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München - SPORT1-Kolumnist und DAZN-Experte Sebastian Vollmer spricht über die große Tradition der San Francisoco 49ers und zeigt sich beeindruckt von einem Deutschen.

Hallo NFL-Fans,

jetzt haben es die San Francisco 49ers wirklich geschafft. Erstmals seit 2013 stehen sie in einem Super Bowl. Damit qualifizierte sich eine Franchise für das Endspiel, die schon sehr lange in der NFL dabei ist und zu den absoluten Traditionsteams zählt. Das ist schon vergleichbar mit Fußball in Europa.

Sie haben eine Fanbase, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Und jetzt haben sie die Chance, mit einem Super-Bowl-Sieg in den elitären Klub der Teams mit sechs Super-Bowl-Siegen aufgenommen zu werden. Das ist bislang nur den New England Patriots und den Pittsburgh Steelers gelungen.

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Den Mythos 49ers begründet hat das Erfolgsteam der 1980er und 1990er Jahre mit den beiden Quarterback-Legenden Joe Montana und Steve Young. Wenn man in dieser Zeit in Kalifornien geboren wurde, wollte man Montana sein. Das hat ja auch Aaron Rodgers, der Quarterback der Green Bay Packers, gesagt. Als er drei Jahre war, hat er sich Joe Montana angeschaut und gesagt, "das will ich auch". Auch er ist in Kalifornien geboren.

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Montana und Young gehörten zu den Größten des Sports und schufen eine Dynastie, vergleichbar mit der der New England Patriots in den letzten Jahren. Daher rührt der Mythos, auch wenn sie in den vergangenen Jahren mit Ausnahme der Super-Bowl-Teilnahme 2013 mit Colin Kaepernick nicht mehr viel gerissen haben. Jetzt haben sie wieder eine richtig gute Chance, den Super Bowl zu gewinnen. Mit ihrem Quarterback Jimmy Garoppolo finden sie immer Wege zu gewinnen, egal ob er werfen muss oder ob sie über das Laufspiel kommen.

Mit Mark Nzeocha ist auch ein Profi aus Deutschland am Erfolg der 49ers beteiligt. Er hat sich einen Stammplatz bei einem NFL-Finalisten erkämpft. Er spielt zwar hauptsächlich in den Special Teams, ist aber sehr wichtig. Auch gegen die Packers hatte er wieder eine gute Aktion, als er den Onside Kick für seine Mannschaft gesichert hat. Ich freue mich jedenfalls sehr, dass wieder mal ein Deutscher die Chance hat, den Super Bowl zu gewinnen. Es wäre natürlich riesig für ihn und für den Sport in Deutschland an sich. Ich drücke ihm da absolut die Daumen.

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Für Richard Sherman wäre ein Sieg in Miami sogar schon gleichbedeutend mit dem zweiten Meisterring nach seinem Triumph vor sechs Jahren mit Seattle. Er ist die Konstanz in Person. Er redet viel, bringt aber auch immer seine Leistung. Das hat er mit seiner Interception gegen die Packers wieder gezeigt. Er ist zwar keiner, der sich auf Mann-gegen-Mann-Duelle mit dem gegnerischen Receiver einlässt, und verharrt häufig auf seiner linken Abwehrseite. Aber er ist trotzdem einer der besten Cornerbacks der Liga.

Bis bald,

Euer Sebastian Vollmer (Instagram: vollmerseb / Twitter: @SebVollmer)

Sebastian Vollmer (35) ist ein ehemaliger Footballspieler. 2009 in der zweiten Runde von den New England Patriots ausgewählt, verbrachte er dort bis 2017 seine gesamte NFL-Karriere und entwickelte sich zu einem Leistungsträger. Mit den Pats gewann er zweimal den Super Bowl (2015, 2017) und wurde 2010 ins All-Pro Second Team gewählt. Seit dieser Saison ist er gemeinsam mit Markus Kuhn als Kommentator des Monday Night Games bei DAZN im Einsatz. Für SPORT1 kommentieren die beiden Ex-NFL-Profis in ihrer regelmäßigen Kolumne das aktuelle Geschehen in der NFL.

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