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Der großspurig geplante NFL-Draft kann nicht in Las Vegas stattfinden, geht notgedrungen virtuell vonstatten. Das bringt Probleme mit sich. Die Infos zum diesjährigen Ablauf.

Eine schwimmende Bühne im künstlichen See, dahinter die berühmten Wasserfontänen und das protzige Luxushotel Bellagio mitsamt Casino als Kulisse für kommende Stars, die auf dem Boot zu Talkrunden schippern.

Auf viel Atmosphäre hatte die NFL für ihren Draft 2020 in Las Vegas gesetzt, es sollte die ganz große Show werden. Doch die Pläne liegen schon lange im Mülleimer.

Virtueller Draft statt Party in Las Vegas

Es gibt keinen Pomp und auch keine Party im Glücksspielparadies, wenn in der Nacht zu Freitag (2 Uhr/ProSieben MAXX) wie in jedem Jahr die besten Nachwuchstalente auf alle Teams verteilt werden.

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Die 32 Franchises wählen ihre künftigen Profis notgedrungen online aus - organisatorisch ist der insgesamt dreitägige "Virtual Draft" eine ganz neue Herausforderung.

"Aufregend", aber auch "sehr nervenaufreibend" sei die Erfahrung, sagte NFL-Sprecherin Michelle McKenna. Dave Gettleman, General Manager der New York Giants, meinte: "Es ist nicht toll, es ist nicht perfekt, aber es ist okay."

"War Room" im Wohnzimmer

Da die Büros in den Klubzentralen wegen der Coronakrise geschlossen sind, mussten die Manager umdenken.

Und so hat sich etwa John Lynch von den San Francisco 49ers den sogenannten "War Room", die vier Wände, in denen die Köpfe der Funktionäre, Trainer und Scouts rauchen, in seinem Wohnzimmer einrichten lassen.

Dort stehen sechs Bildschirme, drei Telefone und ein PC für maximal zehn Personen. Mehr sind nicht zugelassen, und natürlich sollen sie Abstand halten.

Technik streikt beim Testlauf

Damit alles klappt, hat die NFL am Montag einen Testlauf durchgeführt. Es hakte wohl an vielen Stellen. Laut ESPN waren unter anderem bei einem Conference Call alle 32 Manager gleichzeitig zu hören, "awful", also entsetzlich, klang das laut eines namentlich nicht genannten Teilnehmers.

Bei anderen habe dagegen zu Hause schlicht die Internetverbindung schlapp gemacht, weil auch alle Kinder mit ihren Tablets im WLAN hingen. Direkt beim ersten Pick, bei dem die Cincinnati Bengals mit ziemlicher Sicherheit Quarterback Joe Burrow auswählen werden, streikte die Technik.

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College-Stars müssen Kleiderordnung befolgen

Burrow (23 Jahre), der zuletzt die Louisiana State University (LSU) zum College-Titel geführt hatte, muss bei seinem Aufruf wie alle anderen auch daheim auf sein Aussehen achten. Bei einer Videoschalte gilt es, sich an die Kleiderordnung zu halten.

Nach Informationen der Website Pro Football Talk hat die Liga klare Vorgaben gemacht. Logos von Kleidungsherstellern, die keinen Vertrag mit der NFL haben, sind untersagt. Auch Klubembleme aus anderen Ligen wurden verboten. Und rassistische, sexistische oder religiöse Botschaften dürfen natürlich ebenfalls nicht zu sehen sein.

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