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Colin Kaepernick (l.) und Carlos Hyde spielten von 2014 bis 2016 gemeinsam für die San Francisco 49ers
Colin Kaepernick (l.) und Carlos Hyde spielten von 2014 bis 2016 gemeinsam für die San Francisco 49ers © Getty Images
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München - Carlos Hyde setzt sich für ein Comeback von Colin Kaepernick in der NFL ein. Die Liga könne damit klarmachen, dass sie Probleme der Rassenungleichheit lösen will.

Running Back Carlos Hyde hat sich für eine Rückkehr von Colin Kaepernick in die NFL eingesetzt, um ihren Teil dazu beizutragen, Probleme der Rassenungleichheit zu lösen.

"Ich denke, die NFL kann damit starten, Kap zurückzubringen. Wenn sie Kap unterschreiben lassen, würde das zeigen, dass sie wirklich versuchen, einen Schritt in die umgekehrte Richtung zu bringen", sagte Hyde, der vor einem Monat einen Vertrag bei den Seattle Seahawks unterschrieb, zu Reportern.

"Weil Kap vor vier Jahren ein Statement gemacht hat, was in der heutigen Zeit abgeht und die NFL sich nicht getraut hat, damals auf ihn zu hören. Also sollten sie damit jetzt starten."

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Hyde und Kaepernick spielten 2016 gemeinsam bei den San Francisco 49ers, als der Quarterback durch seinen Kniefall bei der US-Hymne eine riesige Diskussion um Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA los trat.

Hyde zweifelt an Veränderung

Hyde erklärte, dass er den Protest seines Teamkollegen damals verstanden habe, sich aber mehr Sorgen um den Football gemacht habe. Die 49ers gewannen 2016 nur zwei ihrer 16 Saisonspiele. Er selbst wolle nicht auf dem Feld protestieren, "aber wenn das etwas ist, dass das Team machen will und wir entscheiden, dass wir als Team gemeinsam protestieren, dann bin ich dabei."

Dennoch äußerte er auch Skepsis, ob die NFL in der Rassismus-Debatte nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd wirklich einen Wandel in der Gesellschaft vorantreiben kann.

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"Der Rassismus in der Welt ist tief verwurzelt. Ich denke nicht, dass die NFL irgendwas ändern kann, aber persönlich weiß ich es nicht. Ich weiß nur, dass sie Kap zurückholen können."

Kaepernick seit mehr als drei Jahren ohne Job

Der 32-Jährige wartet seit dem Ende der 2016er-Saison auf einen Vertrag in der NFL, ihm wurden zahlreiche weniger begabte Spielmacher vorgezogen.

NFL-Commissioner Roger Goodell hatte vor wenigen Tagen eine Kehrtwende in der Politik der Liga hingelegt und den bisherigen Umgang mit den Spielerprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt als falsch bezeichnet:

"Wir, die NFL, geben zu, dass wir in der Vergangenheit falsch gelegen haben. Wir haben unseren Spielern nicht zugehört und haben sie nicht ermutigt, sich zu äußern und friedlich zu protestieren", sagte er in einer Videobotschaft, die über die sozialen Medien verbreitet wurde. 

US-Präsident Donald Trump hatte dies anschließend über Twitter kritisiert. "Könnte es auch nur im entferntesten möglich sein, dass Roger Goodell in seiner ziemlich interessanten Erklärung von Frieden und Versöhnung angedeutet hat, dass es jetzt okay für die Spieler ist, bei der Nationalhymne zu KNIEN oder nicht zu stehen und dabei respektlos zu unserem Land und unserer Flagge zu sein?", fragte er.

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