekunden klappte nicht mehr. Philadelphias erste NFL-Meisterparty seit 1960 konnte beginnen.

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