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Antonion Brown sorgt seit seinem Wechsel von den Pittsburgh Steelers zu den Oakland Raiders immer wieder für Wirbel
Antonion Brown sorgt seit seinem Wechsel von den Pittsburgh Steelers zu den Oakland Raiders immer wieder für Wirbel © SPORT1-Montage: Getty Images/ Instagram @ab
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München - Antonio Brown droht nach einem Streit mit Raiders-GM Mike Mayock eine Suspendierung. Nicht die erste Eskapade des Superstars in den vergangenen Monaten.

Schmutzige Scheidung, fahrlässige Selbstverletzung, ein Helm-Streit und eine drohende Suspendierung - Antonio Brown sorgt bei den Oakland Raiders wieder für Wirbel.

Wie ESPN berichtet, soll sich der Star-Receiver mit Raiders-GM Mike Mayock angelegt haben - nun drohen eine Suspendierung und eine Strafe durch die NFL.

Im Streit zwischen Brown und Mayock soll es zwar nicht zu Gewalt gekommen sein, der Sportler habe aber mit einem "Schlag ins Gesicht" gedroht. Grund für die massive Meinungsverschiedenheit war demnach ein von Brown veröffentlichter Brief der Raiders, in dem Strafen für die Eskapaden des Receivers - unter anderem diverse versäumte Trainingseinheiten  - aufgelistet sind.

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Brown droht Suspendierung

Dass es nicht endgültig zu einer körperlichen Auseinandersetzung beider Parteien gekommen ist, lag laut The Athletic daran, dass der sonst für übertriebene Härte häufig bestrafte Linebacker Vontaze Burfict den Passempfänger zurückgehalten haben soll.

Nun droht Brown vonseiten der Raiders eine Suspendierung. Zudem ist eine Bestrafung durch die NFL möglich, weil er gegen die "Personal Conduct Policy", die "Gewalt oder Drohungen gegenüber Angestellten oder einer dritten Partei strengstens untersagt" verstoßen hat.

Nach übereinstimmenden US-Medienberichten wird Brown zumindest bei Oaklands Auftaktspiel gegen die Denver Broncos nicht zum Einsatz kommen. "Ich hoffe, dass er nicht suspendiert wird, und ich bin im Austausch mit den Raiders, um genau das zu verhindern", sagt Browns Agent Drew Rosenhaus.

Es ist nicht das erste Mal, dass "AB84" in den letzten Monaten für Eskapaden abseits des Feldes gesorgt hat. Einer der größten Superstars der NFL entwickelt sich immer mehr zur Diva - und zum Problem für sich selbst. 

Superstar Brown auf dem Madden-19-Cover

Vor gut einem Jahr stand der heute 31-Jährige noch auf dem Höhepunkt seines Schaffens. EA Sports machte Brown zum Cover-Star seiner gefeierten Football-Simulation Madden 19. Diese Ehre wird nur den allerbesten Spielern zuteil - und seinen Ausnahmestatus hatte sich Brown bis dahin durch überragende Statistiken verdient.

Doch danach sah es nicht immer aus. 2010 kam er im Draft erst in der 6. Runde an 195. Stelle zu den Pittsburgh Steelers. Brown gelang es dennoch, von einem "Late-Round Flier" zu einem der besten Passfänger der NFL zu werden. 

In seiner Rookie-Saison erreichte er mit den Steelers gleich den Super Bowl (Niederlage gegen die Green Bay Packers), seit der Saison 2013 fing er regelmäßig über 100 Pässe und erzielte jeweils über 1000 Yards Raumgewinn. Zudem hält er zahlreiche NFL-Rekorde und wurde sieben Mal in den Pro Bowl gewählt. 

Auch in der vergangenen Saison legte Brown, der im Januar in der amerikanischen Version von "The Masked Singer" als "The Hippo" als erster Kandidat gehen musste, bärenstarke Zahlen auf: 104 Catches für 1297 Yards und 15 Touchdowns. Dazu bildete er gemeinsam mit Teamkollege JuJu Smith-Schuster das erste Duo in der NFL-Geschichte, bei dem beide Receiver mehr als 100 Catches für mehr als 1200 Yards erzielen konnten.

