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Bobby Mitchell wechselte nach seiner aktiven Karriere in das Front Office der Redskins
Bobby Mitchell wechselte nach seiner aktiven Karriere in das Front Office der Redskins © Getty Images
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Bobby Mitchell kam als erster Afro-Amerikaner überhaupt für die Washington Redskins zum Einsatz. Trotz sportlicher Erfolge musste er dort vieles durchmachen.

Die Washington Redskins trauern um eine Franchise-Legende. 

Bobby Mitchell, der als erster afro-amerikanischer Spieler überhaupt für die Skins auflief, verstarb am Sonntag im Alter von 84 Jahren. 

"Ich war extrem erschüttert, die Nachricht vom Todes des großen Bobby Mitchell zu hören", schrieb Redskins-Besitzer Daniel Snyder in einer offiziellen Mitteilung. "Bobby war ein Hall-of-Fame-Spieler und ein Funktionär, der die Washington Redskins für über 50 Jahre mit Integrität repräsentiert hat."

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So viel Leidenschaft für Football habe er bis heute nie wieder gesehen: "Er war nicht nur eine der einflussreichsten Personen in der Geschichte der Franchise, er war auch einer der großartigsten Männer, die ich je kennengelernt habe." 

Mitchell hatte seine NFL-Karriere 1958 bei den Cleveland Browns begonnen, ehe er vier Jahre später per Trade zu den Redskins transferiert wurde. Es war das letzte Team der Liga, das bis dahin noch keinen afro-amerikanischen Spieler in seinen Reihen hatte. 

Mitchell schlägt sofort voll ein

Der Offensivspieler war eine echte Allzweck-Waffe und sowohl am Boden als auch durch die Luft gefährlich. Für den Pro Bowl wurde er einmal als Running Back und dreimal als Wide Receiver nominiert. In seiner ersten Saison in Washington fing er ligaweit die meisten Bälle (72), in seiner zweiten sorgte er mit seinen sicheren Händen für den größten Raumgewinn (1.436 Yards). 

In sechs Spielzeiten mit den Skins fing er niemals weniger als 58 Bälle pro Saison. 

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Mitchell beendete seine große Karriere 1969 mit 14.078 Yards und 91 Touchdowns. Der einstige Siebtrunden-Pick wurde 1983 in die Hall of Fame aufgenommen. Nach seiner Karriere arbeitete er als Scout weiter für Washington, in seinen 35 Jahren dort stieg er bis zum Assistant General Manager auf. 

Dabei waren gerade die ersten Spiele für die Redskins alles andere als leicht gewesen, wie er später zugab. Denn der damalige Klub-Besitzer George Preston Marshall wollte Anfang der 60er schlicht keine Spieler mit dunkler Hautfarbe in seinem Team haben. Doch er beugte sich dem Druck der NFL, Mitchell wurde verpflichtet. 

Die schwere Anfangszeit des Wegbereiters

"Du performst für eine Gruppe von Menschen, und du weißt nicht, ob sie dich wollen, deshalb hatte ich sehr gemischte Gefühle", sagte Mitchell zu seinem ersten Spiel im Redskins-Trikot einst. 

Er fing beim 35:35 gegen die Dallas Cowboys sechs Bälle für 135 Yards und zwei Touchdowns - wie es eben nur eine zukünftige Legende kann. 

In seiner Anfangszeit durchlebte er trotz sportlicher Erfolge schwere Zeiten - so wurde seiner Familie zum Beispiel der Zutritt zu manchen Restaurants verweigert. Einige Reporter durften auf Geheiß ihrer Vorgesetzten keine Interviews mit ihm führen. 

"Er hat mehr dafür büßen müssen, dass er schwarz war, als jede andere Person im Football, die ich je kannte", sagte seine Freund und Hall-of-Famer Jim Brown einmal über ihn. "Mit seinen Fähigkeiten, wenn er weiß gewesen wäre - jeder auf der Welt wüsste, wer er war." Mitchell sei ohne Grund als "Opfer" in die Arena geworfen worden. 

Doch trotz der schweren Vorzeichen wurde Mitchell zum Wegbereiter für viele andere - denn das Team wurde um immer mehr Spieler mit dunkler Hautfarbe erweitert. Auch deshalb stellte es Mitte der 60er stellte eine der besten Offensiv-Reihen der Liga.

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