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München - Der deutsche NFL-Profi Jakob Johnson zweifelt, ob der Boykott von Spielen der richtige Weg des Protestes ist. Für weniger gut verdienende Spieler gehe es um die Existenz.

Jakob Johnson von den New England Patriots hat sich kritisch zu den Protesten im US-Sport gegen Polizeigewalt geäußert und hofft auf konkrete Handlungen.

"So ein Boykott löst die Probleme nicht, die sich hier im Laufe der Generationen aufgebaut haben mit einem Schlag", sagte der deutsche NFL-Profi in einem Pressegespräch: "Es wäre ein wichtiger Schritt von den Zeichen zu konkreten Handlungen überzugehen und die Situation endlich mal zu verbessern."

Nach den Geschehnissen vom Wochenende, bei dem der Schwarze Jacob Blake von einem Polizisten mit sieben Schüssen lebensgefährlich verletzt worden war, steht für Johnson jetzt die Frage im Raum "was kann politisch geschehen, was kann sich jetzt verändern", sagte der 25-Jährige: "Es müssen jetzt Gespräche auf den richtigen Positionen geführt werden. Jedes Mal, wenn so etwas Schlimmes passiert, zeigt das auch, dass in Sachen Kampf gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA noch viel Luft nach oben ist."

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Johnson: Boykott für reiche Profis eine Möglichkeit

Der Boykott im US-Sport, der in der NBA durch die Milwaukee Bucks am Mittwoch seinen Anfang gefunden hatte, ist laut Johnson eine Möglichkeit "für Spieler, die in einer finanziell guten Lage sind. Aber es gibt genug Spieler, auch bei uns in der NFL, die eben nicht so viel verdienen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen und deren Familien, die teilweise in schwierigen Situationen sind, auf sie zählen. Da weiß ich nicht, ob ein Boykott die Lösung wäre."

Bei den Patriots gebe es vor allem unter den erfahreneren Spielern solche, "die sehr aktiv und involviert sind, wenn es zu solchen politischen Geschehnissen kommt. Die haben dann auch ein Gespür dafür, wann es an der Zeit ist als Team zusammenzukommen, um etwas zu planen, das wir tun könnten, um diese schlimmen Ereignisse abzuwenden", so Johnson.

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