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München - Die Liga ermittelt gegen New England, weil ein Mitarbeiter offenbar die Spielzug-Ansagen des nächsten Gegners gefilmt haben soll. Es wäre der nächste Betrugsskandal.

Droht den New England Patriots der nächste Skandal?

Das erfolgreichste NFL-Team der vergangenen Jahre sieht sich einmal mehr einem Betrugsverdacht ausgesetzt.

Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten untersucht die NFL einen Vorfall vom vergangenen Sonntag. Ein Patriots-Mitarbeiter soll demnach die Ansage der Spielzüge der Cincinnati Bengals gefilmt haben. New England spielt in der kommenden Woche gegen die Bengals.

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Patriots unter Verdacht - sprechen von Missverständnis

Deren Head Coach Zac Taylor wurde am Montag auf einer Pressekonferenz danach gefragt. Er verweigerte einen Kommentar. Inzwischen bestätigten die Bengals, dass sie über den Vorfall und die Untersuchung der NFL Bescheid wissen.

Die Patriots bestritten die Vorwürfe und sprechen von einem Missverständnis. Ein Scout habe nicht gefilmt, sondern sei für die Team-Dokumentation "Do Your Job" gefilmt worden. Ein Offizieller der Bengals sah ein Mitglied dieser Crew mit einem Patriots-Shirt und schaltete die NFL ein, die das Video sofort konfiszierte. Das berichtet NFL-Insider Adam Shefter von ESPN.

Das Filmteam war von den Cleveland Browns (Bengals-Gegner) akkreditiert, jedoch habe man es "versehentlich versäumt, die Bengals und die Liga zu informieren". Die Liga wird daher wohl das Material sichten.

Patriots beziehen Stellung zu Vorwürfen

Mittlerweile haben sich die Pats in einem ausführlichen Statement öffentlich zu den gegen sie gerichteten Vorwürfen zu Wort gemeldet und bestreiten darin jegliche Art der Spionage.

"Um den Scout zu filmen hat das Produktionsteam - ohne genaue Kenntnisse der Liga-Regeln - das Feld unsachgemäß aus der Pressebox gefilmt. Der einzige Zweck der Dreharbeiten war es, eine Veranschaulichung der Arbeit eines Scouts zu liefern. Es bestand keine Absicht, das Material für andere Zwecke zu verwenden", schrieb die Franchise auf ihrem Twitter-Account.

Zugleich distanzierten sich die Patriots von der Arbeit des Filmteams, welches nicht Teil der eigenen Football-Abteilung sei und man daher keinerlei Beteiligung an der "Planung, dem Filmen oder den kreativen Entscheidungen" für die Folge der Doku gehabt habe.

Dennoch übernehme man die "volle Verantwortung für die Aktionen unserer Produktions-Crew" und sehe ein, das man damit - unwissentlich - gegen die Liga-Regeln verstoßen habe.

Patriots schon öfter unter Verdacht

Dass gegnerische Teams bei den Pats besonders genau hinschauen, überrascht nicht. Coach Bill Belichick und sein sechsmaliger Super-Bowl-Champion wurden schließlich bereits bei verbotenen Handlungen erwischt.

Beim AFC-Finale 2015 gegen die Indianapolis Colts hatten elf der zwölf Bälle nicht den mindestens vorgeschriebenen Luftdruck. Während der Untersuchung zu "DeflateGate" bekleckerte sich auch Star-Quarterback Tom Brady nicht mit Ruhm, als er zunächst vorgab, einen langjährigen Team-Mitarbeiter nicht zu kennen und dann sein Handy mit Nachrichten eben jenes Mitarbeiters zerstörte.

Auch mit illegalen Videoaufnahmen wurden die Patriots bereits erwischt. 2007 filmten sie die Defensiv-Signale der New York Jets und wurden mit Verlust eines Draftpicks und einer Geldstrafe belegt. Belichick selbst musste damals ebenfalls 500.000 Dollar zahlen.

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Viele Fälle über die Jahre - harte Strafe könnte drohen

Ehemalige Spieler wie Brandon Spikes verrieten Jahre später auch, die Patriots würden regelmäßig falsche Verletztenlisten abgeben.

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Running Back Marshall Faulk hatte nach dem Super Bowl 2002 geklagt, New England hätte das Abschlusstraining der St. Louis Rams gefilmt. Auch gab es in den vergangenen Jahren immer wieder unerklärliche Ausfälle der Head-Sets bei Gästeteams im Gillette Stadium.

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