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München - Todd Gurley war als einer der Schlüssel im Super Bowl gegen die Patriots auserkoren worden. Sein Coach sieht das offenbar anders - und scheitert.

Es waren absolute Traumzahlen, die Todd Gurley während der Regular Seasons ablieferte.

In den ersten 14 Spielen der NFL-Saison gelangen dem Running Back 1.251 Yards und 21 Touchdowns. Kein anderer Spieler der Liga fand sich selbst häufiger in der Endzone wieder.

Bei der bitteren Pleite seiner Los Angeles Rams im Super Bowl gegen die New England Patriots war von all dem Glanz der zurückliegenden Monate absolut nichts zu sehen.

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Gurley taucht im Super Bowl ab

Mickrige elf Mal hielt der 24-Jährige den Ball in seinen Händen und machte durch seine Läufe lediglich 35 Yards gut.

Einer der wenigen guten Runs, ein 13-Yard-Lauf in der zweiten Hälfte, wurde wegen einer Flagge zurückgepfiffen. Der einzige Pass, den Gurley fangen konnte, brockte den Rams sogar ein Yard Raumverlust ein.

Der Running Back lieferte die mit Abstand seltsamste Performance des Abends. Vor allem, weil niemand nach Spielende eine schlüssige Erklärung für die Geschehnisse liefern konnte.

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Rätsel um Gurleys Gesundheit

Die letzten beiden Spiele der Regular Season hatte Gurley aufgrund einer Entzündung im linken Knie verpasst.

Nachdem er in der Divisional Round gegen die Dallas Cowboys eine bärenstarke Leistung gezeigt hatte, bekamen die Zweifel an Gurley im Chamionship Game gegen die Saints wieder neue Nahrung.

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Fünf Ballberührungen und nur 13 Yards Raumgewinn befeuerten Gerüchte um den Gesundheitszustand des Running Back. Von alldem wollten aber der 24-Jährige selbst und Trainer Sean McVay weder vor noch nach dem Super Bowl etwas wissen.

"Ich weiß, viele machen sich Gedanken um mein Knie, aber mir geht es wirklich sehr gut", ließ Gurley unter der Woche verlauten. Und dennoch konnte sich der bestbezahlte Running Back der NFL im Kampf um die Vince-Lombardi-Trophy nicht auszeichnen.

Coach räumt Fehler ein

Die Zeiten auf dem Spielfeld musste sich Gurley mit Ersatzmann C.J. Anderson teilen. Eine Entscheidung, die Trainer McVay nach Spielende bereits zu bereuen schien.

Wenn sich der Coach der Rams das Videomaterial des 53. Super Bowls in den nächsten Wochen anschaut, dann werde es "eine Hand voll Entscheidungen geben, die ich gerne noch einmal neu treffen würde", so der 33-Jährige: "Es gab einige Situationen, bei denen ich im Nachhinein sicher sagen werde, dass ich ihn gerne mehr involviert hätte."

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Rams-Quarterback vermisst Gurley

Auch bei Quarterback Jared Goff war die Enttäuschung über die mangelnden Einsatzzeiten von Gurley groß: "Ich liebe es, ihm den Ball zu geben, aber das ist nicht meine Entscheidung", äußerte er Kritik am Playcalling seines Trainerstabs.

Gurley selbst wiegelte das Thema auf Nachfrage ab. "Ich bin nicht frustriert. Es ist ok. Football ist ein Teamsport. Es sind elf Spieler auf dem Feld. Jeder kann den Ball berühren", so der Running Back.

Allzu oft war die Offense der Rams aber ohnehin nicht im Ballbesitz. Während des gesamten Spiels gelangen der Franchise lediglich elf First Downs. Nur einer von zwölf Drives endete mit einem punktebringenden Field Goal. Es war die gute Defensivarbeit, die die Rams lange im Rennen hielt.

"Die Realität ist, dass wir generell einfach sehr wenige Plays hatten", beklagte McVay nach der Partie und fügte an: "Ich wurde auf jeden Fall ausgecoacht. Ich habe es nicht geschafft, das Team in einen Rhythmus zu bringen. Das lag komplett an mir."

Dass sich der mit einem 60-Millionen-Dollar-Vertrag ausgestattete Gurley dennoch meist nur in der Zuschauerrolle wiederfand, bleibt dennoch ein Rätsel.

Gerüchte über eine mögliche disziplinarische Maßnahme wurden bisher nicht bestätigt.

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