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München - Die Miami Dolphins kassieren in den ersten zwei Saisonspielen mehr als 100 Punkte, der Saisonstart ist historisch schlecht. Und es könnte noch schlimmer kommen.

Selbst den kühnsten Optimisten in Miami war klar, dass der Saisonauftakt für die heimischen Dolphins schwierig wird.

Zunächst gegen die hoch gehandelten Baltimore Ravens, dann gegen den Meister New England Patriots - gegen den man allerdings fünf der letzten sechs Heimspiele gewonnen hatte.

Doch der Saisonstart ging sogar völlig in die Hose.

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Die Dolphins befinden sich auf einem gutem Weg, das schlechteste Team in der Geschichte der besten Football-Liga der Welt zu werden. Gegen Baltimore verlor Miami mit 10:59, gegen die Patriots mit Neuzugang Antonio Brown gab es am Sonntag eine 0:43-Klatsche.

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Miami Dolphins mit historischem Fehlstart

Noch nie verlor ein Team die ersten zwei Heimspiele einer Spielzeit mit mindestens 40 Punkten Unterschied, die letzte 0:43-Niederlage datiert vom Jahr 1999 (Cleveland Browns - Pittsburgh Steelers). Verlieren die Dolphins sogar als erst drittes Team in der NFL-Geschichte jedes ihrer 16 Saisonspiele? (DATENCENTER: Ergebnisse/Spielplan)

Den Patriots gelang letztmals 2016 ein Zu-Null-Sieg (27:0 gegen Houston), die Dolphins erzielten letztmals 2017 keine Punkte (0:40 in Baltimore).

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"Es gibt das Sprichwort: Ich verliere nie, ich lerne nur", sagte Quarterback Ryan Fitzpatrick nach der zweiten Klatsche binnen acht Tagen. "Das ist genau das, was wir jetzt tun müssen."

Dolphins schenken Saison ab

Dass die Franchise die Saison abschenkt, um sich 2020 eine gute Draft-Position zu "erarbeiten", war bereits klar. Als ihr bester Offensive Lineman Laremy Tunsil und ihr bester Wide Receiver Kenny Stills vor Saisonstart für Draft-Picks zu den Houston Texans getradet wurden, soll es laut Miami Herald zu einer Revolte durch die Dolphins-Spieler gekommen sein.

Auch auf der Bank der Dolphins war der Frust über die Leistung zu erkennen © Getty Images

Nach der Auftaktklatsche gegen die Ravens sollen laut Business Insider mehrere Spieler versucht haben, einen Trade zu erzwingen.

Miami plant bereits für die kommende Saison. Im Draft 2020 hofft man auf Supertalent Tua Tagovailoa, der Alabama-Quarterback gilt als kommender Nummer-1-Draftpick.

Mehr Yards durch Sacks als durch eigenes Laufspiel

Trotzdem ist das Tanking keine Entschuldigung für die Leistungen der Spieler. Fitzpatrick warf gegen die Patriots im dritten Viertel zweimal nacheinander eine Interception, die jeweils in einen gegnerischen Touchdown resultierte.

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Insgesamt warfen die beiden Quarterbacks Fitzpatrick und Josh Rosen Pässe für 142 Yards - gerade einmal 16 Yards mehr, als die Patriots nur durch Interceptions erliefen. Bis Mitte des letzten Viertels waren es sogar noch 30 Yards weniger als der Gegner.

Miami verlor mehr Yards durch Sacks (44) als sie durch das eigene Laufspiel schafften (42).

"Niemand in dieser Liga wird uns bemitleiden. Wir müssen daran arbeiten, jeden Tag besser zu werden", beschwört Fitzpatrick seine Teamkollegen.

Defensiv-Star vor Trade

Nach zwei Spielen stehen die Dolphins bei 10:102 (!) Punkten und sind auf gutem Weg, die ebenfalls sieglosen Detroit Lions (Saison 2008) und Cleveland Browns (2017) noch zu übertreffen.

Die Verantwortlichen scheinen zumindest alles dafür tun zu wollen: Laut diversen US-Medien soll Defensive Back Minkah Fitzpatrick, ein vielversprechender Erstrundenpick vom 2018er-Draft, vor einem Trade stehen. Das arg gebeutelte Team würde dadurch einen weiteren wichtigen Spieler verlieren, der 22-Jährige absolvierte gegen die Patriots wohl seinen letzten Auftritt im Dolphins-Trikot. (DATENCENTER: Die Tabellen)

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"Ich habe all die Nebengeräusche und das Gerede vergessen und zu mir gesagt: Geh' raus und habe Spaß", erklärte Quarterback Fitzpatrick nach dem Patriots-Spiel.

Galgenhumor scheint bei all der Depression um die Dolphins keine schlechte Lösung zu sein.

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