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So soll der Anti-Corona-Helm aussehen
So soll der Anti-Corona-Helm aussehen © AP/dpa
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München - Die NFL hat zusammen mit Ärzten und Ingenieuren einen Helm entwickelt, der die Übertragung von Viren verhindern soll. Ein Star ist alles andere als begeistert.

Die neue NFL-Saison soll trotz der Coronakrise am 10. September starten.

Um allerdings möglichst viel Sicherheit im Kampf gegen das Coronavirus zu gewährleisten, testet die Football-Liga besondere Helm-Designs.

Bereits Ende Mai gab es Überlegungen, wie man Helme und Schutzmasken verbinden kann.

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Nun hat die Liga gemeinsam mit Ärzten und Ingenieuren aus den Ideen einen Helm entwickelt, der nicht nur als Kopfschutz fungiert, sondern auch die Corona-Ansteckung verhindern soll.

Mundschutz im Visier integriert

In das Visier der Spieler wurde ein Schild vor die Mundpartie eingebaut, um die Gegner vor Viren zu schützen. Auf dem Mundschutz sollen Löcher eingearbeitet, damit das Atmen nicht beeinträchtigt wird. Diese Öffnungen sollen aber keine direkte Übertragung von Tropfen ermöglichen.

Denn klar ist: Bei einer Vollkontaktsportart wie Football ist eine Abstandsregelung oder Ähnliches völlig utopisch.

Der integrierte Mundschutz wird als "Oakley Mundschutz" bezeichnet, der Helm wird laut ESPN kommende Woche an alle 32 Teams der Liga geschickt, damit diese ihn testen können.

Noch existiert keine offizielle Anweisung der NFL, dass die Spieler dazu verpflichtet sind, diesen Helm zu tragen. Die medizinischen Experten der Liga empfehlen aber den Gebrauch.

Spieler ablehnend - Watt droht mit Boykott

Offenbar sind die Profis aber alles andere als angetan von der Idee, laut ProFootballTalk lehnen diverse Spieler einen Mundschutz ab.

Texans-Star J.J. Watt hatte sich bereits vor fünf Tagen ablehnend geäußert. Der 31-Jährige erzählte, er habe einst ein Visier für die Augen ausprobiert, es nach drei Trainingseinheiten aber wieder gelassen.

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"Ich habe gesagt, macht dieses Teil weg von meinen Augen, ich sterbe sonst hier draußen", sagte Watt laut ProFootballTalk.

Der Defensive End weiter: "Jetzt wollen sie etwas um meinen Mund machen? Nein, lass mal. Wenn das passiert, werdet ihr mich nicht auf dem Feld sehen."

Sichtbarkeit und Atmung als entscheidende Aspekte

Es muss also noch eine Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden. "Wir hoffen, dass wir ein Produktdesign finden, das jeder tragen würde, weil sie den Wert und den zusätzlichen Schutz erkennen – ohne Leistungseinbußen", sagte Dr. Thom Mayer, der medizinische Direktor der NFL Players Association.

Die beiden größten Bedenken seien bisher die Sichtbarkeit und die Atmungsaktivität gewesen, so Mayer.

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