Eklat nach Trainingsstreit bei Steelers

Trotzdem verhärteten sich die Fronten zwischen den Steelers und Brown im Laufe der Saison mehr und mehr. Brown sparte nicht mit Provokationen und bot sogar seinen Rauswurf an. Es entwickelte sich eine schmutzige Scheidung.

Zum finalen Eklat kam es in der letzten Trainingswoche der Regular Season. Brown hatte in einem Trainingsstreit einen Mitspieler mit einem Ball beworfen, schwänzte später unentschuldigt das Training und auch das letzte Spiel. In der Folge kamen immer mehr Gründe für die immer tiefer werdenden Gräben zwischen Brown und den Steelers ans Licht.

So beschwerte sich Brown über mangelnde Wertschätzung im Team und soll schon länger einen Trade gefordert haben.

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Attacke gegen Roethlisberger - Trade zu Raiders

Ein Hauptgrund sei das immer schlechter werdende Verhältnis zu Quarterback Ben Roethlisberger und Chefcoach Mike Tomlin gewesen. Mitte Februar teilte Brown dann im Gespräch mit Fans bei Twitter gegen "Big Ben" aus.

"Es geht nicht um einen Konflikt, sondern um gegenseitigen Respekt! Er benimmt sich so, als würde ihm hier alles gehören. Als könnte er jeden bloßstellen, auch die Coaches. Die Spieler wissen das, können aber nichts darüber sagen. Es ist ein schmutziges Spiel", schrieb Brown auf die Frage, wie es zum Bruch des Traum-Duos kommen konnte.

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Am 9. März kam dann für den fünffachen Vater die Erlösung: Er wurde im Tausch gegen einen Dritt- und einen Fünftrundenpick an die Oakland Raiders abgegeben. Die Franchise, die ab 2020 in Las Vegas spielen wird, stattete den Receiver mit einem Dreijahresvertrag über 50 Millionen Dollar aus. 

Doch auch in Kalifornien wurde es nicht ruhiger um Brown. Der Neuzugang verpasste wegen einer kuriosen Verletzung das Trainingscamp 2019. 

Brown kämpft mit Frostbeulen

Wie ProFootballTalk berichtete, verbrachte der Wide Receiver im Juli in Frankreich Zeit in einer Kryotherapie, betrat die Kältekammer jedoch mit "falschem Schuhwerk". 

Infolgedessen erfroren Browns Füße, seitdem kämpft der 31-Jährige mit riesigen Frostbeulen an den Sohlen. Im Anschluss postete er sogar ein Foto davon auf Instagram. 

So sahen die Füße von Antonio Brown nach dem Kryo-Fail aus
So sahen die Füße von Antonio Brown nach dem Kryo-Fail aus © Instagram @ab

Doch nicht nur die beschädigten Füße, auch der Helm-Streit sorgte vor Saisonbeginn für Aufsehen. 

Helm nicht mehr erlaubt

In der NFL müssen seit vielen Jahren alle Spieler Helme tragen, die vom Nationalen Komitee für Standards für Sportausrüstung (NOCSAE) zertifiziert wurden. Browns Helm wurde jedoch nicht zugelassen, weil er älter als zehn Jahre ist.

Wie alle Produkte und Technologien werden auch Helme im Laufe der Zeit häufig aktualisiert - diese neuen Richtlinien werden den Spielern zudem mitgeteilt. Überrascht hätte Brown demnach nicht sein dürfen.

Der Superstar klagte darüber, dass der neue Helm seine Sicht behindert. Auch von alternativen Helm-Designs, die die Raiders ihrem Neuzugang präsentierten, ließ sich der 31-Jährige zunächst nicht überzeugen. Dass der Superstar am Ende doch noch eingelenkt hat, gerät beim neuerlichen Konflikt beinahe in Vergessenheit.

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